Abo

Zum Tod von Fritz Schramma„Er hätte sein letztes Hemd für diese Stadt gegeben“

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Circus Roncalli trafen sich die damalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker (Mitte) sowie ihre Vorgänger Jürgen Roters (links) und Fritz Schramma mit ihren Ehefrauen.

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Circus Roncalli trafen sich die damalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker (Mitte) sowie ihre Vorgänger Jürgen Roters (links) und Fritz Schramma mit ihren Ehefrauen.

Im Alter von 78 Jahren ist der frühere Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma am Montag nach schwerer Krankheit gestorben. 

Nach dem Tod des früheren Kölner Oberbürgermeisters Fritz Schramma (CDU, 2000 bis 2009) haben sich viele Menschen auf Anfrage geäußert, was sie an Schramma geschätzt haben und wie sie sich an ihn erinnern. Ein Überblick:

Kölns früherer OB Jürgen Roters.

Kölns früherer OB Jürgen Roters.

Jürgen Roters (SPD, Oberbürgermeister 2009 bis 2015): „Ich habe Fritz Schramma sehr geschätzt, vor allem wegen seiner Geradlinigkeit und seiner Nahbarkeit. Er hat mir seinerzeit den Übergang als sein Nachfolger sehr leicht gemacht, weil wir uns ständig ausgetauscht haben und vertrauensvoll miteinander gearbeitet haben. Das bleibt mir besonders in Erinnerung.“

Kölns frühere Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Kölns frühere Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Henriette Reker (parteilos, Oberbürgermeisterin von 2015 bis 2025): „Es ist immer traurig, wenn man einen Menschen verliert, den man kennengelernt und geschätzt hat. Die Nachricht kommt aufgrund seiner Krankheit nicht unvorbereitet. Fritz Schramma war ein leidenschaftlicher Kölner, der sein letztes Hemd für diese Stadt gegeben hätte.“

Hendrik Wüst (CDU, NRW-Ministerpräsident): „Nordrhein-Westfalen trauert um einen in besonderer Weise engagierten Kommunalpolitiker. Fritz Schramma hat seine Heimatstadt Köln über viele Jahre geprägt und sich mit großer Leidenschaft für die Menschen in Köln und die Entwicklung seiner Stadt eingesetzt. Sein Wirken hinterlässt Spuren weit über seine Heimat hinaus. Als Oberbürgermeister hat er in einer für Köln wichtigen Zeit Verantwortung übernommen und sich mit Tatkraft und Beharrlichkeit für den Zusammenhalt der Stadt und ihre Zukunft eingesetzt. Dabei war ihm der Dialog mit den Menschen immer besonders wichtig. Fritz Schramma stand für eine Politik, die zuhört, vermittelt und unterschiedliche Interessen zusammenführt.

Wir werden Fritz Schramma als einen in seine Heimat regelrecht verliebten Kölner, als engagierten Oberbürgermeister und als Menschen in Erinnerung behalten, dem das Wohl Anderer stets besonders wichtig war. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen.“

Kölns CDU-Vorsitzende Serap Güler.

Kölns CDU-Vorsitzende Serap Güler.

Serap Güler (Kölner CDU-Vorsitzende und Bundestagsmitglied): „Mit Fritz Schramma verliert Köln einen Menschen, dessen Leben auf besondere Weise mit unserer Stadt verbunden war. Er kannte Köln nicht nur aus dem Rathaus. Er kannte die Veedel, die Vereine und vor allem die Menschen. Fast fünf Jahrzehnte seines Lebens waren eng mit der CDU verbunden. Er war Ratsmitglied, Bürgermeister und schließlich neun Jahre lang Oberbürgermeister unserer Stadt. Dabei blieb er immer Fritz Schramma: nahbar, humorvoll, manchmal streitbar und mit einer tiefen Liebe zu Köln. Für dieses jahrzehntelange Engagement sind wir ihm sehr dankbar.“

Tayfun Keltek, Vorsitzender des Integrationsrates.

Tayfun Keltek, Vorsitzender des Integrationsrates.

Tayfun Keltek (seit 1989 Vorsitzender des Integrationsrates Köln, SPD): „Unsere Freundschaft besteht schon seit langer Zeit, auch bevor Fritz Schramme OB wurde. Wir sind ja beide Lehrer und kennen uns daher. Fritz Schramma war ein Mensch, der die Realitäten der Gesellschaft anerkannt hat und viele Nuancen im Blick hatte. Dadurch spaltete er nicht, sondern führte zusammen. Fritz Schramma konnte gut mit Menschen umgehen und war ein guter OB. Ich bedauere seinen Tod sehr und drücke seiner Familie mein Beileid aus.“

Bernd Petelkau (Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kölner Rat): „Fritz Schramma war Kommunalpolitiker mit Leib und Seele. Politik war für ihn nie abstrakt. Es ging ihm um seine Stadt und um die Menschen, die hier leben. Wer ihm begegnete, merkte schnell, wie sehr ihm Köln am Herzen lag. Er hat Verantwortung übernommen, auch in schwierigen Zeiten, und sich nie hinter seinem Amt versteckt. Über viele Jahre hat er die Arbeit unserer Fraktion und unserer Stadt entscheidend mitgeprägt.“

Torsten Burmester (SPD, Kölner Oberbürgermeister): „Mit Fritz Schramma verliert Köln einen ehemaligen Oberbürgermeister, dem die Menschen, die ihm begegneten, abnahmen, dass sein Amt für ihn nie nur ein Beruf, sondern – wie er selbst oft sagte – die Erfüllung eines Traums war. Die Stadt Köln ist Fritz Schramma zu großem Dank verpflichtet. Seine innere Haltung und sein Wirken waren und sind heute noch in vielen Bereichen beispielhaft.“

Martin Börschel (SPD-Fraktionschef im Rat, 2002 bis 2018): „Fritz Schramma liebte Köln und die Kölner – und litt manchmal auch an ihnen. Wir waren politisch nicht immer einer Meinung, aber man konnte sich immer sicher sein, dass er das Beste für seine Heimatstadt wollte. Insbesondere während der großen Koalition und der anschließenden 'Cohabitation' haben wir immer wieder belastbare Kompromisse gefunden und auch ein – hoffentlich gegenseitiges – Vertrauensverhältnis aufgebaut. Fritz, Köln hat Dir viel zu verdanken!“

Kirsten Jahn und Cyrill Ibn Salem (Vorsitzende der Kölner Grünen): „Mit Fritz Schramma verliert Köln einen Politiker, der diese Stadt mit ganzem Herzen vertreten hat. Unser Respekt gebührt ihm insbesondere dafür, dass er sich für das Zusammenleben der Religionen in Köln einsetzte, was zu seiner Zeit keine Selbstverständlichkeit war. Auch nach seiner Amtszeit zog er sich nicht zurück, sondern stand bis zuletzt öffentlich für seine Überzeugungen ein. Unser herzliches Beileid gilt seiner Familie und seinen Liebsten.“

Nathanael Liminski (NRW-Minister und Bezirksvorsitzender der CDU Mittelrhein): „Fritz Schramma war Kölner Lokalpatriot mit Leib und Seele. Das Beste für seine Heimatstadt und die Menschen, die hier leben – das war für ihn eine Lebensaufgabe. Er hatte sein Herz am richtigen Fleck und hat sich mit großer Leidenschaft für Köln und die Menschen im Rheinland eingesetzt. Auf seine Ehrlichkeit und sein offenes Wort konnte man sich immer verlassen – verbunden mit einem herzlichen Umgang, der ihn als Menschen ebenso ausgezeichnet hat wie sein politisches Engagement. Ich bin in Gedanken bei seinen Angehörigen.“

Die SPD-Doppelspitze Andre Schirmer und Claudia Walther.

Die SPD-Doppelspitze Andre Schirmer und Claudia Walther.

Claudia Walther und Andre Schirmer (Kölner SPD-Vorsitzende): „Fritz Schramma war über viele Jahre eine prägende Persönlichkeit der Kölner Kommunalpolitik. Besonders sein Einsatz für das Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Religionen war zu seiner Zeit alles andere als selbstverständlich und verdient bis heute Anerkennung. Über Parteigrenzen und politische Unterschiede hinweg würdigen wir seinen Einsatz und seine Verbundenheit mit unserer Stadt. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freundinnen und Freunden und allen, die ihm nahestanden.“

Norbert Fuchs (SPD, früherer SPD-Bezirksbürgermeister Mülheim, 1989 bis 2025): „Fritz Schramma und ich haben immer gut zusammengearbeitet. Er hat die Stadt Köln mitgeprägt in seiner Amtszeit.“

Christian Joisten (Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kölner Rat): „Fritz Schramma hat als Ratsherr, Bürgermeister und Oberbürgermeister über viele Jahre Verantwortung für unsere Stadt getragen. Wir haben politisch nicht immer dieselben Positionen vertreten, aber uns verband der Anspruch, Köln voranzubringen. Für seinen langjährigen Einsatz für unsere Stadt gebühren ihm unser größter Respekt und unsere Anerkennung. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen.“

Lutz Schade (Präsident des Festkomitee Kölner Karneval): „Mit Fritz Schramma verliert Köln einen Menschen, der den Karneval nicht nur unterstützt, sondern von Herzen gelebt hat. Als Oberbürgermeister und weit darüber hinaus war er unserem Brauchtum eng verbunden und bei Sitzungen und Zügen ein vertrautes Gesicht. Dabei suchte er nie die erste Reihe: Am wohlsten fühlte er sich mitten unter den Jecken – nahbar, herzlich und mit echter Freude am Fastelovend. Für seine Verbundenheit mit dem Kölner Karneval sind wir ihm sehr dankbar und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.“

Ludwig Sebus (Sänger): „Wir haben am Samstag noch telefoniert, und er wollte am 5. September zu meinem 101. Geburtstag kommen“, zeigte sich Sänger Ludwig Sebus überrascht. Er kannte Fritz Schramma seit dessen Geburt, Schrammas Mutter aus gemeinsamen Schulzeiten. Beide Familien sind eng miteinander verbunden. „Fritz war ein Mensch des Ausgleichs“, würdigte Sebus seinen Freund.

Jochen Dürselen (Vorstand der Kölner Opferhilfe): „Fritz Schramma war ein Mensch und ein Freund mit Haltung, Herz und großer Verbundenheit zu seiner Stiftung Kölner Opferhilfe. Sein Wirken hat den gesamten Vorstand und das Kuratorium immer wieder hin zu den Menschen geleitet, die Hilfe benötigten. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau Ulla, seiner Tochter Claudia. Wir werden unseren Freund Fritz Schramma als engagierten Kölner, als Persönlichkeit mit großem Verantwortungsgefühl und vor allem aber als Menschen in Erinnerung behalten, der aus einem persönlichen Schicksal Kraft für andere geschöpft hat. Möge er in Frieden ruhen.“

Paul Böhm (Architekt, unter anderem der Zentralmoschee in Ehrenfeld): „Mit großer Bestürzung habe ich vom Tod von Fritz Schramma erfahren. Ich hatte die Ehre, ihm sowohl während seiner Amtszeit als Oberbürgermeister als auch in den Jahren danach mehrfach zu begegnen. Sein Amt verstand er stets als eine Aufgabe von höchster Verantwortung zum Wohle seiner Stadt – eine Haltung, die er mit unermüdlicher Leidenschaft und großer Ausdauer auch nach seiner Amtszeit erfüllt hat.“

Jörn Stobbe (Präsident 1. FC Köln): „Der 1. FC Köln ist in tiefer Trauer über den Tod seines Ehrenmitglieds Fritz. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen. Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf seinen unermüdlichen und erfolgreichen Einsatz für unsere Stadt, die Stadtgesellschaft und den Ausbau des Rhein-Energie-Stadions zurück. Sein Wirken wird unvergessen bleiben.“

Hanns-Jörg Westendorf (Präsident SC Fortuna Köln): „Fritz Schramma war der Fortuna über viele Jahre eng verbunden. Die Freundschaft zu Klaus Ulonska war dabei etwas ganz Besonderes und hat auch seine Beziehung zu unserem Verein geprägt. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Ulla und seiner Tochter und seinen Angehörigen. Wir wünschen ihnen in dieser schweren Zeit viel Kraft.“

Boris Müller (Sprecher der Roten Funken): „Mit Fritz Schramma „Gineral Schrom“ verlieren wir Rote Funken nicht nur ein hochgeschätztes Ehrenmitglied, sondern einen echten und wahren Freund unseres Korps, der den Funken und dem Kölner Karneval über viele Jahrzehnte sehr eng verbunden war. Köln verliert mit ihm einen großen Kölner, der unsere Stadt als Oberbürgermeister mit Herz, Haltung und kölscher Lebensart geprägt hat – wir werden Fritz ein ehrendes Andenken bewahren.“

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) als Betreiberin der Zentralmoschee: „Mit großer Trauer haben wir vom Tod des früheren Kölner Oberbürgermeisters Dr. Fritz Schramma erfahren. Im Namen des Ditib-Bundesverbandes sprechen wir seiner Familie, seinen Angehörigen, seinen Weggefährten sowie der Stadt Köln unser tief empfundenes Beileid aus. Für die Ditib und für viele Musliminnen und Muslime in Köln bleibt sein Name in besonderer Weise mit der Entstehungsgeschichte der Kölner Zentralmoschee verbunden, da er sich intensiv für den Bau der Kölner Zentralmoschee eingesetzt hat. Er hat damit ein Zeichen gesetzt, das weit über ein einzelnes Bauprojekt hinausreicht, wofür wir ihm als Ditib und als Muslime in Deutschland für immer dankbar bleiben werden.“