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Folgen des KlimawandelsFlehbach in Köln-Brück trocknet immer wieder durch Hitze ein

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Der Flehbach in Köln-Brück trocknet immer wieder durch Hitze ein – wie hier Anfang August dieses Jahres.

Der Flehbach in Köln-Brück trocknet immer wieder durch Hitze ein – wie hier Anfang August dieses Jahres.

Anfang August war im Flehbach in Köln-Brück kein Wasser mehr, mittlerweile ist er wieder gefüllt. Das natürliche Phänomen tritt immer häufiger auf.

Als Alice Wittrock Anfang August durch das Wildgehege Brück und das Naherholungsgebiet „Brücker Hardt“ spazieren gegangen ist, erschreckte sie sich stark, erzählt sie: „Der Flehbach war einfach verschwunden, es war absolut kein Wasser im Wald.“ Dort, wo normalerweise das Wasser-Rückhaltebecken und deshalb eine Art Teich ist, habe sie langgehen können, ohne sich die Schuhe nass zu machen.

„Das habe ich noch nie gesehen“, berichtet die Kölnerin. „Der Bach hat immer wieder weniger Wasser, aber dass nichts mehr von ihm zu sehen ist, habe ich noch nie gesehen.“ Mittlerweile hat der Flehbach wieder Wasser und sieht augenscheinlich normal aus. Wittrock beruhige das, sie sehe den Anblick aber als Warnschuss. „Ich denke, es ist noch nicht das Ende, aber wir müssen aufpassen, was mit unserer Natur passiert.“

Anfang August war im Flehbach in Köln-Brück kein Wasser mehr, mittlerweile ist er wieder gefüllt.

Anfang August war im Flehbach in Köln-Brück kein Wasser mehr, mittlerweile ist er wieder gefüllt.

Köln-Brück: Flehbach war komplett ausgetrocknet

Dass der Flehbach immer wieder weniger und mehr Wasser habe, sei laut der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (Steb) und Holger Sticht, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V. (BUND), natürlich, weil er ein niederschlagsgespeister Bach ist. Allerdings sei auffällig, dass es immer häufiger und länger zu Trockenphasen komme, was zum einen auf den Klimawandel zurückzuführen sei und zum anderen zukünftig für die Natur negative Folgen haben könnte.

„Wir beobachten seit mehreren Jahren eine Zunahme der Trockenphasen des Flehbachs“, erklären die Steb, die für die Unterhaltung und Entwicklung von Kölner Bächen verantwortlich ist. „Während der Bereich in Brück früher nur für wenige Wochen austrocknete, kommt dies in den vergangenen zehn Jahren häufiger und länger vor. Diese Entwicklung passt zu den Auswirkungen des Klimawandels, der längere und häufigere Trockenperioden begünstigt.“

Nach ausreichenden Niederschlägen könne der Bach relativ schnell wieder Wasser führen. Damit sei aber nicht automatisch auch das Ökosystem vollständig erholt. „Viele Insektenlarven können mit trockenen Perioden umgehen“, so die Steb. „Für Fische stellt dies ein größeres Problem dar. Sofern möglich, wandern sie mit dem sich zurückziehenden Wasser in noch wasserführende Bereiche im Oberlauf.“ 

Grundsätzliches Austrocknen des Flehbachs nicht verhinderbar

Noch habe der Flehbach hochgradig gefährdete Arten wie das Bachneunauge, betont auch Holger Sticht vom Bund. Würde der Flehbach vollständig austrocknen, sodass auch die Kolken – durch fließendes Wasser entstandene Vertiefungen oder Strudellöcher – leer werden, würde das Bachneunauge vollständig aussterben und auch nicht mehr zurückkehren können, weil der Flehbach keine natürliche Rhein-Anbindung mehr hat, warnt Sticht. Bisher hat die Art aber zumindest alle Trockenphasen überstanden.

Trotzdem bleibe die Gefährdung, betont Sticht. „Denn besser wird es nicht mehr. Es geht ab heute nur darum, eine weitere Verschlechterung zu verhindern.“ Dass der Flehbach auch zukünftig erneut oder sogar langfristig austrocknen wird, sei sehr wahrscheinlich, sagen auch die Steb: „Das grundsätzliche Austrocknen des Flehbachs wird sich nicht verhindern lassen. Ziel ist deshalb, die Folgen der Trockenheit möglichst gering zu halten.“

In der Flehbachaue wurden dazu ein Uferrandstreifen angelegt und Bäume gepflanzt. Die zusätzliche Beschattung soll die Erwärmung des Wassers senken und die Verdunstung reduzieren. Zudem sollen Hindernisse zurückgebaut oder umgebaut werden, damit Fische und andere Gewässerorganismen in den Oberlauf wandern und bei sinkenden Wasserständen in wasserführende Bereiche ausweichen können.