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HandballLongericher SC vermisst gegen Saarlouis das glückliche Ende

2 min
11.10.2025, Handball-Tus Opladen-Longericher SC Köln

vorne: Lucius Hess (Opladen)
hinten: Lennart Niehaus (Longerich)

Foto: Uli Herhaus

Lennart Niehaus (rechts) war mit zwölf Treffern bester Werfer des Longericher SC.

Das Team von Trainer Christian Stark vergibt beim 29:30 mit der letzten Aktion einen Siebenmeter.

Es war alles perfekt angerichtet. In der Handball-Drittligapartie zwischen dem Longericher SC und Spitzenreiter HG Saarlouis blieb am Samstagabend keine Sekunde Spielzeit mehr übrig. Die Teams hatten die kompletten 60 Minuten absolviert, als Lennart Niehaus für die Kölner zum Siebenmeter antrat, den sie sich unmittelbar vor der Schlusssirene herausgearbeitet hatten.

Die Zuschauer hielt es schon lange nicht mehr auf ihren Sitzen. Die meisten von ihnen hofften in der ausverkauften Halle der Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule darauf, dass der mit zwölf Treffern sicherste LSC-Spieler seinem Team einen Punkt retten würde. Alles sprach dafür, denn Niehaus hatte zuvor jeden seiner sieben Strafwürfe souverän verwandelt.

Es war ein tolles Spiel in einer hervorragenden Atmosphäre, in dem nur das Happy End für uns fehlte
Chrustian Stark, Trainer des Longericher SC

Doch diesmal nicht. Der Rückraumspieler scheiterte mit seinem Versuch am gegnerischen Keeper und die Spieler in den grünen Trikots jubelten ausgelassen, während die Akteure in den rot-weißen Shirts nach der 29:30 (12:17)-Niederlage enttäuscht die Köpfe hängenließen. „Nicht nur die Temperaturen sind im Keller, sondern die Laune ehrlich gesagt auch“, gestand LSC-Trainer Christian Stark. „Das liegt aber nicht daran, dass wir schlecht waren – im Gegenteil. Wir haben technisch und taktisch alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, sind aber leider nicht belohnt worden. Ein Punkt wäre verdient gewesen.“

Den prestigeträchtigen Punktgewinn vergaben die Gastgeber nicht erst in der letzten Aktion von der Siebenmeterlinie, sondern in einer fünfminütigen Schwächephase in der ersten Halbzeit. Bis zum 12:12 vermochte sich unter anderem aufgrund starker Torhüterleistungen auf beiden Seiten keine Mannschaft abzusetzen. Doch dann reagierte HG-Keeper Hubert Kornecki zweimal stark und die Kölner trafen in zwei weiteren Angriffen den Pfosten, während Saarlouis im Gegenzug jeweils abgeklärt verwandelte und auf 17:12 davonzog.

Doch die Kölner kämpften sich heran und glichen zum 24:24 aus, ehe sie bis zum Schluss „wieder ein wenig der Musik hinterherliefen“, wie Stark bemerkte. Der Coach nahm beim 29:30 eine Auszeit und beorderte Roman Babic zugunsten eines siebten Feldspielers aus dem Tor. Der Plan ging im Siebenmeterpfiff des Schiedsrichters in der letzten Sekunde auf – nur die Vollendung fehlte. „Es wäre ein toller Erfolg gewesen, wir waren über 45 Minuten das bessere Team, haben es aber zwischen Minute 25. und 30. Minute versaut“, resümierte Stark. „Es war ein tolles Spiel in einer hervorragenden Atmosphäre, in dem nur das Happy End für uns fehlte.“

Longericher SC: Babic, Kull; Wörmann (5), Pyszora (1), Henrich (1), Richter (3), Gerfen, Bertenbreiter, Niehaus (12/7), Leitz, Kaysen (2), Nolting (1), Kremp (1), Becker, Kämper (3).