Der Torwart des Südstadt-Klubs gibt der Aufstiegsmission des Südstadt-Klubs Rückhalt. Der 22-Jährige zeigt eine starke Entwicklung.
Fortuna Kölns Torwart Lennart WinklerVom Ersatz zur verlässlichen Nummer Eins

Lennart Winkler im Spiel beim Cologne Cup gegen Viktoria Köln.
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Ein Torwart ist die letzte Bastion einer Mannschaft. Wenn er patzt, wird es gefährlich. Wenn er hält, wird er gefeiert. Zwischen diesen Polen bewegt sich derzeit Fortuna Kölns Torwart Lennart Winkler. Der 22-jährige Schlussmann des Regionalligisten hat in wenigen Monaten einen bemerkenswerten Weg zurückgelegt. Vor einem Jahr war er noch Herausforderer der früheren Nummer eins Felix Buer, dann rückte er nach dessen Verletzung ins Tor der Fortuna – bewies sich und blieb dort.
Winkler avancierte zum Stammkeeper
„Das ich so schnell Stammtorwart werde, hat mich nicht überrascht“, sagt Winkler. „Ich habe Selbstbewusstsein. Durch die Spiele in der U 23 wusste ich, was ich kann. Zwar hatte ich Punkte, die ich verbessern musste – daran habe ich aber gearbeitet. Ich bin froh, dass es so gut läuft.“ Die Entwicklung des Torhüters fällt in eine Phase, in der sich auch die Fortuna stabilisiert hat. Platz zwei in der Regionalliga West, zwei Punkte hinter Schalke II, nur eine Niederlage – es funktioniert vieles im Kölner Süden.
Dennoch hinterließen die jüngsten Remis gegen Paderborn II (0:0) und in Siegen (2:2) einen kleinen Schatten über der ansonsten so starken Spielzeit. „In der letzten Zeit waren die Ergebnisse unglücklich. Uns fehlt die letzte Durchschlagskraft“, so Winkler. „Wir spielen zu oft unentschieden. Unzufrieden in der Mannschaft ist trotzdem keiner. Aber wir müssen lernen, die knappen Spiele auf unsere Seite zu ziehen.“ Vor dem 2:2 in Siegen stand Köln noch an der Spitze. Zurück dorthin will das Team unbedingt, möglichst vor der Winterpause.
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Zwei Spiele bleiben dafür noch: Am Samstag gastieren die Sportfreunde Lotte (Südstadion, 14 Uhr) in Köln, knapp eine Woche später der Wuppertaler SV (5.12) – zwei Prüfsteine, die über die Stimmungslage bis Januar entscheiden könnten. Winkler erwartet mit Lotte einen Gegner, „der Fußball spielen will“, und ist überzeugt: „Ich bin sicher, dass wir gewinnen können.“ Denn mit der Tabellenführung hat die Mannschaft bereits Erfahrungen gesammelt – gute wie schlechte. „Es ist schon anders. Wir haben gemerkt, wie es ist, Tabellenführer zu sein. Das macht schon einen Unterschied aus, wenn man nicht der Herausforderer ist, sondern oben steht und Siege einfahren muss. Das ist eine andere Art von Druck. Ich hoffe, wir können damit in der Rückrunde besser umgehen. Wir haben zuletzt zweimal unentschieden gespielt, also können wir aktuell noch nicht so gut damit umgehen.“
Auf Winkler selbst hat dieser aber kaum spürbare Auswirkungen. Siebenmal blieb er in der Regionalliga West ohne Gegentor, die Defensive wirkt gefestigt. „Wir sind gut abgestimmt, die Kommunikation stimmt“, sagt er. „Ich habe nie das Gefühl, dass da etwas passieren könnte.“
Winkler hat keine Angst vor Fehlern
Fehler fürchtet er nicht. „Im Spiel denke ich nicht darüber nach. Und wenn mal etwas schiefgeht, geht davon nicht die Welt unter.“ Die innere Ruhe von Winkler verbindet sich zunehmend mit technischer Sicherheit. Mit dem Ball am Fuß wirkt er stabiler, sein Torwartspiel runder. Zeitgleich wächst auch die Zuversicht im Klub, dass mehr möglich ist als ein guter Saisonverlauf.
Der Aufstieg in die Dritte Liga ist längst kein fernes Ziel mehr, sondern seitens der Spieler eine klare Formulierung. „Nach einiger Zeit ist uns klar geworden, dass wir in die Dritte Liga wollen. Dafür stehe ich. Wir denken an nichts anderes“, sagt Winkler. Um dorthin zu kommen, brauche es vor allem Konsequenz: „Wir dürfen nicht mehr so oft unentschieden spielen, müssen mutig bleiben und defensiv sauber bleiben. Das Mannschaftsgefüge und seine Entwicklung sind entscheidend.“ Dann ist vieles möglich in der Saison.

