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Dreifache Größe, ohne Technik„20 Pizzakartons statt einem“ – Köln bekommt 100 Papierkorbgaragen

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Thomas Thalau, Vorsitzender der Geschäftsführung der AWB, und Torsten Burmester, Oberbürgermeister Kölns, stellen die neuen Papierkorbgaragen vor.

Einführung der neuen Müll-Garagen als weitere Maßnahme aus dem Masterplan Sauberkeit – einfacheres Handling im Alltag für AWB-Mitarbeitende.

Papierkorbgarage – das Wort klingt groß und sperrig, und der bezeichnete Gegenstand selbst ist es auch. Jede Papierkorbgarage ist mehr als 1,50 Meter hoch und 155 Kilogramm schwer und zukünftig das Zuhause von Mülltonnen, die 240 Liter Müll fassen, dreimal so viel wie die Standardmülleimer bislang. Köln bekommt im Rahmen eines Pilotprojekts 100 dieser Papierkorbgaragen samt Abfallbehältern. Aufgestellt werden sie an besonders stark frequentierten Standorten in der Kölner Innenstadt. Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) und Thomas Thalau, Vorsitzender der Geschäftsführung der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB), stellten Mittwochfrüh eine der ersten Garagen am Neumarkt vor. Weitere sollen unter anderem am Rudolfplatz, am Alter Markt oder der Ehrenstraße stehen.

„Sie sind es gewohnt, dass wir uns um das Thema Sauberkeit kümmern, und das machen wir auch weiterhin“, sagt Burmester an diesem Morgen, bevor Thalau und er die Garage aufschließen und eine knallorange Tonne herausholen. „Köln verfügt bereits heute mit rund 24.000 Papierkörben über eine der höchsten Papierkorbdichten Deutschlands. Die neuen Papierkorbgaragen ergänzen dieses starke Angebot dort, wo besonders viele Menschen unterwegs sind und größere Kapazitäten benötigt werden.“

Maßnahme aus Masterplan Sauberkeit

Die Einführung der Papierkorbgaragen ist eine weitere Maßnahme aus dem Masterplan Sauberkeit, einem von der Stadt Köln und der AWB gemeinsam entwickelten Maßnahmenpaket, das die Sauberkeit im öffentlichen Raum verbessern soll. Er entstand unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft, Vereinen und Institutionen. Zu den häufigsten Wünschen zählten damals größere Papierkörbe, bedarfsgerechte Reinigungskonzepte und mehr Sauberkeit an stark frequentierten Orten. Finanziert werden die Leistungen aus dem Masterplan – ebenso wie die aus dem Zero-Waste-Konzept – über die Restmüll- und Straßenreinigungsgebühren.

Die neuen Tonnen in den Garagen haben, so Thalau, nicht nur den Vorteil, dass deutlich mehr hineinpasst („20 Pizzakartons statt nur einem“, so Burmester) und sie künftig – so ist die Hoffnung – nur noch zweimal am Tag geleert werden müssen. Sie bergen, so der AWB-Geschäftsführer, zudem auch deutlich weniger Unannehmlichkeiten für die AWB‑Mitarbeitenden. Künftig muss keine Tüte mehr rausgefriemelt und händisch entsorgt werden, mit dem Risiko, in Spritzen oder Scherben zu greifen. Vielmehr fährt der Mitarbeitende nun mit einem Müllwagen an die neue Garage heran, schließt sie auf, holt die Tonne raus, hängt sie an sein Fahrzeug, und dann wird das Ganze hineingeleert. 

Ohne Technik, weniger störanfällig

Technischen Schnickschnack indes suche man bei den neuen Papierkorbgaragen vergebens – dadurch sind sie, sagt Thalau, deutlich weniger störanfällig und nachhaltiger. Köln-Kenner erinnern sich an den „Solar-Presshai“, einen Mülleimer, der 8000 bis 10.500 Euro kostete und im Schwarzbuch der Steuerzahler als Steuerverschwendung angeprangert wurde. Wie viel genau die neuen Papierkorbgaragen kosten, will Thalau nicht sagen, nur, dass es sich um einen niedrigen vierstelligen Betrag handele. Die Kosten lägen bei etwa 30 Prozent derer des „Abfallhais“.

Innerhalb des einjährigen Pilotprojekt-Zeitraums wird nun beobachtet und ausgewertet, welcher Tonnen-Standort wie angenommen wird, wie oft und wann am besten geleert wird, welche Auswirkungen das Ganze auf die Stadtsauberkeit hat und ob die Garagen sich im Alltag auch für die AWB-Mitarbeitenden bewähren.