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„Realitätsfern“Familienunternehmer in NRW halten SPD-Vorschlag zur Erbschaftssteuer für „fatales Signal“

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Familienunternehmer und -unternehmerinnen in Köln und NRW äußern scharfe Kritik am SPD-Plan zur Erbschaftssteuer.

Familienunternehmer und -unternehmerinnen in Köln und NRW äußern scharfe Kritik am SPD-Plan zur Erbschaftssteuer.

Die SPD will die Erbschaftssteuer reformieren. Familienunternehmer aus Köln und NRW kritisieren die Pläne scharf.

Ein Vorhaben der SPD zur Neugestaltung der Erbschaftssteuer sorgt für erheblichen Unmut in der deutschen Unternehmenslandschaft. Die Partei ist der Ansicht, das aktuelle System sei ungerecht, da sehr hohe Erbschaften oft unversteuert blieben.

Das neue Konzept sieht im Kern vor, dass größere Vermögen stärker besteuert werden. Geplant ist ein sogenannter „Lebensfreibetrag“ von rund einer Million Euro pro Erbe. Davon sollen 900.000 Euro für Erbschaften innerhalb der Familie und 100.000 Euro von nicht oder nur entfernt verwandten Personen gelten. Die Union lehnt die Pläne ab, während die Linke sie unterstützt.

Scharfe Kritik am SPD-Entwurf – Nachfolge sei bedroht

Derzeit haben Kinder bei einer Erbschaft einen Freibetrag von jeweils 400.000 Euro. Um höhere Summen steuerfrei zu übertragen, kann eine Schenkung zu Lebzeiten genutzt werden, was alle zehn Jahre möglich ist. Der SPD-Plan sieht vor, diese Zehn-Jahres-Regel abzuschaffen.

Für die Vererbung von Unternehmen möchte die Partei zudem einen zusätzlichen Freibetrag in Höhe von fünf Millionen Euro einführen. Steuern würden demnach erst ab einem Unternehmenswert fällig, der diese Summe übersteigt.

Die Frage, ob das Erben dadurch gerechter wird oder vor allem der Mittelstand zusätzlich belastet wird, löste umgehend eine Debatte aus. Auf Anfrage von Express.de äußern sich Familienunternehmer und -unternehmerinnen aus NRW und Köln empört über den Vorschlag.

Veit Ulbricht, Landesvorsitzender der Familienunternehmer in NRW, bezeichnet es als „realitätsfern“, dass die SPD ihren Unternehmensfreibetrag von fünf Millionen Euro als Schutzmaßnahme für kleine und mittlere Betriebe darstellt. Seiner Ansicht nach ist dieser Betrag bei weitem nicht ausreichend, um die Nachfolge in typischen mittelständischen Firmen zu sichern.

SPD sende ein „fatales Signal“ – Warnung vor Auswirkungen

Ulbricht führt aus: „Maschinenparks, Lagerhallen, Bürogebäude und Betriebskapital treiben Unternehmenswerte schnell in zweistellige Millionenbeträge. Die Folge: Unternehmen geraten bei der Nachfolge unter massiven finanziellen Druck und müssten Vermögenswerte veräußern.“

Veit Ulbricht ist seit Ende 2025 Landesvorsitzender der Familienunternehmer in NRW.

Veit Ulbricht ist seit Ende 2025 Landesvorsitzender der Familienunternehmer in NRW.

Mit ihrem Konzeptpapier sende die SPD „ein fatales Signal“, so der NRW-Verbandschef. Anstatt die Unternehmen zu entlasten, drohe die Partei, den Betrieben zusätzliche Liquidität zu entziehen und die Unternehmensnachfolge zu erschweren.

Die Annahme, Familienunternehmen hätten viel frei verfügbares Kapital, sei unzutreffend. Dieses stecke größtenteils „in Produktion, Gebäuden und Know-how“, erklärt Ulbricht.

„Wir haben jetzt schon das gigantische Problem, dass insbesondere Handwerksunternehmen keine Nachfolger finden. Die SPD-Pläne würden dies noch einmal verschärfen“, sagt Ulbricht. Dies führe dazu, dass vor allem kleinere Betriebe schließen oder von größeren übernommen werden. „In einer ohnehin schwachen Wirtschaftslage, in der wir alles daransetzen müssen, um wieder auf Wachstumskurs zu kommen, wäre das genau der falsche Weg.“ (red)