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„Brauchen ein Umdenken“BUND legt Konzept für bessern Schutz von Kölner Bäumen vor

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Wald im Äußeren Grüngürtel. Im Hintergrund ist das Stadzentrum Kölns zu sehen.

Köln – Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert Stadt und Politik auf, die Kölner Bäume besser als in der Vergangenheit zu schützen. Dazu legte der Verband am Donnerstag ein entsprechendes Konzept vor.

Kernpunkte sind, dass die Stadt die Gründe für Baumfällungen besser prüft, bei illegalen Fällungen Bußgelder verhängt und Ersatzpflanzungen vornehmen lässt. „Wir brauchen ein Umdenken von Politik, Verwaltung und Teilen der Öffentlichkeit, damit der Erhalt von Bäumen in Köln einen höheren Stellenwert erhält. Ansonsten bleibt die Ausrufung des Klimanotstandes ein bloßes Lippenbekenntnis“, sagte BUND-Vorstandsmitglied Helmut Röscheisen.

Im Detail verlangt der BUND Köln, dass der Schutz von Bäumen in der Baumschutzsatzung erweitert wird. Bislang stehen nur Laubbäume sowie Eiben unter Schutz, die mindestens einen Meter hoch sind und deren Stamm einen Meter Umfang haben. Röscheisen will den Schutz auf alle Bäume, also auch auf Nadelbäume, ausweiten, deren Stamm einen Umfang von 80 Zentimeter besitzt. Zudem soll die Stadt eine Statistik über ihren Baumbestand führen.

Stadt soll Bäume zählen

Bekannt ist, dass es etwa 80 000 Straßenbäume in Köln gibt. Wie viele Bäume sich aber in Parks oder auf privaten Grundstücken befinden, weiß niemand. „Über alles Mögliche gibt es Zahlen, nur über Bäume nicht. Das zeigt, wie gering ihr Stellenwert ist“, so Röscheisen.

Bei Bauprojekten fordert der BUND einen „Paradigmenwechsel“. Denn bislang gebe es zahlreiche Gründe, warum geschützte Bäume Bauprojekten weichen müssen. Mitunter reiche der Hinweis, dass sich das Bauprojekt sonst nicht oder nur unter erschwerten Umständen durchführen lasse. Der BUND plädiert dafür, Baugenehmigungen nur zu erteilen, wenn die Bauherren besondere Gründe für Fällungen darlegen können und die Stadt Alternativen geprüft hat. Bei Arealen, für die ein Bebauungsplan besteht, stünden Bäume heute bereits unter besonderem Schutz. Dieser dürfe auch künftig nicht durch andere planerische Belange in Frage gestellt werden.

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Illegale Fällungen sollen stärker als bislang ins Visier der städtischen Kontrolleure genommen werden. Hierfür müsse die Zahl der Mitarbeiter in dem Bereich erhöht werden. Der BUND fordert zudem die Verlagerung planerischer Kompetenz von Umweltbelangen vom Stadtplanungsamt im Baudezernat in das Umwelt- und Verbraucherschutzamt im Umweltdezernat.

Schließlich soll die Stadt an die Deutsche Bahn und den Bund als Eigentümer der Bundeswasserstraße Rhein appellieren, nicht über Gebühr Bäume zu roden. Bei der Deutschen Bahn sei aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht vorgeschrieben, Gleise sechs Meter rechts und links von Grün freizuhalten. Häufig würden aber wesentlich breitere Schneisen um die Trassen geschlagen. Der BUND will den Forderungskatalog nun an die Stadt, aber auch an die Fraktionen im Rat präsentieren.