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Urteil des FVMZwei Spieler der TFG Nippes 78 werden nach Antisemitismus-Vorwürfen gesperrt

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Spieler von Makkabi Köln sehen sich ein- bis zweimal pro Saison Anfeindungen ausgesetzt. 

Nach Vorfällen in der Partie gegen Makkabi Köln im Herbst 2025 werden die Spieler mit Sperren zu acht und zwölf Spielen Sperre und einer Geldstrafe verurteilt.

Es passiert äußerst selten, dass ein Fußballspiel der Kreisliga D großes öffentliches Interesse erfährt. Im vergangenen September war das der Fall – und der Grund war ein unrühmlicher. Beim Spiel der Kölner Kreisliga D zwischen der zweiten Mannschaft der TFG 1878 Köln-Nippes und dem TuS Makkabi Köln soll es „zu massiven antisemitischen und gewalttätigen Übergriffen auf Spieler von TuS Makkabi Köln“ gekommen sein.

Das veröffentlichte im Nachgang der Dachverband Makkabi Deutschland e.V. in einer Stellungnahme. Weiter hieß es damals: „Während und nach dem Spiel wurden unsere Spieler aufs Übelste beleidigt. Zwei Spieler wurden angespuckt, andere nach Abpfiff körperlich attackiert – gewürgt, geschlagen, an den Haaren gezogen. Ein Zuschauer schlug einem unserer Spieler ins Gesicht.“

Die Vorfälle sorgen für ein bundesweites Echo

Die Veröffentlichung sorgte sogar für ein bundesweites Medien-Echo in den Tagen danach. Während das öffentliche Interesse jedoch genauso schnell wieder abebbte, beschäftigte den Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) der Fall bei der sportgerichtlichen Aufarbeitung noch mehrere Monate. Letztlich waren drei Verhandlungstage notwendig, deren Ansetzungen sich immer wieder verschoben. Der letzte Verhandlungstag fand am 30. April in der Sportschule Hennef statt. Das Spiel lag zu diesem Zeitpunkt mehr als sieben Monate zurück. Bis zur Urteilsverkündung vergingen im Anschluss sechs weitere Wochen.

Das Verbandssportgericht Mittelrhein verurteilte letztlich Ende vergangener Woche zwei Spieler der TFG Nippes zu persönlichen Strafen. Der erste erhielt eine Sperre von acht Spielen wegen grob unsportlichen Verhaltens und zusätzlich eine Geldstrafe von 200 Euro. Diesem Spieler bescheinigte das Gericht, einen Gegenspieler „im Rahmen einer Rudelbildung zunächst an den Haaren gezogen und sodann zumindest kurz in den Schwitzkasten genommen“ zu haben.

Wie soll eine Geldstrafe zum Umdenken bewegen? Vielleicht führt sie sogar zum Gegenteil, vielleicht schürt sie mehr Hass
Daniel Krähmer, Kapitän von Makkabi Köln

Ein Teamkollege der TFG Nippes wurde zu einer Sperre von zwölf Spielen und einer Geldstrafe von 750 Euro verurteilt. Lediglich bei diesem Spieler erkannte der Verband in seinem Urteil eine grob unsportliche, diskriminierende Beleidigung. Das parallele Verfahren gegen die TFG Nippes wurde ebenso eingestellt wie das gegen Makkabi Köln, das auf Antrag der TFG eingeleitet wurde.

Zur Begründung hieß es: „Es konnte den Vereinen nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden, dass Fehlverhalten von anderen als den Verurteilten Personen erfolgten.“ Folglich wurden auch ein weiterer Nippeser Spieler sowie drei Spieler von Makkabi Köln nicht sanktioniert und die Verfahren eingestellt.

Bei der Staatsanwaltschaft Köln läuft derweil noch die strafrechtliche Aufarbeitung des Fußballspiels. Durch Makkabi Köln wurden im Nachgang Anzeigen wegen Beleidigung, Körperverletzung und Volksverhetzung gestellt. Die Vorfälle aus dem September seien in der Intensität zwar eine Ausnahme, grundsätzlich sei Makkabi Köln als multikultureller Verein mit jüdischer Identität und dem Davidstern im Vereinslogo aber häufiger mit Anfeindungen konfrontiert, berichtete Kapitän Daniel Krähmer: „Zur Wahrheit gehört, dass wir solche Aktionen und Äußerungen schon mindestens ein- bis zweimal pro Saison irgendwie erleben.“

Krähmer nannte seinen Ansatz, wie derartigen Anfeindungen begegnet werden solle. Der Spieler setzt weniger auf Strafe als auf Besinnung: „Ich glaube, dass Geldstrafen einfach die Wirkung verfehlen. Wie soll eine Geldstrafe zum Umdenken bewegen? Vielleicht führt eine Geldstrafe sogar zum Gegenteil, vielleicht schürt sie mehr Hass.“ Vielmehr müsse die Sanktion so ausfallen, dass die Denkweise hinter solchen Aussagen geändert werde und eine Selbstreflexion einsetze.

Das wiederum darf mit den nun ausgesprochenen Urteilen des FVM zumindest bezweifelt werden, gaben sich die später verurteilten Spieler in der Verhandlung in Hennef doch komplett unschuldig.

TFG Nippes II meldet sich vom Spielbetrieb ab, Makkabi Köln steigt auf

Unsere Redaktion sprach nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe im September mit dem Abteilungsleiter Fußball bei der TFG Nippes, Cengiz Kirat. Der Funktionär zeigte sich überrascht aufgrund der Vorwürfe im Nachhinein, wollte sich jedoch nicht offiziell äußern. Auf erneute und mehrmalige Versuche der Kontaktaufnahme durch unsere Redaktion Ende Mai reagierte Nippes 78 nicht mehr. Die zweite Mannschaft des Vereins in der Kreisliga D wurde Ende Februar vom Spielbetrieb abgemeldet – kurz bevor das Rückspiel gegen Makkabi Köln angestanden hätte.

Die Fußballer von Makkabi Köln beendeten die Saison, die für sie so unschön begann, mit einem Erfolgserlebnis. Die Blau-Weißen sicherten sich die Meisterschaft und steigen erstmals in ihrer Klubgeschichte in die Kreisliga C auf. Dort könnte es in der neuen Saison, je nach Staffel-Einteilung, zu seinem Wiedersehen mit der TFG Nippes kommen – dann mit deren erster Mannschaft.