Der Flughafen Köln/Bonn knackt zum zweiten Mal die Zehn-Millionen-Gäste Marke. Neue Scanner sollen die Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle noch vor den Ferien verkürzen
Flughafen Köln/BonnAb Juli wieder mit Wasserflaschen ins Flugzeug

Eurowings Airbus, bei der Landung auf dem Flughafen Köln-Bonn
Copyright: IMAGO/Jochen Tack
Der Flughafen Köln/Bonn hat zum vierten Jahr in Folge Gewinn eingefahren. Am Airport ist vieles im Umbruch, nach anfänglichen Startschwierigkeiten sollen neue Scanner die Sicherheitskontrollen beschleunigen. Die Zahl der Fluggäste stagniert, allerdings über der 10-Millionen-Marke. Ein Überblick:
Der Flughafen Köln/Bonn hat zum vierten Mal in Folge einen Gewinn eingefahren. Unter dem Strich lag das Ergebnis des staatlichen Flughafens im Jahr 2025 bei 13,5 Millionen Euro. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber 2024, als der Gewinn bei 12,7 Millionen Euro lag, im Vorjahr waren es nur 5,7 Millionen Euro.
Fluggastzahlen vom Flughafen Köln/Bonn
Im Jahr 2025 wurden am Flughafen Köln/Bonn 10,1 Millionen Reisende gezählt. Damit knackt der zweitgrößte Flughafen von Nordrhein-Westfalen zwar erneut die 10-Millionen-Marke, im Grunde aber stagnieren die Fluggastzahlen. Denn im Vorjahr wurden ebenfalls knapp zehn Millionen Passagiere gezählt. Das entspricht nur einem minimalen Wachstum von einem Prozent. Damit erreicht der Flughafen wiederholt nicht die Vor-Corona-Zahlen. In den Jahren 2015 bis 2019 wurde die Marke von zehn Millionen Gästen mehrfach deutlich übertroffen.
Ein Wiedererreichen dieser Zahlen ist aktuell nicht in Sicht. „Herausfordernd bleiben insbesondere die hohen Standortkosten in Deutschland sowie die aktuellen geopolitischen Krisen und Konflikte, die sich auf den internationalen Luftverkehr als Ganzes auswirken“, sagte Flughafenchef Thilo Schmid im Interview mit unserer Redaktion. Laut Flughafenvize Cenk Özöztürk kommt es aktuell im Luftverkehr zu verstärkten Verspätungen, weil wegen der aktuellen Konflikte bestimmte Flughöhen für militärische Flüge freigehalten werden müssten, was die freien Flugräume verengt. Außerdem müssten wegen der gesperrten Lufträume etwa im Nahen Osten, der Ukraine und Russland teils zeitfressende Umwege geflogen werden.
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Destinationen vom Flughafen Köln/Bonn
Die beliebtesten Flugziele ab Köln/Bonn haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Inlandsflüge spielen laut Flughafenchef Schmid eine immer geringere Rolle seit Corona. Flüge zu deutschen Großstädten werden zur Seltenheit. Berlin als noch bestehende innerdeutsche Flugverbindung ist mit 228.000 Passgieren im Jahr 2025 auf den neunten Platz der beliebtesten Destinationen ab Köln/Bonn abgerutscht. Das wichtige Drehkreuz München ist mit weniger als 450.000 Fluggästen ebenfalls nur noch auf Platz 5.
Während der Geschäftsreiseverkehr ab Köln/Bonn weiter abgenommen hat, wächst die Nachfrage nach Flügen in Urlaubsregionen. Ebenfalls stark ist Köln/Bonn bei den so genannten ethnischen Verkehren. Damit gemeint sind die Reisen von Menschen in die Heimat ihrer Familien, etwa in die Türkei oder die Länder des früheren Jugoslawiens.
Entsprechend steht das türkische Antalya auf Platz eins der beliebtesten Flugziele ab Köln/Bonn mit 1,03 Millionen Passagieren im Jahr 2025, gefolgt von Palma de Mallorca mit 977.000 Gästen und Istanbul mit 960.000. Danach folgt London mit 650.000 Reisenden in 2025.
Neue Flugziele ab Köln/Bonn
Insgesamt sind laut Schmid 115 Ziele in 38 Ländern ab Köln/Bonn im Sommer 2026 im Angebot, geflogen von 26 Fluggesellschaften. Neue Ziele im Aktuellen Flugplan sind bekannte Städte wie Belgrad, Bukarest, Rimini, Tel Aviv, Tiflis oder London Gatwick, aber auch weniger bekannte Orte wie Skopje, Tuzla, Sivas, Diyarbakir, Trabzon oder Podgorica. Insgesamt gibt es zwölf neue Destinationen. Größte Airlines sind Eurowings mit 3,5 Millionen Passagieren im abgelaufenen Jahr gefolgt von Ryanair mit drei Millionen Reisenden. Auch der Billigflieger Wizzair ist zurück in Köln/Bonn.
Sicherheitskontrollen am Kölner Flughafen
Bei den Sicherheitskontrollen gibt es erhebliche Änderungen. Der Flughafen führt diese inzwischen in Eigenregie durch und hat beschlossen, dazu neue Computer-Tomographie-Scanner anzuschaffen. Diese sollen die Wartezeiten an den Kontrollen erheblich beschleunigen. Die ersten drei Kontrollspuren wurden im Februar in Betrieb genommen, was zu technischen Problemen führte. Je zwei weitere folgten im März und jetzt im Mai. Noch vor Beginn der verkehrsreichen Sommerferien sollen alle elf Spuren mit den CT-Geräten in Betrieb sein, und die alten Spuren abgeschaltet werden. Ab dann können Passagiere wieder Getränkeflaschen bis zu einer Größe von zwei Litern mit ins Flugzeug nehmen. Bis alle Spuren in Betrieb sind, gilt aber noch die Obergrenze von 100 Millilitern. Elektronische Geräte können mit den neuen Scannern im Handgepäck bleiben. Die neuen Scanner ermöglichen es, pro Spur 200 Passagiere pro Stunde abzufertigen, laut Özöztürk doppelt so viel wie bei den herkömmlichen Anlagen.
Angebot für Kinder am Kölner Flughafen
Eine der genannten Sicherheitskontrollspuren soll speziell für die Bedürfnisse von Familien mit Kindern ausgelegt werden. Dort wird es Podeste geben, damit die kleinen Reisenden ihre Sachen selbst aufs Kontrollband legen können. Außerdem ist diese Spur mit Kinder-Deko attraktiver gestaltet. Hintergrund ist auch, die grundsätzlich bei der Kontrolle langsameren Gruppen mit Kindern von den anderen Reisenden zu trennen, um die Geschwindigkeiten bei der Abfertigung insgesamt zu erhöhen. Diese Spur trägt den Arbeitstitel „Kidslane“.

Kids lane, CT-Scanner Flughafen Köln/Bonn
Copyright: Thomas Ederer
Um die Aufenthaltsqualität von Familien mit Kindern zu erhöhen, soll es in den beiden Terminals auch Angebote für Kinder geben, etwa Tischkicker oder ein Kinderflugzeug zum Klettern, außerdem eine Foto-Station in Form des Kölner Doms, wo Reisende sich selbst fotografieren und sich das Foto aufs Handy schicken lassen können. Insgesamt dienen die Maßnahmen natürlich auch dazu, zu mehr Konsum in den Flughafen-Gastronomien anzuregen.
Investitionen
„In den vergangenen vier Jahren haben wir rund 180 Millionen Euro in die Standortqualität investiert und die Attraktivität des Flughafens nochmal deutlich gesteigert“, sagte Flughafenchef Schmid. Allein in den nächsten fünf Jahren sollen weitere mehr als 400 Millionen Euro in die Infrastruktur fließen. So sollen bei der Gepäckabfertigung Roboter eingesetzt werden.
Ein neues Parkhaus für Beschäftigte, das derzeit entsteht, erhält in einer ersten Ausbaustufe rund 60 neue E-Ladesäulen. Unter anderem für die weitere Elektrifizierung der Vorfelder und den Ausbau von Ladeinfrastruktur auf dem luftseitigen Flughafengelände werden aktuell mehr als 30 Millionen Euro investiert. Rund zehn Millionen Euro davon fördert die Europäische Union. Bereits kurz vor dem Abschluss steht der Neubau eines Holzheizwerks, das den Flughafen mit klimaschonend hergestellter Wärme versorgt.
Nachtflug
Im März hat der Flughafen beim Verkehrsministerium des Landes NRW den dauerhaften Fortbestand der Lärmschutzauflagen beantragt. Dieser Schritt beinhaltet auch, die bis 2030 befristeten Lärmschutz- und Lärmminderungsmaßnahmen für die Anwohner unbefristet verbindlich festzuschreiben. Dazu wurde ein Antrag beim zuständigen Ministerium gestellt und das Verwaltungsverfahren angestoßen. Laut Thilo Schmid dauere die Prüfung des Antrags drei bis sechs Monate.
Thilo Schmid betont, dass der Flughafen eine Betriebsgenehmigung besitze, die für den 24-Stunden-Betrieb gelte, und die unbefristet sei. Eine separate Nachtfluggenehmigung sei entgegen landläufiger Behauptungen nicht separat notwendig.
