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Kita-AngebotStadt muss mehr Plätze für jüngere Kinder schaffen

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Ein Kind spielt im Sandkasten einer Kita. (Symbolfoto)

Ein Kind spielt im Sandkasten einer Kita. (Symbolfoto)

Die Zahl der unter Dreijährigen steigt, während der Bedarf bei älteren Kindern sinkt. 

Die Nachfrage verschiebt sich – und mit ihr die Prioritäten: In den kommenden Jahren werden wieder mehr Betreuungsplätze für unter Dreijährige benötigt, während der Bedarf bei älteren Kindern zurückgeht. Die Stadt reagiert darauf mit einer gezielten Weiterentwicklung ihrer Kita-Planung.

2200 mehr Kinder unter drei Jahren

Wie die Verwaltung im Jugendhilfeausschuss erläuterte, liegt die Versorgungsquote aktuell bei rund 54 Prozent im U3-Bereich (14.686 Plätze) und bei 109 Prozent für Kinder über drei Jahre (32.142 Plätze). Damit gibt es bereits heute mehr Plätze für ältere Kinder als rechnerisch erforderlich, während es bei den Jüngsten an Angeboten fehlt. Die Stadt geht eigenen Analysen zufolge davon aus, dass 58 Prozent der Eltern von Kindern unter drei Jahren gern einen Kita-Platz in Anspruch nehmen würden. „Das spricht klar dafür, dass aktuelle Angebot an Betreuungsplätzen noch weiter bedarfsgerecht auszubauen“, hatte eine Stadtsprecherin im Januar dieser Redaktion gesagt.

Laut aktueller Bevölkerungsvorausberechnung wird der Bedarf für jüngere Kinder zunehmen. Denn bis 2035 steigt die Zahl der unter Dreijährigen auf rund 29.600 Kinder (ein Plus von 2200), während die Zahl der über Dreijährigen auf etwa 27.900 (minus 1600) sinkt. Ohne Anpassungen würde die U3-Versorgungsquote auf etwa 50 Prozent zurückgehen, während sie im Ü3-Bereich auf rund 115 Prozent anwachsen würde.

Versorgung soll auf 60 Prozent steigen

Die Stadt will nun gegensteuern und die Versorgung bei den unter Dreijährigen auf etwa 60 Prozent erhöhen und die Vollversorgung im Ü3-Bereich sichern. Rein rechnerisch wären dafür etwa 17.800 U3-Plätze und rund 27.900 Ü3-Plätze erforderlich. Während also im U3-Bereich rund 2000 Plätze fehlen, gibt es im Ü3-Bereich ein Überhang von etwa 6800 Plätzen.

Konkret sollen Ü3- in U3-Plätze umgewandelt werden, insbesondere in den Stadtteilen mit künftig sinkendem Bedarf bei älteren Kindern. Ergänzend sollen neue Einrichtungen entstehen, um moderne und flexible Betreuungsangebote zu schaffen. Gleichzeitig ist vorgesehen, überzählige Ü3-Kapazitäten schrittweise abzubauen – etwa bei auslaufenden Mietverträgen oder durch Standortentscheidungen. Allerdings: U3- und Ü3-Betreuung können nicht ohne Weiteres ausgetauscht werden. Unterschiedliche pädagogische Anforderungen und Raumkonzepte machen Anpassungen oft aufwendig.

Die Stadt plant nun, die strategischen Ansätze in den kommenden Wochen mit freien und öffentlichen Trägern zu beraten und konkrete Umsetzungsschritte vorzubereiten.