In ihrem neuen Fall suchen Ballauf und Schenk nicht nur einen Mörder, sondern auch einen geheimen Ort. Dort herrscht eine beklemmende Atmosphäre.
Gedreht in KalkDüsterer Köln-„Tatort“ läuft am Sonntag – Überlebenstraining im Bunker

Die Kommissare müssen dieses Mal den Mord an einem jungen Lehrer aufklären. (Archivbild)
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Eine Bombenentschärfung, eine Prepper-Gruppe und ein geheimer Atombunker – über dem neuen „Tatort“ aus Köln hängt eine düstere und bedrohliche Atmosphäre. Das liegt nicht nur an dem eigentlichen Mordfall, den die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) aufzuklären haben – der gerät bei all dem Drumherum sogar zeitweise fast in Vergessenheit.
Das Erste zeigt die WDR-Folge „Die letzten Menschen von Köln“ am Sonntag (20. September/20.25 Uhr), bereits am Freitag (18. September) wird die Episode in der Mediathek zum Streaming veröffentlicht. Es ist bereits der 96. Fall des Kölner Teams.

KTU-Chefin Natalie Förster (Tinka Fürst) am Tatort, die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, M) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, r) übernehmen die Ermittlungen.
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Elara Schmidtke (Katharina Schüttler) irrt im Dunkeln auf der Straße herum und versucht panisch, ihren Bruder Linus zu erreichen, doch der geht nicht an sein Handy. „Da sind sie, ich hab' solche Angst“, ruft Elara ihm auf die Mailbox. „Ich zieh' das jetzt durch.“ Dann steigt sie mit ihrem Rucksack in einen Van, in dem mehrere Männer sitzen, und fährt mit ihnen davon.
Wo der Bunker sich befindet, ist unbekannt
Unterdessen wird in einem Park die Leiche ihres Bruders gefunden – ein Unbekannter hat ihn mit einem Jagdmesser getötet. Als Ballauf und Schenk mit Elara Kontakt aufnehmen wollen, ist sie nicht erreichbar. In ihrer Wohnung finden die Kommissare Hinweise darauf, dass sie an einem Prepper-Workshop teilnimmt, den der Überlebenstrainer Moritz Zechmann (Florian Stetter) leitet.
Wo der Workshop stattfindet, ist geheim. Zechmanns Frau Nina (Katrin Wichmann) weigert sich, den Ort zu nennen. Nur so viel ist bekannt: Es ist ein alter Bunker. Doch davon gibt es so einige in Köln. Ein Kumpel von ihm habe zum Beispiel unter seinem Haus einen Bunker, erzählt Schenk – „er nutzt ihn als Weinkeller“.
Die Stimmung in der Gruppe ist angespannt
Szenenwechsel. Elara befindet sich tatsächlich in einem Bunker, zusammen mit Zechmann und drei Workshop-Teilnehmern aus der Prepper-Community, die sich auf das Überleben im Katastrophenfall vorbereiten wollen. Unter ihnen ist auch Zechmanns Sohn Mats (Paul Ahrens), der von seinem Vater seit Jahren „für den Ernstfall“ gedrillt wird. So auch jetzt. Zechmann gibt das fiktive Szenario vor: „Die Russen haben eine Atombombe über Düsseldorf abgeworfen, wir sind die letzten Menschen von Köln.“

Elara Schmidtke (r., Katharina Schüttler) hat den Survivaltrainer Moritz Zechmann (Florian Stetter) herausgefordert.
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Die Stimmung in der Gruppe ist von Anfang an angespannt, Misstrauen, Angst und angedeutete Geheimnisse sorgen für eine beklemmende Dynamik. Elara wagt es, Zechmanns Anweisungen zu hinterfragen, und bringt so die anderen gegen sich auf. Schon bald droht die Situation in dem klaustrophobischen Kellerlabyrinth zu eskalieren. Hinzu kommt, dass Zechmann zwischendurch Erscheinungen von einer offenbar toten Frau hat.
Evakuierung wegen Entschärfung eines Blindgängers
Derweil recherchieren Ballauf und Schenk mit Hilfe ihres Assistenten Norbert Jütte (Roland Riebeling) weiter, wo sich der Bunker befinden könnte. Die Suche wird dadurch erschwert, dass ein ganzer Stadtteil wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe abgesperrt ist – eine Situation, die in Köln sehr häufig vorkommt, im Kontext der Handlung aber geradezu apokalyptisch wirkt. „Achtung, Achtung, begeben Sie sich aus der Evakuierungszone“, tönt es aus Lautsprechern von Polizeiwagen, die durch menschenleere Straßen fahren.
Bei der Suche nach Zeugen stoßen die Kommissare auch auf die Cousine des Mordopfers, Birgit Heitkamp (Ann-Kathrin Kramer). Die Pferdehof-Besitzerin hatte Lukas und Elara erst vor wenigen Tagen bei einer Beerdigung getroffen, nachdem sie lange keinen Kontakt zu ihnen hatte. Worüber sie mit den Geschwistern gesprochen hat, will sie zunächst nicht verraten. Als Heitkamp dann schließlich doch redet, erfahren Ballauf und Schenk einige interessante Details aus der Vergangenheit.
Einzige komplett erhaltene Zivilschutzanlage in Köln
Das Drehbuch zur neuen Folge stammt von Eva und Volker A. Zahn (Regie: Marcus Weiler). Das Autorenduo hat bereits mehrere Kölner „Tatorte“ geschrieben, die an markanten Schauplätzen spielten – etwa in einem Großbordell, im Braunkohlerevier oder auf dem Fernsehturm „Colonius“.
Dieses Mal steht der ehemalige Zivilschutzbunker in Köln-Kalk im Mittelpunkt. Die 1979 zusammen mit einer U-Bahn-Station gebaute Anlage sollte nach einem Atom-Angriff rund 2400 Menschen Schutz vor Strahlung bieten und das Überleben für zwei Wochen sichern. Erst 2005 wurde der Bunker außer Dienst gestellt. Es ist die einzige komplett erhaltene Zivilschutzanlage in Köln. Einmal pro Monat bietet ein Verein kostenlose Führungen an.
„Es war sehr beklemmend, sehr kalt und dunkel“, erzählt Schauspieler Behrendt über die Dreharbeiten für den Kölner „Tatort“. „Ein Atomschutzbunker aus dem Kalten Krieg, mit Platz für mehr als 2000 Menschen. Die Nahrungsmittel und das Wasser hätten für 14 Tage gereicht. Und dann? Ehrlich gesagt will ich gar nicht in so einem Teil landen.“ (dpa/red)
