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Verhandlungen über 15 Jahre IHK Köln fällt Entscheidung zu alter Innenstadt-Zentrale

Gebäude der Industrie- und Handelskammer zu Köln.

Das Gebäude der Industrie- und Handelskammer zu Köln (IHK Köln) in der Innenstadt. (Archiv) 

Seit nunmehr fast 15 Jahren wird in der IHK über den Sitz und die Zukunft des Gebäudes diskutiert und heftig gestritten. Nun ist eine Entscheidung gefallen.

Die Entscheidung ist gefallen – die Industrie- und Handelskammer Köln (IHK) wird ihren angestammten Sitz in der Innenstadt aufwendig sanieren. Das entschied die Vollversammlung der Kammer in ihrer letzten Sitzung des Jahres am Donnerstagabend. Von den anwesenden Mitgliedern entschieden sich 55 für die Variante Sanierung, neun stimmten dagegen, vier enthielten sich.

Damit ist der Weg frei für das größte Bauunterfangen in der Geschichte der Kammer, das nach jetzigem Stand rund 100 Millionen Euro kosten soll. Auch im bundesweiten Vergleich der Kammern dürfte Köln damit einen der Spitzenplätze besetzen.

IHK Köln: Alte Zentrale statt Neubau im Gerling-Quartier

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Die zweite von der Kammerführung unter Präsidentin Nicole Grünewald und Hauptgeschäftsführer Uwe Vetterlein präsentierte Variante eines Neubaus im Gerling-Quartier für die Summe von rund 120 Millionen Euro fand indes keine Mehrheit.

Die IHK gehört ins Zentrum, als sichtbares Haus der Wirtschaft in direkter Nähe des Rathauses
Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln

Die Delegierten konnten sich in der Abstimmung nur zwischen den beiden Varianten entscheiden. Dass nun für die Sanierung gestimmt wurde, war bereits im Vorfeld erwartet worden – auch weil bekanntlich Grünewald und Vetterlein diese Option präferierten. „Die Entscheidung ist die richtige und ein klares Signal: Die IHK gehört ins Zentrum, als sichtbares Haus der Wirtschaft in direkter Nähe des Rathauses“, sagte Präsidentin Grünewald. Man werde zudem die Aus- und Weiterbildung ins Gebäude integrieren, die bisher in Braunsfeld ausgelagert war. Die Kostenschätzung inklusive deutlicher Sicherheitsaufschläge beläuft sich auf rund 100 Millionen Euro, heißt es vonseiten der Kammer.

IHK Köln: Weitere Planungs- und Bauphase von sieben Jahren

Es wird mit einer Planungs- und Bauphase von circa sieben Jahren gerechnet. „Die IHK Köln hat für diesen Fall bereits Rücklagen von 33 Millionen Euro gebildet. Die für die Modernisierung anfallenden Belastungen liegen bei nur circa acht Prozent unseres Jahresbudgets“, betont Hauptgeschäftsführer Uwe Vetterlein.

Wie immer bei der Häuserfrage der IHK, so wurde auch am Donnerstag in der Vollversammlung intensiv debattiert. Es gab auch viele kritische Stimmen mit Blick auf Kosten, Finanzierung und Risiken. So hatte sich die Vollversammlung 2019 gegen die Sanierung für damals noch 57 Millionen Euro entschieden, weil sie den damals selbst gesetzten Kostendeckel von 40 Millionen deutlich überschritt.

Die Kritiker sagen: Heute sei man bei 100 Millionen und es sei nicht sicher, ob das bei einer Sanierung im Bestand ausreiche, heißt es. Hinzu komme die Frage der Finanzierung sowie die Befürchtung, dass in Folge des Bauvorhabens die Beiträge erhöht werden – in einer Zeit, in der die Pflichtmitgliedsunternehmen mit hohen Energiepreisen, Inflation und Lieferengpässen zu kämpfen haben, was die Beitragseinnahmen im negativen Fall belasten könnte. Stimmen gab es auch zum Thema mangelnde Alternativen von externen Gebäuden sowie zur Unschärfe der Planungen bei der Sanierung des alten Gebäudes.

Ein weiterer Punkt ist laut Teilnehmern der Versammlung die Lastenverteilung. Viele große Kölner Unternehmen sind nicht mehr in der Versammlung vertreten. Sie können also nicht mit abstimmen, werden aber die finanziellen Lasten zu tragen haben. Nach nun mehr als 15 Jahren Debatten, Planung und Verwerfung soll aber nun mit der Entscheidung eine Marschrichtung vorgegeben und ein Schlussstrich gezogen werden.