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150 aus 150Navid Kermani gilt als einer der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart

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Navid Kermani bei einem Treffen mit dem Erzbischof Jacques Mourad (kath. Kirche in Syrien) im März 2025.

Navid Kermani bei einem Treffen mit dem Erzbischof Jacques Mourad (kath. Kirche in Syrien) im März 2025.

Seine literarischen Arbeiten thematisieren Grenzerfahrungen der menschlichen Existenz. Als Wissenschaftler setzt er sich mit dem Islam auseinander.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 82. Teil der Serie geht es um den Schriftsteller Navid Kermani.

Bedeutung

Der Schriftsteller, Essayist und Orientalist Navid Kermani ist einer der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart. Bereits als Jugendlicher schrieb er für die „Westfälische Rundschau“. Er studierte in Köln, Kairo und Bonn Islamwissenschaften, Philosophie und Theaterwissenschaft. Zeitgleich war er für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und als Dramaturg tätig. 1999 promovierte er in Bonn, 2005 folgte die Habilitation. 2000 bis 2003 war Kermani Long Term Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Dort beschäftigte er sich mit dem Verhältnis von Judentum und Islam und schlug eine jüdisch-islamische Akademie vor.


Navid Kermani

Geboren: 27. November 1967 in Siegen


2002 erschien sein erster Roman, seitdem arbeitet er als freier Schriftsteller. Kermani erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2015 den „Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“. Seine literarischen Arbeiten thematisieren die Grundfragen und Grenzerfahrungen der menschlichen Existenz. Als Wissenschaftler setzt er sich mit dem Islam, dem Nahen Osten und dessen Verhältnis zum Westen auseinander. Er berichtet als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten. In Reden und Beiträgen nimmt er Stellung zu politischen und gesellschaftlichen Debatten. 2014 hielt er im Bundestag die Festrede zum 65. Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes.

Wirken in Köln

Kermani lebt seit 1988 in Köln und kommentiert häufig Themen der Großstadt. 2026 veröffentlichte er die Anthologie „Köln. E Jeföhl“. Im Alter von vier Jahren begann seine Fan-Liebe zum 1. FC Köln, dessen Mitglied er ist. Er war Ideengeber der Akademie der Künste der Welt, die von 2012 bis 2025 bestand. 2017 bis 2020 war er Dozent an der Kunsthochschule für Medien. Nach der Silvesternacht 2015 initiierte er die „Kölner Botschaft“, die eine Nulltoleranz gegenüber sexueller Gewalt und ein striktes Nein zu Fremdenfeindlichkeit formulierte.

Bemerkenswert

1994 gründete Kermani in Isfahan, der Heimatstadt seiner Eltern, ein internationales Kulturzentrum, das 1997 infolge der politischen Entwicklung geschlossen werden musste.

Spuren in der Stadt

Seit 2006 moderiert Kermani mit Guy Helminger den Literarischen Salon im Stadtgarten. Er ist Gastautor des „Kölner Stadt-Anzeiger“. 2012 erhielt er den Kölner Kulturpreis.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.