Um den Stau auf der Rösrather Straße zu umgehen, soll der 157er Bus künftig an dieser Kreuzung in den Hardtgenbuscher Kirchweg abbiegen.
Copyright: Norbert Ramme
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Ostheim – Die Linienführung der Buslinie 157 im Bereich Ostheim ist seit Jahren ein Dauerthema in der Kalker Bezirksvertretung. Die aus Richtung Merheim und Neubrück kommenden Busse stehen auch außerhalb des Berufsverkehrs immer wieder im Stau. Schließlich gilt die Kreuzung zwischen Frankfurter-, Ostheimer- und Rösrather Straße als einer der neuralgischsten Verkehrsknotenpunkte im gesamten Rechtsrheinischen. Dazu kreuzt die Bahnlinie 9 die Frankfurter Straße und die Durchfahrt wird zeitweise durch eine Schranke versperrt.
Zu Stoßzeiten kommt es im gesamten Kreuzungsbereich regelmäßig zu Verkehrsbehinderungen in alle Richtungen. Und davon sind besonders Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs betroffen, denn die Busse stehen oftmals an drei Stellen in einem Verkehrsstau und können ihren vorgegebenen Zeit-Takt nicht einhalten, wie CDU-Fraktionschef Jürgen Schuiszill beobachtet hat. „So im Verkehr auf der Rösrather Straße in Richtung Frankfurter Straße, dann auf der Linksabbiegespur und erneut vor der Einfahrt in den Busbahnhof.“
Anschlüsse werden nicht erreicht
Nach Beobachtungen von Bürgern und Kommunalpolitikern erreicht der Bus in geschätzten neun von zehn Fällen nicht die möglichen Anschlussverbindungen. Es entstehen oft Wartezeiten von zehn und mehr Minuten. Daher hatten die Bezirksvertreter vor mehr als zwei Jahren schon die Stadtverwaltung und die KVB aufgefordert, nach Möglichkeiten zu suchen, die gegenwärtige Situation spürbar zu verbessern.
Kalks Bezirksvertreter wollen zwischen Hardtgenbuscher Kirchweg und Frankfurter Straße eine kombinierte Trasse für Bahnen und Busse.
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Als mögliche Lösung hatte man damals einstimmig vorgeschlagen, die Linienführung des 157er Busses in Fahrtrichtung Ostheim noch vor der jetzigen Haltestelle Servatiusstraße zu ändern. Der Bus würde dann von der Rösrather Straße links in den Hardtgenbuscher Kirchweg einbiegen und weiter über die Weinheimer Straße von hinten in den Busbahnhof an der Haltestelle Ostheim geführt werden.
Beschwerde an Oberbürgermeisterin Reker
Doch diese Idee war von den Anwohnern der dortigen Wohnsiedlung vehement abgelehnt worden. Die Bürger hatten sich mit ihren Protesten an Oberbürgermeisterin Henriette Reker sowie an den Beschwerdeausschuss des Rates gewandt. Man verstehe nicht, was eine solche Änderung bringen soll und fürchtet, dass nur die Verkehrsbelastung von einer Hauptstraße in eine bislang ruhige Wohnstraße verschoben werde. Zumal die Straße von bis zu 1400 Jugendlichen täglich als Weg zum Heinrich-Heine-Gymnasium und zur Albert-Schweitzer-Realschule genutzt werde – zu Fuß oder per Fahrrad. Zudem ergebe sich eine besondere Gefahrenlage, weil die Gehwege teilweise sehr schmal sind.
Als Konsequenz und mit Rücksicht auf die Belange der Anwohner legte die Verwaltung den Kalker Bezirksvertretern nun einen Kompromiss-Vorschlag vor, da ja auch die KVB eine Änderung des Linienwegs der Buslinie 157 favorisiere, um so die Qualität der Anschlüsse deutlich verbessern zu können. Nach dem neuen Verwaltungs-Vorschlag könnte die Linie 157 in Fahrtrichtung Ostheim über den Hardtgenbuscher Kirchweg bis zur Frankfurter Straße und dann weiter Richtung Norden bis zur Haltestelle Ostheim geführt werden. Dies sollte allerdings „zum Schutz der Anwohnerschaft nur tagsüber geschehen“, heißt es.
Zzwischen Neumarkt und Rudolfplatz gibt es eine von Bus und Bahn gemeinsam genutzte Trasse bereits.
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Doch solche Ideen sorgten bei Kalks Bezirksvertretern nur für Kopfschütteln. „Nachdem die Verwaltung zweieinhalb Jahre geprüft hat, legt sie einen Vorschlag auf den Tisch, und der ist eher ein Nichts. Denn da tauscht der Bus doch nur den Stau auf der Rösrather Straße ein gegen den Stau auf der Frankfurter Straße.“ Einstimmig lehnten die Bezirksvertreter diesen Vorschlag ab und beschlossen, auch die alte Variante über die Weinheimer Straße nicht weiter zu verfolgen. Stattdessen verständigte man sich einhellig über einen neuen Vorschlag der CDU.
Kurzfristig soll die Verwaltung prüfen, ob die Schienentrasse der Stadtbahnlinie 9 in dem Teil so ausgebaut werden kann, dass sie mit Bussen aus Richtung Hardtgenbuscher Kirchweg zu befahren ist. Schuiszill: „Das funktioniert ganz gut zwischen Neumarkt und Rudolfplatz. Warum also nicht auch in Ostheim?“
Mit geprüft werden soll, ob die Endhaltestelle der Busse nicht auch direkt an die Straßenbahnhaltestelle in Richtung Königsforst gelegt werden kann, die ja ohnehin verlängert werden soll. Dazu müsste der Bus die dann neu angelegte Trasse noch vor der Wendehaltestelle verlassen und auf den daneben liegenden Wirtschaftsweg fahren können. Schon im November will man ein Ergebnis vorliegen haben – zumindest eine erste Einschätzung zur grundsätzlichen Machbarkeit und den möglichen Kosten.