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„Steht auf zum Widerstand“Hunderte gedenken an Hinrichtung Ehrenfelder Jugendlicher

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Gedenkmarsch durch Ehrenfeld zur Erinnerung an die Verbrechen der Nationsozialisten von 1938 und 1944.

Köln – Im Zeichen der Erinnerung an die Hinrichtung von Ehrenfelder Jugendlichen, Widerstandskämpfern und Zwangsarbeitern vor 75 Jahren stand am Sonntag ein Gedenkmarsch in Ehrenfeld, zu dem Bezirksbürgermeister Josef Wirges, Musiker Rolly Brings und das Bündnis „Köln stellt sich quer“ aufgerufen hatten. Hunderte Teilnehmer zogen von der Körnerstraße über Venloer Straße und Ehrenfeldgürtel zur Bartholomäus-Schink-Straße.

Den Startpunkt bildete der Ort, an dem vor 81 Jahren bei der Pogromnacht des 9. November 1938 die Ehrenfelder Synagoge in Brand gesetzt wurde. Hier sprach Miguel Freund, Vorstandsmitglied der Kölner Synagogengemeinde. „Empört Euch, steht auf zum Widerstand. Es ist genug“, rief er an die nichtjüdische Bevölkerung gewandt. Zuvor erinnerte er an eine Vielzahl von Schändungen und Gewalttaten gegen Juden und jüdische Einrichtungen, die nach 1945 in Deutschland verübt wurden. Jedes Mal habe es geheißen: „Es ist genug.“

Hinrichtungen durch die Gestapo

Das Ziel in der Bartholomäus-Schink-Straße befindet sich an der Stelle, an der am 10. November 1944 dreizehn Widerstandskämpfer, unter ihnen fünf junge Männer aus Ehrenfeld, durch die Gestapo hingerichtet wurden. Schon am 25. Oktober des gleichen Jahres waren hier elf Zwangsarbeiter erhängt worden. Berichten zufolge fanden die Hinrichtungen vor mehreren hundert Menschen statt.

„Deshalb muss dieser Ort eine Gedenkstätte bleiben als ständige Mahnung auch für jüngere Menschen“, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Gegen rechte Gewalt sei die Zivilcourage aller gefragt, forderte sie.

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Bezirksbürgermeister Josef Wirges (SPD) stellte klar, dass jeder, der die AfD wähle, sich mitschuldig mache an der Demontage der Demokratie. Zugleich forderte er, dass der Verfassungsschutz diese Partei beobachten solle. Auch Jörg Detjen (Die Linke) als Sprecher des Bündnisses „Köln stellt sich quer“ betonte, dass es nur mit dem Engagement von Gerichten, der Polizei, Bund Ländern und den kommunalen Organen gelingen könne, die Demokratie zu verteidigen.

Den musikalischen Rahmen zum Gedenken an die Verbrechen von 1938 und 1944 bildeten Rolly und Benjamin Brings sowie das Markus Reinhard Ensemble.