Der Wohnungsbau ist eingebrochen. Die Baubranche fordert ein Maßnahmenpaket – mit Folgen auch für Mieter in Köln.
Bauwirtschaft schlägt AlarmBranche fordert Maßnahmen zur Ankurbelung des Wohnungsbaus

Die Baubranche verweist auf eine «Wohnungslücke» von mehreren hunderttausend Einheiten. (Symbolfoto)
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Wohnungsnot: Baubranche fordert Regierung zum Handeln auf. Der Wohnungsbau in Deutschland ist eingebrochen. Um die Konjunktur zu beleben, fordern Branchenverbände ein Maßnahmenpaket. Was das für Mieter und Käufer in der Region Köln bedeutet.
Angesichts der Konjunkturschwäche in Deutschland drängt die hiesige Bauindustrie auf eine Stimulierung des Baus von neuem Wohnraum. Der Sektor habe eine zentrale Funktion für eine wirtschaftliche Erholung, heißt es in einem Positionspapier. Dieses wurde vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe, dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sowie der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt bei einem Treffen von Koalitionsspitzen mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften im Bundeskanzleramt vorgelegt.
In dem Sektor, der rund 2,6 Millionen Menschen beschäftigt und eine jährliche Wirtschaftsleistung von über 150 Milliarden Euro generiert, bestehen momentan freie Ressourcen. Die Organisationen betonten, es gebe Kapazitäten, „die eine Erholung rasch tragen könnten, sobald die Rahmenbedingungen stimmen“. Ihrer Ansicht nach muss an drei Punkten angesetzt werden: bei der Investitionsbereitschaft von Projektentwicklern, der finanziellen Leistungsfähigkeit privater Haushalte sowie der Nutzung bereits erteilter Genehmigungen.
Konkrete Vorschläge sollen Investitionen ankurbeln
Als spezifische Maßnahmen werden in dem Dokument unter anderem eine Verlängerung des KfW-Programms für Neubauten nach dem Standard Effizienzhaus 55 vorgeschlagen, die ihre Wärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen beziehen. Bereits genehmigte, aber noch nicht begonnene Bauvorhaben sollen durch zeitlich begrenzte Sonderkonditionen angestoßen werden. Hierfür kämen ein Zinsvorteil oder ein Zuschuss infrage, wenn der Baustart innerhalb einer definierten Frist nachgewiesen wird.
Zusätzlich regen die Verbände einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer bis zu einer Kaufsumme von 500.000 Euro für den erstmaligen Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum an. Ebenso wird eine Ausweitung der Errichtung von sozialen und bezahlbaren Wohnungen gefordert.
Zahl der Neubauten auf Tiefstand seit 2012
Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland eine so geringe Anzahl an Wohnungen fertiggestellt wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Laut dem Statistischen Bundesamt sind 206.600 Einheiten errichtet worden, was einem Minus von 18 Prozent oder 45.400 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr gleichkommt. Das war gleichzeitig der niedrigste Stand seit 2012. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ging somit das zweite Jahr in Folge markant zurück. Die Konsequenzen des stockenden Wohnungsbaus sind gerade in Metropolregionen wie Köln deutlich zu spüren, wo es an erschwinglichem Wohnraum mangelt.
Bei einem jährlichen Bedarf von etwa 400.000 zu bauenden Wohnungen hat sich laut den Verbänden und der IG BAU im Zeitraum zwischen 2022 und 2025 ein Defizit von mehreren hunderttausend Einheiten ergeben. Hinzu kommen im Geschosswohnungsbau die langen Zeitspannen von der Genehmigung bis zur Fertigstellung, die momentan circa 34 Monate ausmachen. Eine schnelle Kehrtwende würde sich aus diesem Grund erst mit erheblicher Verzögerung in den Fertigstellungsstatistiken niederschlagen. (dpa/red)
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