Wer sich selbstständig machen will, kann sich bei Köln-Business beraten lassen. Dort entlarvt man auch schnell typische Anfängerfehler.
Kölner Expertin„Wer mit einer Coachingfirma startet, kann keine 2000 Euro Tagessatz verlangen“

Idee zur Selbstständigkeit? Köln-Business berät Neugründer.
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Frau Behnke, Sie beraten Kölnerinnen und Kölner, die sich selbstständig machen wollen. Warum kommen die Leute zu Ihnen? Weil sie Gründergeist verspüren oder in einer beruflichen Notlage stecken?
Tanja Behnke: Die meisten kommen tatsächlich mit Lust aufs Gründen. Die berufliche Situation ist dabei sehr gemischt: Einige sind noch angestellt und bereiten parallel ihre Selbstständigkeit vor, viele haben ihr Angestelltenverhältnis gerade beendet und gründen im Anschluss. Was Alter und Geschlecht betrifft, ist die Gruppe tatsächlich sehr heterogen. In unserer Beratung ist das Alter der Gründerinnen und Gründer sehr durchmischt. Laut KfW‑Gründungsmonitor liegt das durchschnittliche Gründungsalter bundesweit bei knapp 35 Jahren.

Gründungsberaterin Tanja Behnke sagt: „Der Einstieg in die Selbstständigkeit, insbesondere die Kundengewinnung zu Beginn, ist nicht leicht.“
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Und wie sieht es mit den Ideen aus? Wie kreativ sind die Kölnerinnen und Kölner da?
Die meisten Menschen, die gründen, tun das in dem Bereich, in dem sie fachlich qualifiziert sind. Wer also angestellter Friseur war, gründet einen Friseursalon. Wer als IT-Entwickler tätig war, bietet seine Programmierdienstleistungen selbstständig an. Es ergibt häufig Sinn, im vertrauten Berufsfeld zu starten, weil man dort bereits über ein Netzwerk und über Expertise verfügt und der Einstieg in die Selbstständigkeit dadurch erleichtert wird. Beim Gründerstipendium ist es etwas anders. Da geht es wirklich um Innovation. Zuletzt wurde da beispielsweise eine Existenzgründung prämiert, die die Vergabe von Visa erleichtert.
Wer gründen will, muss erst einen Businessplan schreiben. Das klingt abschreckend. Welche typischen Fehler sehen Sie da?
Zunächst muss man wissen, dass ein Businessplan zwei Teile hat: Einmal muss man das Geschäftsmodell beschreiben, im Weiteren dann einen Finanzplan ausarbeiten. Manchen fällt es schwer, die Marktchancen genau zu recherchieren. Da fehlt dann beispielsweise eine genaue Beschreibung der Zielgruppe, eine Standortanalyse oder der Wettbewerb ist nicht ausreichend analysiert. Manchmal sehen wir auch völlig übertriebene Erwartungen bei der Preisgestaltung und bei Umsatzprognosen. Man sollte zunächst eher konservativ planen, da der Einstieg in die Selbstständigkeit, insbesondere die Kundengewinnung zu Beginn, nicht leicht ist.
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Brauchen Gründer Startkapital?
Das kommt darauf an. Wer ein Café aufmachen will, muss in Inventar und Räumlichkeiten investieren, das kostet. Wer aber ein digitales Business aufbaut, kann die Startkosten oft geringhalten und braucht vielleicht nur einen Laptop. Bekommt man dann noch einen Gründungszuschuss, benötigt man wenig finanziellen Puffer. Dennoch sollte man nicht blauäugig sein: Die Krankenkasse will plötzlich den vollen Beitrag, weil der Arbeitgeberanteil wegfällt. Die Einkommens- und Umsatzsteuer muss man auch im Blick behalten, sonst wird es schnell ungemütlich. Und auch die Altersversorge darf man nicht vergessen. Automatisch abgesichert ist man als Selbstständiger nämlich nicht mehr.
Tanja Behnke ist Gründungsberaterin bei Köln-Business. Als zertifiziertes Startercenter NRW ist die Wirtschaftsförderung zentrale Anlaufstelle für alle, die in Köln den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchten. Köln-Business bietet kostenlose Beratung zu Businessplan, Finanzierung und Fördermitteln sowie Unterstützung beim Netzwerkaufbau.

