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Neue PläneDeutsche Bahn will zwei Strecken ab Köln stärker takten

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Symbolbild

  1. In Berlin hat die Deutsche Bahn neue Produkte und ihre Pläne für die kommenden Jahre vorgestellt.
  2. Zum Fahrplanwechsel Mitte März gibt es auch für Köln einige Neuerungen.
  3. Vor allem auf zwei Strecken werden neue Züge eingesetzt.

Berlin – Bahnchef Richard Lutz steht mal wieder mächtig unter Druck bei der Leistungsschau des Staatskonzerns im Berliner Instandhaltungswerk Grunewald. Doch auf das Ultimatum des Bundesverkehrministers, der von ihm bis zum 14. November konkrete Ergebnisse verlangt, wie er den Investitionsstau, Zugausfälle und Verspätungen in den Griff kriegen will, geht er nur indirekt ein.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir eine gewisse Zeit brauchen, bis die Bahn besser und die Schiene stärker wird“, sagt er zum Auftakt der Produktschau und in diesen Worten schwingen 25 Jahre Bahnerfahrung mit. Der Ausbau der Infrastruktur, die Einführung des Deutschlandtaktes mit halbstündigen ICE-Verbindungen zwischen den Metropolen und der Anschluss aller Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern an das IC-Netz wird nicht von heute auf morgen gelingen. Das weiß auch der CSU-Politiker Andreas Scheuer. Lutz gibt sich selbstbewusst, weil „nach über 180 Jahren die Eisenbahn wiederentdeckt wird“ und völlig klar ist, „dass die dringend notwendige Klimawende ohne Mobilitätswende“ nicht zu schaffen ist.

30 Prozent mehr Kapazität bei der Infrastruktur zu schaffen, „gemeinsam mit dem Bund“, lasse sich allein durch dreistellige Milliardenbeträge nicht erreichen. „Damit die starke Schiene Realität wird, braucht es Menschen, die für ihren Job brennen“, sagt der Bahnchef und lobt die 200.000 Mitarbeiter des Konzerns, die sich unter schwierigen Bedingungen dieser Aufgabe täglich stellen müssen. Ihnen gilt sein Dank „in Zeiten, wo nicht alles perfekt ist und wir dem Kunden nicht alles liefern, was wir versprochen haben“.

In Berlin zeigt die Bahn, wie sie sich in den kommenden Jahren auf allen Gebieten zum Mobilitätsdienstleister wandeln will, der pro Jahr fünf Millionen Autofahrten, 14.000 Flugreisen und eine Milliarde Pendler zusätzlich auf die Schiene bringen will. Bundesweit. Köln, das Rheinland und Nordrhein-Westfalen spielen dabei eine zentrale Rolle. Auch wenn der Ausbau des Bahnknotens mit dem Nadelöhr Kölner Hauptbahnhof noch mindestens bis 2030 andauern wird, sollen die 15 Einzelbausteine, die er beinhaltet, Zug um Zug für Verbesserungen sorgen.

Mehr Züge im Fernverkehr

Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember wird zwischen Köln und Hamburg die Taktfrequenz erhöht, IC-Verbindungen auf ICE umgestellt. Durch den Einsatz von Verstärkerzügen und fünf Sprintern wird sich das Angebot von und nach Köln deutlich erhöhen.

Überdies hat die Bahn den Kauf von 30 neuen ICE-Zügen ausgeschrieben, die Tempo 300 fahren können. Ab Dezember 2022, so der Plan, sollen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt nur noch Doppelzüge fahren. „Wir hoffen, dass wir die Züge dann schon zur Verfügung haben“, sagt Matthias Feil vom DB Fernverkehr.

„Von und nach Hamburg hätten wir gern noch mehr ausgebaut, haben aber leider nicht alle Trassen bekommen, die wir uns gewünscht haben“. Das liegt auch daran, dass dort mit dem Flixtrain der einzige private Konkurrent der DB im Fernverkehr unterwegs ist.

Bundesweit wartet die Bahn händeringend auf neue Fahrzeuge. Derzeit wird alle drei Wochen ein neuer ICE 4 in Betrieb genommen, insgesamt werden es 137 sein. Beim spanischen Hersteller Talgo hat die Bahn neue Eurocityzüge bestellt, die ab 2023 auch zwischen Köln und Amsterdam fahren sollen.

Die neuen Reisezentren

Im Hauptbahnhof von Leipzig wird es gerade getestet, nach Köln und Düsseldorf soll das neue Reisezentrum auch kommen. Keine Wartenummern mehr ziehen und warten, bis ein Schalter frei wird. Weil der bloße Verkauf von Fahrkarten am Bahnhof immer weiter zurückgeht, sich längst ins Internet verlagert hat, werden die Reisezentren umgestaltet. Den klassischen Fahrkartenschalter wird es zwar künftig auch noch geben, doch im ersten Kontakt werden Bahnkunden auf einen Reiseberater stoßen, der versuchen wird, alle Fragen rund um die Bahnfahrt zu klären. So sollen kleinere Probleme wie Umbuchungen, Stornierungen oder einfache Auskünfte auf direktem Weg an neuen Terminals erledigt werden. Personal soll in den Reisezentren nicht eingespart werden. Die Aufgaben werden nur anders verteilt.

Bequemeres Umsteigen

Die Bahn hat Köln, Düsseldorf und weitere 70 Umsteigebahnhöfe bundesweit komplett über alle Ebenen dreidimensional digitalisiert, damit die Reisenden künftig verlässlich wissen, ob ihr Anschlusszug überhaupt erreicht werden kann. Die App soll sie in Echtzeit durch den Bahnhof leiten. Am Frankfurter Hauptbahnhof läuft derzeit ein Test. Sollte dieser erfolgreich sein, wird das System in den nächsten Jahren auf alle Umsteigebahnhöfe ausgerollt.

Der Vorteil: Reisende können ihr eigenes Profil anlegen, beispielsweise ihre Schrittgeschwindigkeit oder mögliche Gehbehinderungen, die beim Umstieg berücksichtigt werden müssen, weil Treppen ein Hindernis darstellen. Informationen wird es auch zu defekten Rolltreppen und Aufzügen geben. Die bange Frage, ob nach der verspäteten Ankunft des ICE aus Berlin kurz vor Mitternacht im Kölner Hauptbahnhof die Linie 16 der Kölner Verkehrs-Betriebe noch erreicht werden kann, wird sich dann so nicht mehr stellen. „Wir wollen das System natürlich noch ausweiten auf Taxis, Elektroroller, Carsharing. Unser Anspruch ist, dass wir eine komplette Mobilitätskette anbieten.“

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Ab 2020 soll das System auf den 72 Bahnhöfen nach und nach eingeführt, insgesamt 200 Bahnhöfe so digitalisiert werden, sagt Sebastian Frank vom DB Fernverkehr.

Ein Navi für den ÖPNV

Für Köln wäre es ein Segen, getestet wird es derzeit in verschiedenen Versionen in Berlin und Stuttgart: Mit Mobimeo will die Bahn den Menschen in den Ballungsräumen eine lückenlose Reisekette anbieten – mit allen Verkehrsmitteln, die zur Verfügung stehen oder gewünscht werden. Vom Zug über die Straßenbahn und den Bus bis hin zum Mietfahrrad, dem E-Scooter und dem Leihwagen. Mobimeo schafft keine neue Plattform, sondern hinterlegt den Service idealerweise bei dem Anbieter, den die Kunden bereits nutzen. In Berlin ist das die BVG, in Stuttgart der Verkehrsverbund. Die einzelnen Verkehrsmittel seiner Reisekette kann jeder Pendler über die App sofort buchen, der Gesamtpreis wird kalkuliert, so dass die Kosten vor Beginn der Fahrt zumindest grob feststeht. Mobimeo als Plattform der KVB – das wäre mal ein Fortschritt.