Die Kölner Stadtdirektorin Dörte Diemert und die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt rufen zum persönlichen Engagement für das Gemeinwohl auf.
„Finsternisbewirtschafter dieses Landes“Diemert und Göring-Eckardt predigen im Kölner Dom

Dörte Diemert (links) und Katrin Göring-Eckardt bei ihrer Ansprache im Kölner Dom
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In einer Dialogpredigt im Kölner Dom haben die Kölner Stadtdirektorin Dörte Diemert und die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt zum beherzten Einsatz aller für das Gemeinwohl aufgerufen. „Nicht alles liegt in unserer Hand. Aber wir haben Hände“, sagten die beiden Frauen, die im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes aus Anlass der Dreikönigswallfahrt in der Kathedrale sprachen.
Es gehe darum, gemeinsam nach dem Besten für die Gesellschaft zu suchen, sagte die Protestantin Göring-Eckardt, ehemals Vizepräsidentin des Bundestags. Schon als Teil der Bürgerrechtsbewegung in der Endzeit der DDR habe sie die Freiheit gesucht und „der Stadt Bestes“, sagte die 60-Jährige mit Bezug auf ein Wort des Propheten Jeremia im Alten Testament.
Betonung der Gemeinsamkeit
Es seien die „Finsternisbewirtschafter dieses Landes“, die versuchten, genau das zu verhindern, so Göring-Eckardt weiter. „Sie reden schlecht und in groben Worten. Was verlorengeht: das Schöne, das Wissen um das Gute, das Streben nach dem Besten für alle.“
Das eigene Wohl und das Wohl der Gemeinschaft seien keine Gegensätze, betonte auch Dörte Diemert. Sie hingen vielmehr zusammen. „Wir sind diese Stadt, dieses Gemeinwesen“, sagte die Katholikin. Ein Stadtrat, ein Oberbürgermeister, eine Stadtverwaltung – sie alle könnten etwas Entscheidendes nicht: „Sie können uns unsere Verantwortung füreinander nicht abnehmen.“ Eine Stadt sei so viel mehr als Rathaus, Politik und Verwaltung, „ja auch als Haushalt“, so Diemert in Anspielung auf ihre Funktion als Kämmerin Kölns. „Eine Stadtverwaltung kann Sportplätze bauen, aber keinen Verein lebendig machen. Sie kann Räume für Begegnung schaffen, begegnen müssen wir einander selbst. Sie kann zuhören, sprechen müssen wir selbst.“
Göring-Eckardt rief die Zuhörenden im voll besetzten Dom auf, nicht zynisch zu werden. „Nicht zu behaupten, es gebe keine Alternative. Und auch nicht so zu tun, als ließe sich jeder Interessengegensatz einfach auflösen. Wir müssen nicht alles wissen. Aber wir dürfen nicht aufhören, gemeinsam nach dem Guten zu suchen.“
Zum Ende ihrer knapp 20-minütigen, mit viel Applaus bedachten Ansprache formulierten die Predigerinnen die Hoffnung, dass Frauen überall in der katholischen Kirche Verantwortung bekämen.
