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Fridays for FutureDemo am Heumarkt – TV-Moderator in Sorge um den Rhein

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Mehrere Tausend Teilnehmende haben sich auf dem Heumarkt versammelt.

Köln – Tausende Menschen demonstrierten am Freitag in der Kölner Innenstadt für Klimagerechtigkeit. „Fridays for Future“ hatte erneut zum globalen Klimastreik aufgerufen. In mehr als 200 Städten deutschlandweit protestierten junge Menschen in Sorge um ihre Zukunft. Unter dem Motto #PeopleNotProfit versammelten sich die Demonstrierenden ab 12 Uhr auf dem Heumarkt.

Bis zum Reiterdenkmal reichte das Fahnen-und Schildermeer der Teilnehmenden. Alle Generationen waren vertreten, neben vielen Schülerinnen und Schülern protestierten auch die Aktiven von „Grannies for Future“.

„Der Klimawandel ist jetzt, er ist nicht in zehn Jahren. Menschen leiden, Menschen sterben aufgrund des Klimawandels“, sagte Paula Stoffels von „Fridays for Future Köln“ zur Eröffnung. Damit verwies sie auf die zahlreichen Waldbrände in Südeuropa oder die Überschwemmungskatastrophe in Pakistan.

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„Wir sehen aber, dass der Klimawandel auch in Köln angekommen ist. Wie der Rhein austrocknet oder sich die Parks braun färben“, ergänzt ihr Kollege Amadeo Klaus. Damit dies nicht zur Normalität wird, fordern sie von der Bundesregierung ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro. Damit solle der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern beschleunigt, die Weiterführung des 9-Euro-Tickets ermöglicht und Reparationszahlungen an Länder im globalen Süden geleistet werden, die am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind, jedoch am meisten unter diesem leiden.

Klimawandel sei jetzt

Bei der Eröffnungskundgebung kam unter anderem auch Moderator und Comedian Eckart von Hirschhausen auf der Bühne zu Wort, der sich seit Jahren als Vertreter der „Scientists for Future“ für die Überwindung der Klimakrise einsetzt. Er verglich das Weltklima mit einem Ei, das, wenn es einmal gekocht ist, nie wieder weich werden kann. Auch um den Rhein zeigte er sich besorgt. „Ich saß vor vier Wochen am Rhein, er ist eine Lebensader, ein mächtiger Fluss und durch die Klimakrise ist er ausgedörrt zu einem Rinnsal“, so von Hirschhausen. Er sagte, momentan sei das Verhalten der Menschen in der Klimakrise so, als würde man nachts mit voller Blase aufwachen und eigentlich wissen, was zu tun ist. „Wir denken, dass wenn wir uns schlafend stellen, unser Körper nicht merkt, dass er aufs Klo muss – so naiv sind Menschen“, sagte der Fernseh-Arzt.

Unter die Menge am Heumarkt hatte sich auch die Bundessprecherin der Grünen Jugend, Sarah-Lee Heinrich,  gemischt. „Ich bin heute auf der Straße, weil wir erleben, wie große Energiekonzerne Milliarden an Gewinn machen, während auf der anderen Seite Menschen nicht wissen, wie sie ihre Rechnungen bezahlen“, so die 21-Jährige. Sie fordert von der Bundesregierung, Übergewinne abzuschöpfen, Energiekonzerne in die öffentliche Hand zu geben und Menschen für den Herbst richtig abzusichern.

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Kurz nach 13 Uhr zog der Demonstrationszug in einer kreisförmigen Route durch die Innenstadt. Angeführt von einem Lastenrad mit Musikanlage ging es vom Heumarkt über den Neumarkt, den Rudolfplatz und den Dom und gegen 16 Uhr zurück zum Heumarkt. Aufgrund der großen Anzahl an Teilnehmenden hatte sich der Veranstalter kurzfristig dazu entschieden, nicht wie geplant über den Friesenwall, sondern über die Ringe zu ziehen. Der Veranstalter gab an, dass um die 7000 Menschen an der Demonstration durch Köln teilnahmen. Im Bereich der Route kam es zu kurzfristigen Straßensperrungen.

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