Auf Schloss Arff hat eine hochkarätig besetzte Jury über Nominierungen für die International Emmy Awards entschieden.
„Crème de la Crème“ der TV-BrancheProminente Jury trifft sich für Emmy-Nominierungen in Köln

Leona Frommelt (WDR) und Philipp Käßbohrer (btf) bei der Jurysitzung zum Internationalen Emmy Award 2025 auf Schloss Arff.
Copyright: Arton Krasniqi
Wenn am 24. November in New York die „International Emmy Awards“ verliehen werden, der „Oscar“ der Fernsehbranche, wird ein gutes Stück Vorarbeit in Köln geleistet worden sein. Zwei hochkarätig besetzte Jurys trafen am Donnerstag auf Schloss Arff ein, um zwei der insgesamt 64 Nominierungen zu küren.
Jury bewertet nicht-europäische Produktionen
Den ganzen Tag über bewerteten die Experten, darunter Thomas Fuhrmann vom ZDF oder Ingmar Cario vom WDR, nicht-europäische Produktionen, die vielleicht mit der begehrten Trophäe in den Kategorien „Bester Schauspieler“ oder Dokumentationen ausgezeichnet werden. Nominiert ist, wer die meisten Punkte gesammelt hat.

Produzent und Gastgeber Leopold Hoesch begrüßte Gäste aus Film und Fernsehen bei der Kölner Jurysitzung.
Copyright: Arton Krasniqi
Die Regeln sind streng, untereinander abstimmen dürfen sich die Jury-Mitglieder zum Beispiel nicht, während der Vorführungen ist Schweigen angesagt. Die übrigen Nominierungen in insgesamt 16 Kategorien werden von weiteren Jurys auf der ganzen Welt geliefert. Die Bekanntgabe ist für Oktober in Cannes geplant.
Alles zum Thema Westdeutscher Rundfunk
- Auch THW vor Ort Wand in der Hohe Straße einsturzgefährdet? – Feuerwehreinsatz in Köln
- WDR-Maus Berühmteste Kölnerin ist nach Brandanschlag zurück
- 1995 auf dem Roncalliplatz Als Köln seine größte Volksschauspielerin feierte – WDR zeigt legendäre Revue
- Denkmalschutz Wie Düsseldorf sich seiner Kunst und Wahrzeichen entledigt
- ARD-Promi-Quiz Kölner Schüler bei großer Maus-Show – Moderation überrascht
- Vorschau auf die Cologne Jazzweek Zum ersten Mal auch im Dom
- Măcelarus Rachmaninow-CDs Abschiedsgeschenk an das Kölner Publikum
„Irgendwann heult man sich die Augen aus“
RTL-Programmgeschäftsführern Inga Leschek war schon mehrfach Teil der Jury. Ab 9.30 Uhr schaute sie sich internationale Dokumentationen an. „Mir ist das Genre das liebste, weil man einen so umfangreichen Blick in die Welt bekommt.“ Zum Teil seien die Stoffe sehr ergreifend. Kaum ein Auge sei trocken geblieben, so Leschek: „Irgendwann heult man sich die Augen aus.“ Zweimal seien ihre Favoriten bereits mit einem Emmy ausgezeichnet worden: „Die Tränen, die man hier vergossen hat, haben sich gelohnt.“

RTL-Programmgeschäftsführerin Inga Leschek schaute sich bei der Kölner Jurysitzung internationale Dokumentationen an.
Copyright: Arton Krasniqi
Henning Kamm, Produzent aus Berlin und für die Serie „Krank Berlin“ sechsmal für den Deutschen Fernsehpreis nominiert, war für die Kategorie „Best Actor“ im Einsatz. Er lobte vor allem seine Kollegen, mit denen er am Abend bei einer Cocktailparty dann doch ins Gespräch kommen durfte: „Der Austausch in so einem Kreis ist einfach großartig.“

Die Jury-Mitglieder Eva Holtmann (BBC Studios Germany) und Henning Kamm (Real Film Berlin) auf Schloss Arff.
Copyright: Arton Krasniqi
„Crème de la Crème“ des deutschen Fernsehens
Diese Einschätzung unterstrich Gastgeber und Produzent Leopold Hoesch. Gekommen sei die „Crème de la Crème“ des deutschen Fernsehens. „Wir wollen ein qualifiziertes Juryergebnis liefern, aber auch vernetzen“, so Hoesch, der vor 20 Jahren für den Dokumentarfilm für „Das Drama von Dresden“ selbst einen „International Emmy“ gewann. Wenn man ihn richtig nutze, könne ein Emmy ein gutes Karrieresprungbrett sein.
Zur Vernetzung eignete sich die abendliche Party natürlich bestens. Die malerische Atmosphäre des Schlosses genossen unter anderem Schauspieler Moritz Führmann, Moderatorin Laura Karassek und Leichtathletik-Legende Edwin Moses, über den Leopold Hoesch die Dokumentation „13 Steps“ drehte (ARD-Mediathek).