In Düsseldorf findet bis zum 7. September die größte Campingmesse der Welt statt. Was bei Wohnmobilen, Caravans, Zubehör und Zelten grade besonders angesagt ist.
Caravan Salon startetLeichter Wohnwagen, viel Luxus: Das sind die Trends der Campingbranche 2025

Offroad-Van Hymer Venture S mit Sonnenterrasse in Yachtoptik (Grundpreis 225.000 Euro).
Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa
Düsseldorf ist seit Freitag wieder das Mekka der Camper. Eröffnet wurde der Caravan Salon, die weltgrößte Messe für Wohnwagen und Reisemobile von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Camping boomt, auch wenn die Nachfrage nach Wohnmobilen in der Corona-Pandemie wohl nie wieder erreicht wird. Damals explodierte die Nachfrage dieser fahrenden Quarantäne-Zellen. Nun normalisiert sich die Branche wieder und versucht, mit neuen Produkten die Gunst der Kunden zu erhaschen. Ein Überblick über die Trends des Caravan Salon 2025:
Trend 1: Leichte Wohnwagen
Im Gegensatz zu Wohnmobilen, also Fahrzeugen mit eigenem Motor, hat der Wohnanhänger, auch Caravan oder Wohnwagen genannt, arg geschwächelt. „Die Zahl der neu zugelassenen Caravans lag zwischen Januar und Juli 2025 mit 13.500 Einheiten rund zehn Prozent unter dem Vorjahreswert“, heißt es von Daniel Onggowinarso, dem Geschäftsführer des Caravan Industrieverbandes CIVD. Entsprechend muss die Branche gegensteuern und ihre Produkte den veränderten Kundenansprüchen anpassen.
Und Veränderungen gibt es mehrere. Erstens dürfen die meisten Pkw-Fahrer mit Führerscheinen, die nach 1999 erworben wurden, größere Anhänger nur mit einer Zusatz-Lizenz fahren. Zweitens steigt die Zahl der E-Autos, die über eine eingeschränkte Zugkraft verfügen. Die Konsequenz sind kleinere Wohnwagen und eine Ausweitung des Leichtbaus.
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Ein Beispiel dafür ist die neue Wohnwagen-Marke Next von Fendt, die sich an Einsteiger und eine jüngere Zielgruppe richtet. Der vergleichsweise kompakte 5,88 Meter lange und nur 1000 kg leichte Wohnwagen lässt sich auch von kleineren Zugfahrzeugen und E-Autos ziehen, zudem ist er einfach in der Handhabung. Für hohe Stabilität bei dem leichtgewichtigen Wohnwagen sorgt eine Sandwich-Bauweise mit Glattblech.
Zur Ausstattung gehören eine komplette Küche mit Zwei-Flamm-Gaskocher, ein 90-Liter-Kühlschrank und eine Heizung. Anstelle eines großen Gasflaschenkastens auf der Deichsel findet eine handliche Fünf-Kilogramm-Flasche in einem Fach der Seitenwand Platz. Der Einstiegspreis beträgt 18.900 Euro (Halle 5/ C 03).
Eine weitere Art, elektrisch mobil zu campen, ist der Cyberglad. Der absetzbare Campingaufbau ist ausschließlich passend für den Tesla Cybertruck und bei der diesjährigen Caravan-Messe ein Publikumsmagnet. Auch der Cyberglad verfügt über Küche mit Spüle, Arbeitsfläche und Kühlschrank. 59.300 Euro werden fällig - ohne den Cybertruck selbstverständlich (Halle 12/ C 53).
Trend 2: Luxus
Das Luxussegment ist von Halle 5 in Halle 17 umgezogen. Dort gibt es das perfekte Programm für Millionäre oder solche, die es zumindest vor dem Kauf ihres Wohnmobils einmal waren. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Luxusliner, Träumen muss erlaubt bleiben. Der Vario Perfect 1200 Assoluto ist ein handfestes Statement für mobile Freiheit, bei dem sehr hoher Komfort garantiert ist.

Ein Mini steht beim Caravan Salon in der Garageneinfahrt des Reisemobils Perfect 1200 Assoluto.
Copyright: Henning Kaiser/dpa
Der Mercedes-Benz Actros Dreiachser mit 530 PS auf 26-Tonnen-Fahrgestell bietet als Kraftpaket das Fahrzeug-Fundament. Integriert ist eine Pkw-Garage für ein Mini Cabrio inklusive Stellplatz mit Ladestation für zwei E-Bikes. Beachtlich ist der ausfahrbare Doppelerker im Schlafbereich. Gleichzeitig wird der integrierte Waschtisch im nebenliegenden Bad gemeinsam mit der Schrankkombination ausgefahren. So entsteht ein begehbares, großes Raumbad sowie ein zehn Quadratmeter großer Schlafraum - dieser allein größer als manche Kölner Studentenbude. Preislich liegt der Perfect 1200 Assoluto bei 2,8 Millionen Euro – inklusive Sonderausstattungen. (Der Mini im Heck ist nicht mit drin; Halle 17/ C 23).
Trend 3: Elektro-Wohnmobile
Anders als bei Pkw sind Elektro-Wohnmobile noch eine echte Seltenheit. Immer wieder wagt einer aus der Branche einen ersten Versuch. Diesmal ist es der Hersteller Dethleffs. Die Studie „E-Home Eco“ basiert auf einem elektrischen Ford Transit mit einem 135 Kilowatt starken E-Motor. Mit dem Wohnmobilaufbau soll er eine Reichweite von 240 Kilometern haben. Beim Stand von Dethleffs betont man aber deutlich, dass es sich dabei um eine Herstellerangabe handelt.

Der absetzbare Camper Cyberglad für den Tesla Cybertruck. Kostenpunkt: 59.300 Euro - ohne Auto.
Copyright: Henning Kaiser/dpa
Um den Luftwiderstand geringer zu halten, wurden die großen Außenspiegel durch ein Kamerasystem ersetzt. Viele Bauteile sind aus dem nachwachsenden Rohstoff Flachs. Als Isolierung dient ein Schaum, der aus recycleten PET-Flaschen hergestellt wurde. Einen Preis kann man am Stand von Dethleffs nicht nennen, der Eco ist ein handgebautes Einzelstück, ein echter Prototyp. (Halle 6/ D 05)
Trend 4: Dachzelte
Trotz eines aktuellen Überangebotes an Wohnmobilen auf dem Neu- und dem Gebrauchtwagenmarkt haben sich die Fahrzeuge preislich auf einem hohen Niveau gehalten. Selbst in der Einsteigerklasse, etwa in der Größe des VW Bulli oder des Ford Nugget, sind Preise von 80.000 Euro plus keine Seltenheit. Weil Camping aber auch von jüngeren Kunden und denen mit kleinerem Geldbeutel nachgefragt wird, wächst das Segment der Dachzelte vergleichsweise stark.

Dachzelt Vickywood Little Bamboo von Winch Industry
Copyright: Henning Kaiser/dpa
Für den, der es mag, vor dem Einschlafen eine senkrechte Stahlleiter mehrere Sprossen nach oben zu klettern, für den ist das Dachzelt eine mögliche Wohnmobil-Alternative. „Es gibt Varianten für fast jedes Fahrzeug, vom Fiat 500 bis zum VW-Bus in Gewichtsklassen von unter 40 bis 150 Kilogramm Dachlast“, sagt Daniel Bader von der Firma Vickywood.
Die größte Version hat gleich zwei Leitern und soll Platz für fünf Personen bieten. Dafür muss man es aber schon kuschelig mögen. Nach dem Urlaub verschwindet das Dachzelt wieder im Keller oder wird beim Autohändler eingelagert. „Mit einem Dachzelt spart man sich ein extra Fahrzeug nur für den Urlaub“, sagt Bader. Was Temperatur und Regen angeht, ist diese neue Unterkunft aber am Ende immer noch eines: ein Zelt. (Halle 3/ A 18)
Trend 5: Faltcaravans
Ein ähnliches Segment bedienen heute Faltcaravans. „Diese längst tot geglaubten Anhänger erleben eine Renaissance“, sagt Caravan-Direktor Stefan Koschke im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Ähnlich wie die Leichtbau-Wohnwagen könnten sie auch von Fahrern ohne Anhängerführerschein gezogen werden, genauso von E-Autos, weil sie extrem leicht sind.
Trend 6: Allrad
Einige Wohnmobilsegmente explodierten förmlich. Die Zahl der neu zugelassenen Wohnmobile mit Allradantrieb stieg um 55 Prozent auf 1200. Allerdings gibt zwei ganz unterschiedliche Untersegmente. „Zum einen gibt es die harten Offroader für Wüste und Tundra, zum anderen die Allradler, die die Fahrt über Schotterstraßen und aus nassen Wiesen ermöglichen“, sagt Koschke.
Erstere gibt es etwa vom Aussteller Bimobil in Halle 17. Das Expeditionsmobil EX 540 baut auf einem Allrad-Lkw von Iveco auf und erinnert an ein Militärfahrzeug. Preis auf jeden Fall deutlich sechsstellig. Zur zweiten Kategorie gehört der Hymer Crosstrail auf Basis eines allradgetriebenen Mercedes Sprinter mit Stollenreifen. (Halle 6/ B 07)
Messe-Infos
Die Ticketpreise liegen für Erwachsene bei 18 Euro werktags und 20 Euro am Wochenende. Der Preis für Kinder wurde auf 6 Euro gesenkt. Die Messe dauert vom 29. August bis 7. September. Sie ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Messe-Direktor Koschke rät dazu, Parkplätze vorab online zu buchen. Tickets nur online unter www.caravan-salon.de.