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Runder TischNeues Migrationsmuseum in Köln soll 40 Prozent an Fläche verlieren

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In der Industriehalle der stillgelegten KHD-Werke in Köln-Kalk soll das Museum Selma entstehen.

In der Industriehalle der stillgelegten KHD-Werke in Köln-Kalk soll das Museum Selma entstehen. 

Weil die Finanzierung der ursprünglichen Pläne gescheitert ist, drängt die Zeit für das neue Museum. Nun tagte ein Runder Tisch dazu.

Das geplante Museum für Migration namens Selma soll nach dem Willen des Trägervereins Domid auf 60 Prozent der ursprünglich geplanten Fläche in der Halle 70 in Kalk umgesetzt werden.

Das teilten die Verantwortlichen am Samstag einen Tag nach einem Runden Tisch mit, zu dem Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) mit vielen Beteiligten eingeladen hatte, weil die geplanten Baukosten von 77 Millionen Euro die zugesagten Fördergelder von 44 Millionen Euro durch Bund und Land weit übersteigen (wir berichteten mehrfach).

Bundesweites Vorzeigeprojekt geplant

Und die Zeit drängt: Bis Jahresende müssen die Fördergelder abgerufen werden, sonst verfallen sie. Das Museum ist das Vorhaben des privaten Vereins „DOMiD – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland“. Es ist also kein weiteres städtisches Museum, es soll aber in Köln stehen. Die Stadt stellt ihre Halle zur Verfügung, die seit Jahren leer steht.

Konzipiert war Selma als bundesweites Vorzeigeprojekt, um die Geschichte der Menschen mit internationaler Familiengeschichte erstmals in diesem Umfang sichtbar zu machen.

Burmester sieht Weichen gestellt

Bislang war nur klar, dass die Fläche des Museums reduziert werden muss, nicht aber wie viel. Allerdings sind auch die 60 Prozent laut der Verantwortlichen nur das „vorläufige Ergebnis“ der Kalkulationen. Zur Frage, was vorläufig bedeutet, sagen sie: „Weil rechtliche Planungen und die Freigabe von Planungsmitteln, um das vertieft zu planen, noch ausstehen.“

Und die Fördergelder ja weiter nur bis Jahresende abrufbar sind. Das bestätigte die Stadt Köln: „Zusätzlich erfordert die bis Ende des Jahres befristete Abrufmöglichkeit der Fördermittel des Bundes kurzfristige Entscheidungen.“ Burmester sprach davon, dass „die Weichen gestellt“ sind.

Verwaltung schlug Standort am Neumarkt vor

An dem Runden Tisch nahmen laut Stadt Vertreter und Vertreterinnen der zuständigen Landesministerien, der Bezirksregierung Köln sowie Mitglieder der Kommunal- und Bundespolitik teil. Die Selma-Verantwortlichen teilten hinterher mit: „Was passiert, wenn alle an einem Strang ziehen.“ In der städtischen Pressemitteilung heißt es, das Ziel sei, einen Weg aufzuzeigen, das Museum in Kalk zu realisieren.

Noch im März hatte die Stadtverwaltung dem Stadtrat kurzfristig vorgeschlagen, das Museum im Kulturzentrum am Neumarkt unterzubringen, was die Fläche für das Rautenstrauch-Joest-Museum und das Museum Schnütgen erheblich reduziert hätte – aber angesichts der Kostenexplosion günstiger gewesen wäre, als ein eigenes Museum zu bauen.

Das Problem: Die Planungen hätten laut der Bezirksregierung als Prüfbehörde von vorn beginnen müssen. Das wurde aufgrund des nahenden Fristablaufs am Jahresende aber verworfen. Anfang Mai verkündete Domid, doch wieder nach Kalk zu wollen. 

Domid will nach den nun laufenden rechtlichen Prüfungen Landesgelder beantragen, um das verkleinerte Museum zu planen. Das Geld soll aus dem ohnehin zugesagten Budget erfolgen. Domid-Geschäftsführer Robert Fuchs sagte, der Runde Tisch habe dazu geführt, dass das Museum in Köln „ein ganzes Stück nähergekommen“ sei. (mhe)