Der KEC steckt mitten in der Saisonvorbereitung und lernt das Spielsystem des neuen Trainers Thomas Berglund kennen.
Kölner EishockeysommerWorauf die neue Hoffnung der Haie beruht

Thomas Berglund (m.) im Gespräch mit Markus Ljungh (r.) und Valtteri Kemilainen.
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Die Kölner Haie haben gut zwei Wochen ihrer Vorbereitung auf die DEL-Saison 2026/27 hinter sich. Am Freitag gelang ihnen im ersten Testspiel im Haie-Zentrum ein 3:1 gegen Iserlohn. Kapitän Moritz Müller bilanzierte: „Wir haben einige neue Spieler und eine neue Spielidee, dafür hat heute schon einiges gut funktioniert. Und das, was noch nicht so gut funktioniert hat, werden wir in den nächsten Tagen analysieren.“
Mehr Druck auf dem Eis
Es folgte am Samstag die Eröffnungsfeier im Media Park, auf der alle ihre Vorfreude manifestierten, Spieler und Fans. Kurz: Es ist ein typischer Sommer im Eishockey. Alles muss sich noch entwickeln, aber es gibt viel Raum für Hoffnung auf ein erfolgreiches Jahr – innerhalb des Rahmens, den die Haie gesteckt haben.
Der 57-jährige Schwede Thomas Berglund, der die Haie von Kari Jalonen übernommen hat, wirkt sehr motiviert und begeistert von seiner neuen Aufgabe in Köln. Sein Spielsystem ist laufintensiver als das des Taktikers Jalonen. Die Haie-Profis werden somit eine Phase der Anpassung benötigen.
Im Idealfall werden sie den Gegner danach früh unter Druck setzen, ihm wenig Zeit für den Spielaufbau lassen und nach Scheibengewinnen besonders schnell umschalten – so, wie man es von Berglunds früherer Mannschaft Lulea kennt. Dort beruhte der Erfolg außerdem auf einer geschlossenen Defensive und darauf, dass alle Reihen konsequent am Spiel gegen die Scheibe beteiligt waren.
Erfahrung in Köln, neue Frische in Berlin
Die Haie haben vor allem Spieler verpflichtet, von denen eine schnelle Wirkung zu erwarten ist. Marcel Noebels (34), Daniel Fischbuch (32) und Tim Fleischer (25) erhöhen die Qualität auf den deutschen Positionen deutlich und verschaffen dem Coach mehr Möglichkeiten bei der Verteilung der neun Importspieler. Die Schweden Markus Ljungh (35) und Robin Press (31) kennen zudem das laufintensive schwedische Eishockey, das der neue Trainer spielen lassen will.
Der junge Verteidiger Carlos Händel (19) gilt als das größte deutsche Defensivtalent seines Jahrgangs – und er trägt auch dazu bei, das Durchschnittsalter der Mannschaft ein wenig zu senken, das trotzdem noch bei etwa 30,3 Jahren liegt, bei einem Median von 31,5. Konkurrent und Meister Eisbären Berlin mit dem neuen Trainer Éric Dubois setzt dagegen auf jüngere Kräfte: So sortierten die Eisbären unter anderem Noebels nach zwölf Jahren und fünf Meisterschaften aus; der Berliner Kader kommt auf ein Durchschnittsalter von knapp 27 Jahren.
Das Ziel: Leistung besser dosieren
Apropos Berlin: Der Serienmeister demonstrierte den Haien in den vergangenen beiden DEL-Spielzeiten jeweils, wie sich eine Mannschaft ihre Leistung im Idealfall über das Eishockeyjahr einteilen sollte. Schwankungen in der langen Hauptrunde sind kein Problem, solange es in den Playoffs Raum für Verbesserungen gibt. 2025 deklassierten die Berliner die Haie im DEL-Finale.
In diesem Frühjahr waren die Berliner nach wechselhaften Leistungen ab dem Halbfinale, in dem sie die Haie locker besiegten, in Bestform. Der KEC hatte dagegen zwar die Hauptrunde überlegen gewonnen, seinen Leistungshöhepunkt aber schon im Januar erreicht. In der internen Analyse ist dieser Punkt häufig besprochen worden. Berglund soll es schaffen, einen besseren Verlauf der Leistungskurve hinzubekommen.
Bevor es ernst wird, lernt der Coach aber zunächst Bayern kennen. Am Dienstag reist der KEC zu einem Trainingslager an den Tegernsee, wird in Bad Tölz trainieren und in Landshut an einem Testturnier teilnehmen.


