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Nach sieben JahrenDas Hotel am Chlodwigplatz ist fertig saniert

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Das Hotel am Chlodwigplatz ist fertig. Nach sieben Jahren sind nun auch die letzten Zimmer fertig saniert. Die Betreiber wollten einen lebendigen Treffpunkt schaffen. 

Das Hotel am Chlodwigplatz, das streng genommen nicht am Chlodwigplatz liegt, sondern an der Ecke Merowinger-/Elsaßstraße, ist im buchstäblichen Sinne ein Urgestein in der Südstadt. Das haben Sebastian Effinger und Manuel Berninger leidvoll erfahren. Vor sieben Jahren begannen sie, das Gebäude, das aus dem Jahr 1850 stammt, zu sanieren. „Wir waren komplett naiv“, erzählt Sebastian Effinger, der im Veedel lebt und sich beim täglichen Vorbeigehen in das Eckgebäude verguckte. Genau wie sein Freund Manuel Berninger, der als Designer und Fotograf ein Atelier in der Elsaßstraße betreibt.

In einem hellen Zimmer steht ein Bett, in einer Nische ist ein Waschbecken, darunter ein Toiletten-Regal.

Die Zimmer sind hell und freundlich, mit Holzböden und originellen Lösungen für die Badezimmer-Platz-Problematik.

„Ich hatte das Gebäude schon lange unter Beobachtung und Kontakt zum Betreiber-Ehepaar Heinen“, erzählt Effinger weiter. Als die beiden, die hoch in den 80ern waren, dann aufhörten, schlug die Stunde der beiden Freunde, die sich über ihre Kinder kennenlernten, die dieselbe Schule besuchen. Sie gründeten gemeinsam die Arme-Ritter-GmbH und stürzten sich in die Sanierung. Vor allem Berninger, der an der TH um die Ecke Design studiert hatte, brachte die Fantasie mit, die es braucht, um aus einem alten Kasten aus dem Jahr 1850 mit Zimmern im 80er-Jahre-Stil ein modernes City-Hotel zu machen.

Altbaujuwel im Herzen der Kölner Südstadt empfängt Gäste aus aller Welt und der Nachbarschaft

„Wir wollten das historische Gebäude zur Straße hin öffnen. Die Gardinen waren ja immer zugezogen, die Fenster mit Eisenspitzen gegen Einbruch gesichert. Das Ganze wirkte wie eine Trutzburg und nicht wie ein Gasthaus“, erzählt Berninger. Die Vision der beiden Südstädter aber war eine andere. Deshalb haben sie als Erstes ein Café in der ehemaligen Rezeption eingerichtet. 

Zwei Männer stehen auf der mit Teppich belegten Treppe eines Hotels. An den Wänden hängen altertümlich anmutende Bilder.

Das enge Treppenhaus war bei den Möbelschlepp-Aktionen eine besondere Herausforerung.

„Als Corona kam, dachten wir, das sei jetzt ein guter Zeitpunkt, um alle Böden zu machen. Später merkten wir dann, dass wir uns besser erstmal um die Badezimmer gekümmert hätten.“ Schließlich waren diese eine besondere Herausforderung, besonders in der vierten Etage, wo die Grundrisse nur Mini-Bäder zuließen. „Wir suchten nach dreieckigen Duschtassen, weil es anders nicht passte.“ Für den Umbau verwendeten sie hauptsächlich Naturmaterialien: viel Holz, Lehmfarben für die Wände und Matratzen aus Biokautschuk. 22 Betten trugen sie raus aus dem Gebäude, 22 neue wieder rein. „Das Treppenhaus ist seitdem für mich so was wie ein Trauma“, sagt Sebastian Effinger augenzwinkernd. Sie haben es mit den Bildern dekoriert, die einst in den Zimmern hingen. Wegen des Vintage-Charmes. 

Hinter rot-weißen Absperrvorrichtungen ist ein grünes Eckgebäude zu sehen, vor dem Haus sitzen Menschen an Café-Tischen.

Das markante, grün getünchte Eckhaus mit dem Ritter an der Fassade ist auch dank des Cafés im Erdgeschoss ein lebendiger Veedelstreffpunkt geworden.

Die gesamte Sanierung vollzogen sie im Betrieb. Nach dem Lockdown nahmen sie sofort wieder Buchungen an. „Es musste ja immer Geld hereinkommen, wir sind ja keine Investoren mit endlosen Mitteln.“ Einiges an Geld und vor allem viel Eigenleistung steckten sie in das Altbaujuwel, das nun Gästen aus aller Welt und der Nachbarschaft 18 Zimmer und zwei Apartments bietet. 

„Wir erleben oft, dass Anwohner ihre Eltern oder Kinder unterbringen wollen, die zu Besuch kommen. Die können auch gerne direkt bei uns buchen.“ Zwar sind sie auch auf Onlineportalen gelistet, doch seien die Gebühren dort relativ hoch.

In einem Kellerraum mit weiß getünchten Wänden stehen Stühle und Tische vor einer kleinen Bühne.

Nach sieben Jahren Renovierungsarbeiten ist das Hotel am Chlodwigplatz komplett fertig.

Eine Besonderheit ist das Zimmer 406. „Das lag im Keller und wurde tatsächlich vermietet. Während der Renovierung nutzten wir es als Werkstatt“, erzählt Effinger. Jetzt ist es ein Veranstaltungsraum mit Discokugel und Bühne. Hier treten Bands auf oder Comedians oder ein Mitsing-Duo aus Brühl. „Wir können uns auch vorstellen, den Raum für Live-Podcasts oder Firmen-Events zu vermieten. Mit Livestream können dann auch Leute von zu Hause teilnehmen. Und wenn gerade kein Event ist, stellen wir eine Tischtennisplatte auf. Draußen ist es ja oft zu windig zum Spielen“, erklärt Effinger. Außerdem soll das Hotel ja ein Treffpunkt für alle im Veedel sein. Ein echtes Kleinod, das lebt. 


Hotel am Chlodwigplatz, Merowingerstraße 33, 50677 Köln, www.hotel-am-chlodwigplatz.de