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„Aus persönlichen Gründen“Stefan Kuntz verlässt überraschend Hamburger SV

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Stefan Kuntz war Sportvorstand des Hamburger SV.

Zieht sich vom HSV zurück: Stefan Kuntz war Sportvorstand des Hamburger SV.

Der Europameister von 1996 sorgte mit dem sofortigen Ende seiner Arbeit als Sportvorstand „aus familiären Gründen“ für einen Paukenschlag.

Stefan Kuntz fiel der plötzliche Abschied vom Hamburger SV alles andere als leicht. „Es war mir eine große Ehre, Teil dieses besonderen Vereins zu sein“, schrieb der 63-Jährige in den Sozialen Medien, als die Hanseaten gerade die überraschende Trennung zum Jahresbeginn verkündet hatten: „Der HSV wird immer ein Teil von mir bleiben.“

Aufstieg, finanzieller Aufschwung und eine Klub-Kultur mit Bodenständigkeit und Tatendrang: Kuntz hat im hohen Norden in anderthalb Jahren viel bewegt - jetzt sorgte er am Freitag mit dem sofortigen Ende seiner Arbeit als Sportvorstand „aus persönlichen familiären Gründen“ für einen Paukenschlag. „Manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball. Das ist nun bei mir der Fall“, sagte Kuntz laut einer Vereinsmitteilung: „Mehr möchte ich dazu nicht sagen und bitte darum, dies zu respektieren.“

Stefan Kuntz verlässt HSV mit sofortiger Wirkung

Kuntz hatte seinen Job im Mai 2024 aufgenommen und war mit den „Rothosen“ 2025 in die Bundesliga aufgestiegen. Nun kam er nach Weihnachten auf den Aufsichtsrat zu und bat um eine Auflösung seines bis Sommer laufenden Vertrags, den der Klub ursprünglich verlängern wollte. „Stefan hat mit seinem Team vieles bewegt. Für seine persönliche Zukunft wünschen wir ihm alles Gute“, sagte der Gremiumsvorsitzende Michael Papenfuß. Trotz des Abschieds der Führungspersönlichkeit sieht sich der HSV weiterhin gut aufgestellt für die anstehenden Aufgaben.

Klar ist dennoch, dass Kuntz zunächst eine spürbare Lücke hinterlässt. Das Hamburger Abendblatt schrieb entsprechend vom „HSV-Hammer“, die Hamburger Morgenpost vom „Kuntz-Knall“. Als der Europameister von 1996 als Nachfolger von Jonas Boldt vorgestellt worden war, hatte der Klub gerade zum sechsten Mal die angepeilte Rückkehr in die deutsche Eliteliga verpasst. Kuntz vollzog ein halbes Jahr später die Trennung von Trainer Steffen Baumgart - und beförderte Merlin Polzin, der letztlich dann zum Aufstiegshelden wurde.

Zugleich schaffte es Kuntz, die vielen Störgeräusche der Vergangenheit rund um den Klub zu minimieren und eine Kultur des Anpackens vorzuleben. Auch finanziell entwickelte sich der HSV zuletzt spürbar. Gemeinsam mit Finanzvorstand Eric Huwer konnte er 2024/25 einen Umsatz in Höhe von 126,5 Millionen Euro vorweisen und einen Gewinn von 4,4 Millionen Euro. Der Klub bezeichnete dies als „Meilenstein auf unserem nachhaltigen Wachstumskurs“.

Über allem steht dabei die nachhaltige Etablierung der Profis in der Bundesliga, die der HSV nun ohne Kuntz schaffen muss. Das Team von Polzin, das am Freitag den Vorbereitungsbeginn für den Restart auf dem Plan hatte, ist mit 16 Punkten nach 15 absolvierten Partien und Rang 13 auf Kurs, muss mit Blick nach unten allerdings wachsam bleiben. Kaderanpassungen, die in erster Linie Sportdirektor Claus Costa vornehmen muss, sollen beim Erreichen der Ziele helfen.

Die starke Stimme und das Gesicht von Kuntz werden dagegen künftig fehlen. „Es ist eine Herausforderung, eine neue Situation, für die wir aber gewappnet sind“, sagte aber Aufsichtsratschef Papenfuß. Über eine Nachfolge solle „ohne Hektik und mit Verstand“ entschieden werden. (sid)