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Projekt in EhrenfeldBei der „Büze Bande“ dreht sich alles um Diversity

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Zwei Frauen sitzen auf einem Tisch, auf dem Textiliien und Info-Material liegen.

Das Logo der „Büze Bande“ konnte man als Siebdruck auf T-Shirts oder Taschen gleich mitnehmen: Mona Hesselmann und Isaac Isabel Espinoza Hidrobo (v.l.) informierten im Leo-Amann-Park über das neue Projekt.

Das Bürgerzentrum Ehrenfeld hat eine neue Veranstaltungsreihe gestartet. Bei der „Büze Bande“ steht Diversity im Mittelpunkt 

Als vor ziemlich genau zwei Jahren die Kölner Bürgerzentren wieder einmal Kürzungen im Budget befürchten mussten, startete das Ehrenfelder Büze eine Kampagne inklusive Petition. Bei allen Veranstaltungen war ganz selbstverständlich Drag Queen Loona Tension dabei. Zu ihren „Frei Art“-Shows kamen bis zu 400 Besucher. „Im sonst so ‚queeren‘ Köln haben wir kaum Auftrittsmöglichkeiten, das hier ist einmalig in Nordrhein-Westfalen“, sagte sie damals.

160.000 Euro Förderung für das für zwei Jahre ausgelegte Projekt in Köln

Nun soll der Schwerpunkt Vielfalt – neudeutsch „Diversity“ – im Ehrenfelder Bürgerzentrum weiter ausgebaut werden. Kürzlich gab’s von der Sozialstiftung NRW eine Förderung in Höhe von 160.000 Euro für das neue Projekt „Büze Bande“, das über zwei Jahre laufen soll. In dieser Zeit wird sich das Büze verstärkt unterschiedlichen „Vielfaltsdimensionen“ wie Nationalität und ethnischer Herkunft, sozialer Situation, Geschlecht sowie Behinderung widmen.

Hinter einer Parkfläche mit Spielplatz liegt ein großes Gebäude mit Terrassen.

Direkt neben dem Bürgerzentrum (Büze) liegt der Leo-Amman-Park.

Das Büze sei dafür der ideale Ort, meint Ulrich Krüger, der Vorstandsvorsitzende der Einrichtung. Allein die Mitarbeiter stammten aus 20 verschiedenen Nationen, auch von ihrer sexuellen Identität her seien sie sehr unterschiedlich. Sehr divers sei traditionell das Publikum des Bürgerzentrums: Arbeiter und Studenten, Alte und Junge, Katholiken, Juden und Muslime kämen hier zusammen. „Da sind schon sehr kontroverse Diskussionen geführt worden, zwischen einem israelischen Arzt und einem palästinensischen Aktivisten etwa. Aber nur wenn man Menschen ins Gespräch bringt, kann man Vorbehalte ausräumen.“

„Wir werden 15 bis 20 Veranstaltungen pro Jahr anbieten“, sagt Mona Hesselmann, die für das Kulturprogramm im Büze zuständig ist und das Projekt „Büze Bande“ kürzlich zusammen mit einigen Kolleginnen an einem Stand im Leo-Amann-Park nebenan vorstellte. „Die meisten Angebote sind kostenlos, für einige muss man aber auch ein Ticket kaufen.“ Einiges ist seit Ende Mai schon gelaufen, so leitete Detox Identity etwa einen Workshop namens „Performactive Male“, der sich an „Männer und männlich gelesene Personen“ richtete, „die sich feministisch positionieren und aktiv gegen antifeministische und rechte Männlichkeitsbilder arbeiten möchten.“

Anti-Rassismus-Workshop

Nicht zuletzt der Sensibilisierung der eigenen Mitarbeiter diente der Workshop „Rassismus im Alltag: Strukturen, Privilegien und Antirassismus“. Er sollte die eigenen Identitäten und Gedankenstrukturen bewusst machen und die „Privilegien des Weißseins“ aufzeigen - immer unter der Maßgabe: „Unbehagen ist als Teil des Lernprozesses erwünscht“.

Raum für „Wut, Austausch und gegenseitige Stärkung“ dagegen bot der „Rage & Empowerment“- Abend für „Flinta“ -Personen. Die Abkürzung steht für die Gruppe der Frauen, Lesben, Intergeschlechtlichen, Nichtbinären, Trans- und Agender-Personen. Ausgangspunkt für die Diskussion um patriarchale Gewalt war die aktuelle Debatte rund um den Christian-Ulmen-Skandal.

„Zwei weitere Veranstaltungen dieser Art sind noch für dieses Jahr geplant, außerdem haben sich einige Teilnehmerinnen einen feministischen Stammtisch gewünscht“, erzählt Mona Hesselmann. „Wir nehmen den Input von Besucherinnen auf und werden damit weiterarbeiten.“ Zudem soll im Café Fridolin des Büze ein Regal leer geräumt werden für Bücher und Hefte rund um das Thema „Diversity“. Das kann Infomaterial der Bundeszentrale für politische Bildung sein, aber auch Romane oder Kinderbücher sollen dort bereitstehen. Sie können allerdings nur im Café gelesen werden.


Info-Box: Da viele Veranstaltungen kurzfristig angesetzt werden, steht noch nicht genau fest, wie es mit der Reihe „Büze Bande“ konkret weitergeht. Das Büze hält Interessenten auf Instagram unter @bueze_bande auf dem Laufenden, oder auf der Homepage unter bueze.de/divers/. Wer Bücher spenden möchte, kann sich bei i.espinoza@bueze.de melden.