Seit den 1980er Jahren fotografiert Höfer Innenräume von Bibliotheken, Archiven, Museen, Opernhäusern, Theatern, Kirchen und Universitäten.
150 aus 150Candida Höfer wurde mit Fotografien von Innenräumen berühmt

Die Fotografin Candida Höfer
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 94. Teil der Serie geht es um die Fotografin Candida Höfer.
Bedeutung
Candida Höfer ist eine der anerkanntesten Avantgardefotografinnen weltweit, berühmt für ihre großformatigen Präsentationen von Innenräumen. Den Anstoß zur Fotografie gab eine Rolleiflex, die sie 1962 als Weihnachtsgeschenk von ihren Eltern erhielt. 1963 bis 1964 absolvierte sie ein Volontariat im Studio von Walde Huth und Karl Hugo Schmölz in Marienburg. Dann studierte sie bis 1968 künstlerische Fotografie an den Kölner Werkschulen, arbeitete anschließend frei und rekonstruierte zwei Jahre in Hamburg die Technik der Daguerreotypie. Erste Arbeiten entstanden 1968 in Liverpool.
Candida Höfer
Geboren: 4. Februar 1944 in Eberswalde
Von 1973 bis 1982 absolvierte sie ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie, zuerst bis 1976 Film, dann Fotografie bei dem berühmten Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher. In den 1970er Jahren widmete sie sich fotografisch dem Leben türkischer Migranten in Deutschland. Diese Aufnahmen wurden in ihrer ersten Einzelausstellung gezeigt. Seit den 1980er Jahren porträtiert Höfer Innenräume von Bibliotheken, Archiven, Museen, Opernhäusern, Theatern, Kirchen und Universitäten. Die Bilder der öffentlichen und halböffentlichen Gebäude laden zum Verweilen und zu ständig neuen Entdeckungen ein. Höfer zeigt Orte der Begegnung, des Wissens und der Entspannung.
Die Aufnahmen dienen weniger der Dokumentation von Architektur, sondern vielmehr ihrer Funktion. Dabei wirken sie perfekt inszeniert. Höfer manipuliert die Räume aber nicht, sondern zeigt sie so, wie sie sind. Für Höfer selbst strahlen Innenräume „Schönheit und Charakter“ aus. Dabei sind die Fotografien auch ein Gedächtnis der Kultur. 1997 bis 2000 hatte sie eine Professur für Fotografie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe inne.
Wirken in Köln
Ihr Foto „Wartesaal“ 1981 spiegelt die nüchterne Atmosphäre mit dem in die Jahre gekommenen Ambiente des ehemaligen Restaurants im Kölner Hauptbahnhof vor dem Umbau wider.
Bemerkenswert
2003 vertrat sie Deutschland bei der Biennale in Venedig in einer außergewöhnlichen Doppelausstellung mit Arbeiten von Martin Kippenberger.
Spuren in der Stadt
2004 gründete die in Köln lebende Fotografin hier eine Stiftung zur Förderung der Fotografie. Den „Cologne Fine Art“-Preis erhielt sie 2015.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
