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Mord im RockermilieuMutmaßlicher Auftragskiller von Kölner Bodybuilder in den Niederlanden gefasst

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Nach dem Schützen wurde zwei Jahre lang gefahndet.

Nach dem Schützen wurde zwei Jahre lang gefahndet. (Archivfoto)

Die Kölner Staatsanwaltschaft beantragte die Auslieferung des Beschuldigten, der in Eindhoven verhaftet wurde.

Der maskierte Auftragskiller lauerte an jenem 22. Oktober 2024 seinem Opfer vor einem Fitnessstudio im rechtsrheinischen Köln-Kalk auf. Es war kein Kunststück, die Zielperson auszumachen. Davide K., 32, posierte in den sozialen Medien allzu gerne als Bodybuilder, zeigte seinen enormen Bizeps. Ein Macho durch und durch. Die Drohungen aus dem Rockermilieu nahm der Hüne nicht ernst. So postete er an jenem Herbsttag auch seine neueste Trainingseinheit via Instagram. Das war sein Todesurteil.

Der Killer wartete draußen auf den mutmaßlichen Geldeintreiber in der rechtsrheinischen Unterwelt. Mehrere Schüsse aus einer Kalaschnikow trafen Davide K., als er die Sportstätte verließ. Vor den Augen seiner Mutter starb die Milieu-Größe mit Beziehungen in die Rockerszene. Der Schütze konnte zunächst unerkannt auf seinem E-Scooter flüchten. Knapp zwei Jahre lang fahndete die Kölner Kripo nach dem mutmaßlichen Mörder. Dann gelang am 21. Juni die Festnahme im niederländischen Eindhoven. „Die Staatsanwaltschaft hat nun seine Auslieferung nach Deutschland beantragt“, berichtete Behördensprecher Ulrich Bremer dem Kölner Stadt-Anzeiger. Der 22-jährige Beschuldigte, der sowohl einen niederländischen Pass als auch die Staatsbürgerschaft von Bosnien-Herzegowina besitzt, befindet sich derzeit in Auslieferungshaft.

„Der Haftbefehl des Amtsgerichts Köln stützt sich auf den Vorwurf des Mordes“, führte Bremer aus. Hintergrund des Attentats könnten demnach Geldforderungen im Rockermilieu sein. Es bestehe der Verdacht, dass der mutmaßliche Todesschütze von Hintermännern beauftragt worden sei, hieß es. „Vor seiner Flucht lebte der Mann in einer Wohnung in Bergisch Gladbach, weshalb nichts dafür spricht, dass er wegen der ihm vorgeworfenen Tat extra aus den Niederlanden eingereist ist“, sagte der Oberstaatsanwalt. In welcher Höhe ein Lohn für den Mord bezahlt wurde, sei noch Gegenstand der Ermittlungen.

Mord geschah in drei Stufen

Köln kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. Erst kürzlich machte eine neue Anschlagsserie mit Schüssen auf Häuser und detonierten Sprengkörpern Schlagzeilen. Längst kupfern kriminelle Rockergangs die brachialen Methoden der niederländischen „Mocro-Mafia“ (Slangname für marokkanische Drogenbanden) ab.

Ähnlich wie in den Niederlanden geschah der Mord an Davide K. „in drei Eskalationsstufen“, berichtet ein mit dem Fall vertrauter Strafverfolger dem Kölner Stadt-Anzeiger. Erst schlugen Warnschüsse an seinem Elternhaus ein. Nachdem K. die Hintermänner in einem Video verhöhnte, ließ man eine Handgranate unter seinem Auto hochgehen, zuletzt dann erfolgte die Hinrichtung vor dem Sportstudio.

Es wird wohl noch einige Zeit vergehen, ehe die niederländische Justiz über das Auslieferungsersuchen des mutmaßlichen Auftragsmörders entschieden hat. Auf die Spur des Gesuchten kamen die Ermittler gegen die Organisierte Kriminalität (OK) nach Informationen dieser Zeitung durch umfangreiche Nachforschungen. Dabei wurden zahlreiche Datenträger ausgewertet. Schließlich geriet man auf die Fährte des Logistikers, der dem Killer zuarbeitete. Über ihn konnte man den Todesschützen identifizieren und zur internationalen Fahndung ausschreiben.

Ferner soll laut Bild-Zeitung ein Deutsch-Türke am Bosporus festgenommen worden sein. Laut Staatsanwaltschaft steht er unter anderem im Verdacht, den Auftragskiller angeheuert zu haben. „Von den türkischen Behörden haben wir aber bislang keine entsprechende Mitteilung über die Festnahme erhalten“, so Oberstaatsanwalt Bremer.