Seit Mitte Juli sitzen dutzende Sportboote und Jachten im Kölner Rheinauhafen fest – die Stimmung unter den Bootsbesitzern ist gedrückt.
„Haben wir noch nie gesehen“Kölner Sporthafen verpasst Großteil der Saison
Braun-grüner Schlamm, von tiefen Rissen durchzogen, teils trockener, teils matschiger – so sieht das Hafenbecken des Rheinau-Sporthafens derzeit aus. Normalerweise liegen die Sport- und Luxusboote hier schaukelnd im Wasser. Aber das anhaltende Niedrigwasser des Rheins hinterlässt auch im Hafenbecken sichtbare Spuren.
Schon seit Wochen setzt das extreme Niedrigwasser im Rhein die Schifffahrt unter Druck. Fähren stehen still, Ausflugsschiffe können nicht mehr alle Strecken befahren, Transporte werden teurer, Frachtschiffe können nur noch einen Bruchteil ihrer regulären Ladung transportieren oder stecken gar auf Sandbänken fest.

Der Rhein führt weiter Niedrigwasser. Das ist im Rheinauhafen unübersehbar.
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Doch auch die Freizeitschiffer spüren die Folgen der Trockenheit. Bereits seit Mitte Juli sitzen dutzende Sportboote und Jachten im Kölner Rheinauhafen buchstäblich fest. Weil der Pegel des Rheins auf Rekordtiefs gesunken ist, liegt der Hafenboden im flacheren Hafenbecken großflächig trocken. Die Boote stecken tief im Schlamm fest. Ein Ausfahren ist unmöglich, ohne die Antriebe oder das Kühlsystem durch eingesaugten Schlamm oder Steine schwer zu beschädigen, erklärt Christiaan Boog aus dem Vorstand des Kölner Autbord- und Motoryachtclub e.V. (KAMC).
Wirtschaftlicher Ausfall durch fehlende Gäste
Mindestens genauso tragisch ist aus seiner Sicht aber, dass externe Besucher nicht in Köln anlegen können: „Das Hauptproblem ist gar nicht, dass wir nicht fahren können“, sagt Boog. „Wir betreiben die Rheinau-Sporthafen Köln GmbH, und deren gesamte Saison ist dieses Jahr praktisch ausgefallen. Normalerweise haben wir zahlreiche Liegeplätze für Gastlieger, die hier anlegen, die Bootstankstelle nutzen und Köln besuchen. Das fällt dieses Jahr komplett weg.“ Damit brechen dem Betreiber wichtige Einnahmen weg. Denn neben den festen Liegeplatzverträgen, seien die Tankstelle und Gastlieger eine „erhebliche Einnahmequelle“ für die RSK GmbH, sagt Boog. Dementsprechend stark spüre die Gesellschaft die Auswirkungen des Niedrigwassers.
Die Stimmung unter den Freizeitschiffern ist entsprechend gedrückt. „Nächste Woche Samstag wäre eigentlich unsere traditionelle Saisonabfahrt gewesen. Normalerweise fahren wir dabei mit 15 bis 20 Booten in Kolonne und machen eine kurze Abschlussfahrt zum Saisonende. Aufgrund der aktuellen Lage muss diese Veranstaltung zum ersten Mal seit Jahrzehnten abgesagt werden“, berichtet Boog. Ein Ehepaar, das sein Boot im Rheinauhafen liegen hat, betont: „So etwas haben wir noch nie gesehen. Wir haben unser Boot zwar erst seit zwei Jahren hier, aber das ist besonders.“
Keine Schäden am Boot – aber Motoren müssen ruhen
Immerhin gibt es für die Bootsbesitzer eine kleine Entwarnung: Die allermeisten Boote erleiden durch das Aufliegen auf dem Grund keine wesentlichen Schäden. „Das liegt an dem sehr weichen Schlammboden im Rheinauhafen. Vor allem Boote mit Außenbordmotoren sind gar nicht gefährdet“, erklärt Boog. Allerdings warnt er ausdrücklich davor, die Motoren in der aktuellen Lage zu starten: Wird Schmutz oder Schlick in die Kühlwasserkreisläufe gesaugt, drohen teure Motorschäden.
Für eine sichere Ein- und Ausfahrt der meisten Sportboote und Yachten ist ein Kölner Pegelstand von mindestens einem Meter erforderlich. Aktuell liegt der Wert jedoch bei gerade einmal rund 50 Zentimetern. Auch die Prognosen für die kommenden Tage lassen vorerst keine nachhaltige Besserung erkennen.
