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Arsch huhKölner Musik-Szene sprengt mit neuem Album sämtliche Vorurteile

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Einige Gesichter von Arsch huh mit dem neuen Album ‚‚Wachsam bleiben!".

Das neue Album ‚‚Wachsam bleiben!" der AG Arsch huh mischt die Kölner Musikszene auf.

Das neue Album zu 30 Jahre Arsch huh ist musikalisch vielseitig und politisch klar – 30 teils humorvolle aber auch ernste Songs beziehen deutlich Stellung. Neben der Gründergeneration sind nun auch junge Bands mit dabei.

„Wachsam bleiben!“ heißt das Album, das die AG Arsch huh 30 Jahre nach dem Konzert am Chlodwigplatz veröffentlicht hat. 30 Jahre, in denen die langlebigste und einflussreichste Musik- und Künstlerinitiative gegen Rechts in Deutschland Aktionen gemacht und Projekte unterstützt hat. Und in denen die Notwendigkeit, sich gegen Rassismus und Neonazis zu engagieren, immer noch groß ist.

Mit 30 teilweise fulminanten Songs sprengt die Kölner Musikszene sämtliche Vorurteile, sie könne nur Karneval und oberflächlich. Ob „Jröne Papajeie“ von Kasalla und Eko Fresh, „Mol die Veedel bunt“ von Miljö oder „Zesammestonn“ von Müller ist das kölsche Musik bester Machart.

Junge Bands bringen frischen Wind nach Köln

Überhaupt bahnt sich eine Staffelübergabe an: Mit Blick auf die Zukunft hat die Gründergeneration um Wolfgang Niedecken („Jeisterfahrer“), Arno Steffen („Jivv mer ding Hand“) oder Hannes Schöner („Mer wulle all et selve“) , beraten von Walter Pütz, zahlreiche junge Bands eingeladen. Herausgekommen ist ein vielseitiges Album, das für ein buntes, vielfältiges, weltoffenes Köln steht.

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Neu dabei sind etwa die Beer Bitches um Carolin Kebekus („Bes zum nächste Morje“), Fortuna Ehrenfeld mit „Das letzte Kommando“, Erdmöbel mit „Wir sind nicht das Volk“, Charly Klauser mit „Was in aller Welt“ oder OK Kid („Frühling Winter“).

Songs mit politischer Botschaft

Und die Musiker beziehen auch politisch deutlich Stellung. Etwa im wunderbaren „Schlaf gut mein Land“, einem berühmten Walzer von Schostakowitch, dem Brings einen Text verpasst haben. Oder in „Allein“ von Querbeat, die den Querdenkern humorvoll kräftig einschenken: „Deine Haltung sehnt sich nach Orthopädie ...“

Stark auch „Treibgut“ von Anke Schweitzer & Rolf Lammers, die ein Lied über Bootsflüchtlinge geschrieben haben: „Schon seit Jahren wartet Salma auf ein Leben ohne Zaun,/ klares Wasser und Würde bleiben ein Traum,/ ohne Sprache lebt jetzt Nelja, ohne Vater, der sie wiegt,/unter Fremden, die sie ansehen wie das Mädchen aus dem Krieg.“ AnnenMayKantereit bleibt dann „Die letzte Ballade“ zum Finale. Das Album ist ein Muss für jede Köln-Sammlung. (stef)

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