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Die ganze Welt am Rhein48 Nationen, eine Stadt – so viel WM steckt in Köln

3 min
Fußballfans

Menschen aus 48 Nationen fiebern in Köln mit ihren Teams. 

Das große Fiebern hat begonnen, die WM läuft: Wir haben ermittelt, wie stark die WM-Nationen in der Kölner Bevölkerung vertreten sind.  

Die Fußball-WM in Zahlen? Für Köln? Wie wär’s mit dieser: 1098. Yes! Oder besser: Si! Denn so international wie nie die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft mit 48 Teilnehmernationen vonstattengeht, so bunt ist die Bevölkerungsstruktur Kölns. 1098, das ist die Zahl der Menschen mit mexikanischem Migrationshintergrund, die in dieser Stadt leben, neben Deutsch mindestens Spanisch sprechen – und die mit dem Auftaktsieg gegen Südafrika am Donnerstagabend einen tollen WM-Start feierten.

Streng nach den Zahlen der Kölner Bevölkerungsstatistik waren entsprechend 425 hiesige, unterlegene Südafrikaner angesichts von null Toren, null Punkten und zwei Roten Karten fürs Erste bedient. Auch für das zweite Vorrundenspiel der Gruppe A lassen sich die lokalen Kräfteverhältnisse exakt darstellen: 1186 Kölner Südkoreaner gegenüber 1714 Kölner Tschechen – auf dem Platz in Guadalajara stand es am Ende 2:1.

Alle Nationen in Köln vertreten

Die ganze Welt in Köln: Das war auch bei den vergangenen großen Turnieren zu beobachten. Von jedem und jeder ist was dabei. Iraker (16966) und Österreicher (3920), Kongolesen (1080) und US-Amerikaner (4069), Schweizer (1758) und Japaner (981), Spanier (6523) und Franzosen (5948).

Die Tabelle weist auch 562 Usbeken, 547 ecuadorische deutsche Gruppengegner, 60 Haitianer, 38 Leute aus Katar und immerhin 16 Menschen mit Wurzeln in Kap Verde nach. Und nicht zu vergessen: die Türken. 92281 leben in Köln, damit sind sie die zweitstärkste Nationalität nach den Deutschen.

Ein „Türkiye“-Anhänger ist dabei erneut das mobile Kölner Symbol der Völkerverständigung: Halil Cetin, seit vielen Jahren Straßenverkäufer von „Express“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“, montiert zu jedem Turnier – ob die Türkei dabei ist, oder nicht – die Fahnen aller Teilnehmer auf das Dach seines VW Passat und zeigt damit auf seinen Fahrten Herz und Flagge.

Halil Cetin vor seinem WM-Auto

Halil Cetin geht wieder multinational auf Fahrt.

„Diesmal ist es mit 48 Ländern schon etwas eng geworden auf dem Auto, aber es hat geklappt mit der Konstruktion“, erzählt er und ist voller Vorfreude – hat er doch Tickets für zwei Vorrundenspiele der Türkei, gegen Paraguay (380 Dollar) und gegen den Gastgeber USA (750 Dollar). Über Frankfurt geht es in wenigen Tagen nach Los Angeles.

Keine Daten zu Deutschlands Auftaktgegner

Auf eine Nachfrage bei der Stadt Köln, was denn eigentlich mit den Curacaoern ist, Deutschlands Auftaktgegnern aus der Karibik, erfährt man. Diese Menschen sind statistisch nicht genau erfasst, denn sie haben wegen der Zugehörigkeit zu den Niederlanden entsprechende Pässe.

Kompliziert wird es auch bei der Einordnung Schottlands, denn es gibt zwar erhebliche separatistische Kräfte, aber losgelöst vom britischen Königreich ist bis heute nur der schottische Fußballverband, gleiches gilt für Wales und Nordirland. So zählen die Schotten als Briten. Und davon gibt es in Köln 3728.

WM-Party in Köln: Am besten feiern alle mit

Köln ist zwar keine Weltstadt, aber auch hier gibt es ein „Little Portugal“ – das Vasco-da-Gama-Viertel an der Liebigstraße –, viele arabischstämmige Friseure in den Barbershops, den Latein- und Südamerikatreff „Café Especial“ in Deutz, wo am Donnerstagabend die Azteken-Party stieg, und viele Pubs. Beim Italiener sieht es diesmal allerdings mau aus, Italien ist bei der WM nicht dabei.

Die am Ende größte Party wünschen sich die deutschen Fans unterdessen natürlich in Schwarz-Rot-Gold. Und am besten feiern alle mit. Von aktuell 1 100 076 Kölner Bürgern haben 862 326 einen deutschen Pass.