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Demos, Fußball, FeuerwerkDas bringt das turbulente Wochenende in Köln – Polizei im Großeinsatz

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Feuerwerkskörper erleuchten bei der Veranstaltung «Kölner Lichter» den Nachthimmel.  (zu dpa: «Erstmals seit sechs Jahren wieder Kölner Lichter») Foto: Henning Kaiser/dpa

Feuerwerkskörper erleuchten bei der Veranstaltung „Kölner Lichter“ den Nachthimmel. (Archivbild)

Am Samstag sind bei verschiedenen Veranstaltungen in der Stadt mehr Polizisten im Einsatz als an Weiberfastnacht.

Ein Familienfest im Hafen, Demonstrationen, ein Protestmarsch, Feuerwerk und Fußball – Köln steht ein ereignisreiches Wochenende bevor. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte die Innenstadt besser meiden, zahlreiche Straßen werden vorübergehend gesperrt sein. Und auch die Polizei schaut genau hin, denn die eine oder andere Veranstaltung birgt Risikopotenzial.

Allein am Samstag werden bis zu 1600 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sein – mehr als an Weiberfastnacht. Hinzu kommen Wasserschutzpolizei und Landesreiterstaffel. „Wir werden friedliche Versammlungen schützen, aber weder Gewalt noch unfriedliche Aktionen bei den Versammlungen dulden“, stellt Einsatzleiter Martin Lotz klar. „Wir werden klare Grenzen ziehen und entschlossen gegen diejenigen vorgehen, die zu Gewalt oder unfriedlichen Aktionen anstacheln, sich daran beteiligen beziehungsweise sich nicht an erteilte Beschränkungen halten.“ Dies gelte auch für diejenigen, „die den friedlichen Charakter der Kölner Lichter stören wollen“.

Kölner Lichter

Das musiksynchrone Feuerwerk auf dem Rhein findet zum ersten Mal nach sechsjähriger Pause statt – zwar ein bisschen kleiner als früher, aber es ist angeblich immer noch das größte seiner Art in Europa. Erwartet werden mehrere hunderttausend Besucher. Um 19 Uhr legen die Schiffe in der Innenstadt in Richtung Porz ab, wo sie gegen 21 Uhr wieder ins Zentrum zurückfahren. Um 22.30 Uhr startet dort das Feuerwerk.

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Nach den Anschlägen unter anderem von Magdeburg und Solingen wurde das Sicherheitskonzept noch einmal angepasst. Wie inzwischen bei allen Massenveranstaltungen üblich geht die Polizei auch für die „Kölner Lichter“ von einer abstrakten Gefahr aus, konkrete Hinweise auf geplante Störungen gibt es nicht.

Die Bundespolizei hat für das Wochenende für den Hauptbahnhof und den Bahnhof Deutz/Messe ein Verbot erlassen, gefährliche Gegenstände mitzuführen, zum Beispiel Messer. Die Stadt weist darauf hin, dass zwischen Samstag, 6 Uhr, und Sonntagfrüh, 2 Uhr, keine Drohnen mitgeführt werden dürfen, das Verbot gilt für das Rheinufer zwischen Mülheimer Brücke und Zoobrücke, für das Konrad-Adenauer-Ufer bis zum Ebertplatz, den Hauptbahnhof, die Altstadt sowie rheinnahe Gebiete in Deutz und Mülheim. So soll verhindert werden, dass eine außer Kontrolle geratene Drohne in eine Menschenmenge stürzen könnte. Darüber hinaus sei nicht auszuschließen, dass eine Drohne auch zu Anschlagszwecken verwendet werden könnte, heißt es seitens der Stadtverwaltung.

Protestmarsch gegen Krieg

Den ganzen Samstag über wird die Polizei zudem ein Auge auf die linken Aktivisten des Bündnisses „Rheinmetall entwaffnen“ werfen. Sie zelten seit Wochenbeginn im Inneren Grüngürtel am Colonius. Die Polizei hatte das Camp unter anderem wegen negativer Erfahrungen in anderen Städten verboten. Dort hatte es gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei gegeben. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hob das Verbot allerdings wieder auf.

Linke Aktivisten blockieren am Freitag (29.8.) eine Zufahrt zur Deutz AG in Kalk.

Linke Aktivisten blockieren am Freitag (29.8.) eine Zufahrt zur Deutz AG in Kalk.

In den vergangenen Tagen haben die Aktivisten unter anderem ein Bundeswehrgebäude an der Brühler Straße blockiert sowie am Freitag kurzzeitig die SPD-Zentrale an der Magnusstraße in der Innenstadt besetzt und die Abläufe bei der Deutz AG in Kalk gestört.

Für Samstag, 14 Uhr bis 20.30 Uhr, plant das Bündnis einen Protestmarsch vom Heumarkt zur Konrad-Adenauer-Kaserne in Rodenkirchen. Eine Privatperson hat zudem einen weiteren Aufzug mit 400 Teilnehmern unter dem Motto „Antikriegstag 2025“ vom Heumarkt zum Chlodwigplatz angemeldet.

Demo und FC-Heimspiel

Am Sonntag veranstaltet der 1. FC Köln eine Großdemo auf dem Heumarkt mit anschließendem Aufzug am Rathaus vorbei zum Neumarkt. Angemeldet sind 4000 Teilnehmer, auch die sogenannte aktive Fanszene hat sich angekündigt. Zwei Wochen vor der Kommunalwahl will der Club für den politisch hochumstrittenen Ausbau des Geißbockheims werben. Die Demo ist von 14 bis 16.30 Uhr angemeldet, um 19.30 Uhr steigt im Rhein-Energie-Stadion gegen den SC Freiburg das erste Heimspiel der Saison.

Fans von FC Köln singen vor dem Rathaus und halten Schilder unter anderem mit der Aufschrift «Weltmeister vum Rhing kumme vum Geißbockheim!» und «Das Herz des 1. FC Köln schlägt in Sülz». Mehrere Hundert FC-Fans demonstrieren für die Pläne des 1. FC Köln zur Erweiterung des Geißbockheims. Foto: Federico Gambarini/dpa

Fans des 1. FC Köln demonstrieren Anfang Juli vor dem Kölner Rathaus für den Ausbau des Geißbockheims.

Niehler Hafenfest

Mit Grillwürstchen, Ausstellungen, einer Kinderhüpfburg, Eisenbahnbörse und Erkundungsfahrten in historischen Zügen feiert der Verein Köln-Bonner Eisenbahn-Freunde am Samstag und Sonntag jeweils zwischen 11 und 18 Uhr das hundertjährige Bestehen des Niehler Hafens. Details zum Programm gibt es im Internet unter www.kbef-ev.de.