Der Südstadt-Klub krönt seine starke Saison mit dem Drittliga-Aufstieg. Der Titel ist ein kollektiver Erfolg im Kölner Süden, so unser Autor.
Kommentar zum AufstiegDer SC Fortuna Köln ist wieder dort, wo der Klub hingehört

Fortuna Köln feiert den Aufstieg in die Dritte Liga
Copyright: IMAGO/HMB-Media
Der Fußball vergisst nicht, aber er belohnt auch nicht automatisch. Man kann hervorragend spielen und planen – und trotzdem scheitern, weil am Ende die Kraft oder der Glaube nachlässt. Der SC Fortuna Köln kannte ein solches Muster nur zu gut - seit sieben Jahren.
Diesmal kam alles anders. Der Erfolg gegen die Sportfreunde Siegen, die Meisterschaft in der Regionalliga West, der Aufstieg in die Dritte Liga, das Mittelrheinpokalfinale gegen Viktoria Köln – das alles ist der hervorragenden Arbeit des ganzes Vereins geschuldet. Man könnte die Spielzeit mit vielerlei Superlativen schmücken, nur wenig käme aber daran heran, was die Fortuna in der vergangenen Spielzeiten geleistet hat.
Starke Entwicklung unter Trainer Mink
Der Umbruch im vergangenen Sommer hätte zum nächsten Anlauf werden können, an dessen Ende man sich selbst im Weg steht. Mehr als ein Dutzend Zu- und Abgänge, neue Gesichter, neue Konstellationen. Individuell hochwertig, zweifellos. Aber selbst das beste Ensemble muss keine funktionierende Mannschaft sein. Was Trainer Matthias Mink und sein Staff daraus gemacht haben, verdient deshalb mehr als ein Schulterklopfen.
Sie haben aus vielen Individuen ein Kollektiv geformt, das füreinander arbeitet, ganz ohne Theater, ohne Getöse, ohne die Selbstdarsteller, die in anderen Kadern solche Prozesse regelmäßig sabotieren. Mink und sein Staff haben ihre Profis nicht nur verwaltet, sondern nachhaltig besser gemacht, bei den Transfers genau auf die Charaktere und folgerichtig auf die Kaderzusammenstellung geachtet.
Die Spielweise spiegelt das wider. Intensiv, mitunter aggressiv, taktisch variabel, bei Bedarf geduldig – und stets den Grundtugenden treu, für die Fortuna stehen will: Laufen, kämpfen, füreinander da sein, auch in aussichtslosen Situationen. Und durch jene Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen, erfolgte eine eindrucksvolle Konstanz in Ergebnissen, die am Ende im Aufstieg mündete.
Dieser Aufstieg gehört dem ganzen Verein. Präsident Hanns-Jörg Westendorf, Geschäftsführer Niklas Müller, Scout Pascal Lammerich, alle, die hinter den Kulissen arbeiten, haben in den vergangenen Jahren eine Kultur, ein Selbstverständnis, ein Umfeld aufgebaut, in dem guter Fußball überhaupt erst möglich wird.
Trotz infrastruktureller Nachteile, trotz finanziell beschränkterer Möglichkeiten als bei anderen Vereinen dieser Liga. Tausende Zuschauer kamen regelmäßig ins Südstadion, auch auswärts war der Rückhalt nicht zu übersehen. Verein, Mannschaft und Fans tragen sich gegenseitig.
Mit seiner Tradition, seiner Fankultur und dieser Spielweise ist Fortuna Köln nun wieder dort, wo der Verein hingehört. Natürlich kommt im Sommer viel Arbeit auf alle Beteiligten zu: Kaderplanung, Verträge, Transfers, Infrastruktur. Doch aktuell sollten alle, die es mit der Fortuna halten, diesen historischen Moment in vollen Zügen genießen.
