Schimmel, Asbest, kaputte HeizungVerwaltung kündigt Maßnahmen an – So geht es mit den Mietshäusern in Chorweiler weiter

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Den betroffenen Häusern in der Osloer Straße ist der beklagenswerte Zustand auch von außen anzusehen.

Den betroffenen Häusern in der Osloer Straße ist der beklagenswerte Zustand auch von außen anzusehen.

Nachdem die Verwahrlosung mehrerer Mietshäuser zuletzt weitere Kreise gezogen hatte, hat das verantwortliche Unternehmen nun erste Maßnahmen angekündigt. 

Inzwischen beschäftigen der bauliche Zustand und die Lebensbedingungen in den von der „Zentral Boden Vermietung und Verwaltung GmbH“ (ZBVV) verwalteten Mietshäusern in Chorweiler und Seeberg auch die Kölner Ratspolitik: Zuletzt hatten sich der Stadtrat, der Ausschuss für Soziales, Senioren und Seniorinnen sowie der Unterausschuss Wohnen mit dem Thema beschäftigt.

Einen Eilantrag der SPD-Fraktion, der die Verwaltung angehalten hätte, gegenüber betroffenen Wohnungen im Zweifel eine Unbewohnbarkeitserklärung auszusprechen, hatten jedoch alle drei Gremien aufgrund weiteren Beratungsbedarfs zurückstellen lassen.

Wie nun einer Mitteilung an die Bezirksvertretung (BV) Chorweiler zu entnehmen ist, hatte der Unterausschuss Wohnen im Zuge dessen die Verwaltung gebeten, die Sanierungspläne der ZBVV, die das Unternehmen der Verwaltung in ihren Gesprächen dargelegt hatte, schriftlich vorzulegen.

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Planungen für Sanierung der ZBVV-Häuser in Chorweiler laufen

Diese hat die Verwaltung nun der BV Chorweiler als erstem Gremium in der Beratungsfolge in ihrer jüngsten Sitzung vorgelegt. In dem Dokument teilt das Unternehmen zunächst mit, dass es sich mit der Verwaltung über die grundsätzliche Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen und der Verantwortung, den Mietern mängelfreies Wohnen zu ermöglichen, einig sei.

Bereits seit 18 Monaten würden daher komplexe Planungen erfolgen. Das notwendige Investitionsvolumen sei in einem zweistelligen Millionenbereich anzusiedeln – eine Dimension, die das Unternehmen als „wirtschaftlich herausfordernd“ bezeichnete.

In dieser Wohnung eines Hauses der Osloer Straße hat sich der Schimmel großflächig ausgebreitet.

In dieser Wohnung eines Hauses der Osloer Straße hat sich der Schimmel großflächig ausgebreitet.

Da sich laut Aussage des Unternehmens der überwiegende Teil der Mängel im Bereich der allgemein zugänglichen Eingangsbereiche, Hausflure und Treppenhäuser befände sowie an Dächern, Fassaden oder den Hausinstallationen, seien diese das Ziel der ersten Sanierungsphase. Für die hätten die Vergabeverfahren bereits begonnen.

Im Laufe des kommenden Sommers sollen zunächst Dachsanierungen an den Seeberger Beständen des Unternehmens erfolgen: Im Juli an den Gebäuden Mataréweg 51 und 51a, im August an den Häusern Ludwig-Gies-Straße 20 und Ludwig-Ewald-Weg 2-8. Die Dachsanierung des Hauses Ludwig-Gies-Straße 18 ist für das zweite Quartal 2025 angesetzt.

Mietshäuser in Chorweiler: Sanierungen der Wohnräume wohl erst 2025

Die Aufzüge im gleichen Gebäude sollen hingegen bereits im kommenden Herbst erneuert werden. Der Abschluss der Maßnahme ist für Ende November geplant. In der Osloer Straße 6 laufe bereits eine Brandschutzsanierung an den Entlüftungsanlagen. Diese solle im September 2024 beendet sein.

Parallel würden derzeit die Planungen für die Erneuerung der Hausinstallationen laufen, konkrete Maßnahmen innerhalb der Wohnräume seien nicht vor 2025 zu erwarten. Auch rechnet die ZBVV damit, dass die Maßnahmen mehrere Jahre in Anspruch nehmen werden.

In der BV hatte zuletzt die CDU-Fraktion bei der Verwaltung nachgehakt, welche Maßnahmen diese ergriffen habe, um die unzumutbaren Lebensbedingungen zu verbessern. Angesichts der bereitgestellten Informationen erkannte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Rainer Stuhlweißenburg an, dass die Verwaltung „sehr bemüht sei, tätig zu werden.“

Er merkte jedoch an, dass die ZBVV ein Teil der „Zentral Boden Immobilien“ (ZBI) Gruppe sei, an der die Genossenschaftsbank Union Investment fast 50 Prozent der Anteile hält. „Die ist nicht gerade insolvent. Finanzielle Mittel sind vorhanden“, sagte er. „Natürlich muss sie auch Geld verdienen, aber sie hat aus meiner Sicht auch eine soziale Verantwortung.“

Stuhlweißenburg erinnerte an die Fördergelder, die das Land NRW für die Sanierung der heute von der GAG verwalteten Gebäude in der Chorweiler Nachbarschaft vor gut zehn Jahren bereitgestellt hatte. „Man sollte doch ernsthaft prüfen, ob nicht auch ein Privatinvestor eine solche Förderung in Anspruch nehmen kann.“ Sollte dies möglich sein, so appellierte Stuhlweißenburg an die Bestandshalter, sollten diese eine Förderung in Anspruch und eine energetische Sanierung in Angriff nehmen wollen: „Das möge bitte auch die Verwaltung in den Gesprächen ansprechen.“

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