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WDR in BocklemündKölner Politik kann sich Innovationscampus in „Hollymünd“ vorstellen

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03.04.2022, Köln: Luftaufnahme des WDR-Produktionsgeländes in Bocklemünd. Luftbild mit Drohne. Foto: Uwe Weiser

Luftaufnahme des WDR-Produktionsgeländes in Köln-Bocklemünd

Der WDR hat angekündigt, das Produktionsgelände, auf dem früher die „Lindenstraße“ gedreht wurde, bis zum Jahr 2035 verkaufen zu wollen.

Die Ankündigung des WDR, das 513.000 Quadratmeter große Produktionsgelände in Köln-Bocklemünd verkaufen zu wollen, hat am Donnerstag den Kölner Stadtrat auf den Plan gerufen. Die Politik forderte in einer Aktuellen Stunde, dass die Stadt Köln schnellstmöglich mit dem öffentlich-rechtlichen Sender in Kontakt treten solle, um frühzeitig zu klären, was aus dem Areal in Zukunft werden soll. Die Ideen der Politik reichen von einer Weiterführung als Medienstandort über einen Biocampus bis hin zu Handwerkshöfen.

Ein Stück Kölner Mediengeschichte

„Es geht hier nicht um ein x-beliebiges Grundstück, es geht um ein Stück Kölner Mediengeschichte“, sagte Roman Schulte (Grüne). Die Stadt müsse sich damit beschäftigen, Ersatz für die möglicherweise wegfallenden Arbeitsplätze zu finden. Nach Angaben des WDR arbeiten derzeit 300 Mitarbeiter in Bocklemünd. Hinzu kommen die Mitarbeiter der Mieter. Zu prüfen sei außerdem, ob sich Synergien zum in der Nachbarschaft befindlichen Biocampus ergeben könnten und sich möglicherweise auch Wohnungsbau umsetzen ließe. „Wir sollten auch überlegen, ob wir als Stadt Köln selbst zumindest einen Teil des Geländes kaufen wollen“, sagte Schulte. Es müsse darum gehen, die Fläche möglichst sinnvoll zu nutzen.

„Viele von uns verbinden das WDR-Gelände mit der Lindenstraße, es ist bundesweit bekannt“, sagte Niklas Kienitz (CDU). „Es ist ein Einschnitt und gleichzeitig eine Chance.“ Es benötige ein klares städtisches Konzept, um zu klären, wie es mit dem Areal weitergehen soll. Kienitz warb dafür, dort Unternehmen aus der Kreativwirtschaft und dem IT-Bereich anzusiedeln, denkbar sei ein Medien- und Innovationscampus. Auch Handwerkerhöfe seien vorstellbar. Die Stadt Köln müsse frühzeitig mit dem WDR und möglichen Käufern sprechen. Der Sender habe die Verantwortung, eine Entwicklung zu unterstützen und das Grundstück nicht einfach nur zum Höchstgebot zu verkaufen.

„Dieses Gelände bietet viele Potentiale für eine Weiterentwicklung“, sagte Christian Joisten (SPD). Seiner Fraktion sei es aber auch wichtig, dass der WDR den bisherigen Weg eines sozialverträglichen Abbaus wie bisher versprochen einhält. Denkbar sei es, den Medienstandort zu erhalten. So hätten etwa die Bavaria-Studios, die derzeit bereits einen Teil des Geländes mieten, Interesse daran, zu bleiben. Darüber hinaus würde das Areal die Stadt Köln in die Lage versetzen, Unternehmen dort Flächen anbieten zu können, für die es derzeit keine gibt. „Es wäre doch super, wenn hier in Zukunft ein Unternehmen wie Biontech, das in Mainz sitzt, einen Standort finden würde“, sagte Joisten. Der WDR müsse nun gebeten werden, bevorzugt mit der Stadt Köln über die Zukunft des Areals zu reden. Die Linke regte an, auch über Wohnungsbau nachzudenken.

Der WDR hat angekündigt, das Produktionsgelände bis zum Jahr 2035 verkaufen zu wollen. Der Stadt Köln und der Politik bleibt also noch einige Zeit, um Einfluss auf die Zukunft des Grundstücks zu nehmen.