Die neue Folge von „True Crime Köln“ begibt sich auf Spurensuche im Mittelalter: Warum wurde der Kölner Erzbischof Engelbert in einen tödlichen Hinterhalt gelockt?
Tödlicher HinterhaltDie Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert

Die Statue vor Schloss Burg an der Wupper erinnert an den Kölner Erzbischof Engelbert von Berg, der grausam ermordet wurde.
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Annette von Droste-Hülshoff hat ihm ein langes dramatisches Gedicht gewidmet, Walter von der Vogelweide besingt ihn als „edlen Bischof von Köln“, dessen „Ruhm hoch schwebt“ wie bei keinem anderen. Es ist nicht leicht zu erklären, warum ein Fürst, der nur wenige Jahre regierte, zu einem richtigen Helden wurde. Klar ist nur, dass es etwas mit seinem Tod zu tun haben muss. Seine Feinde hatten ihn in einen Hinterhalt gelockt und fielen über ihn her. 47 Hieb- und Stichverletzungen konnten noch 750 Jahre nach seinem Tod bei einer forensischen Untersuchung festgestellt werden. So stirbt ein Märtyrer.
Hinrichtung vor dem Severinstor
Doch ein Märtyrer war Engelbert von Berg eher nicht. Mit einem frommen Leben hatte der Kölner Erzbischof nicht so viel am Hut. Der Fürst und Bischof war ein Machtpolitiker, der seinen Einfluss und sein Herrschaftsgebiet ausbauen wollte. Kaiser Friedrich II. hatte ihn 1220 zu seinem Stellvertreter nördlich der Alpen und zum Vormund seines Sohnes gemacht. Insofern war die Ermordung des mächtigen Manns aus Köln ein politisches Attentat. Die Tat sorgt bis heute für Spekulationen. Historiker diskutieren über Motive, Hintergründe und vor allem über die möglichen Drahtzieher. Der Anführer des Überfalls wurde in Köln auf grausamste Weise vor dem Severinstor hingerichtet. Doch ein Auftraggeber wurde nie überführt oder gar bestraft.
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„True Crime Köln“, die Podcast-Reihe des Kölner Stadt-Anzeiger, berichtet über einen der spektakulärsten Mordfälle der Stadt- und Kriminalgeschichte aus dem Jahr 1225. Die Täter hatten Engelbert in einer Schlucht im Wald bei Gevelsberg aufgelauert. Vielleicht war sein Tod gar nicht geplant. Vielleicht ging ein Entführungsversuch schief, weil sich der kampferfahrene Gottesmann zu wehren wusste. In jedem Fall lag er schließlich niedergemetzelt am Boden.
Die Spurensuche von Helmut Frangenberg mit dem Podcast-Kollegen Willem Fromm („Eine Geschichte der Stadt Köln“) führt auch durchs Bergische Land, das nicht nur im 13. Jahrhundert eine wichtige Rolle bei der Entwicklung Kölns spielte. Die Grafen von Berg hatten sich zu einem Machtfaktor im Kaiserreich entwickelt. Sie wussten die innenpolitischen Wirren im deutschen Thronstreit für sich zu nutzen, als auf Reichsebene zwei Könige und im Kölner Bistum zwei Bischöfe darüber stritten, wer der wahre Herrscher sein sollte. Mit Krieg, Verhandlungen und Heiratspolitik festigten sie ihren Einfluss. Engelbert war erst 30 Jahre alt, als er Erzbischof von Köln wurde. Eine Blitzkarriere.
Spurensuche im Bergischen Land
Die Sommermonate laden dazu ein, im Bergischen Stationen Engelberts und seiner Familie zu erkunden. True Crime Köln macht Ausflugstipps: Schloss Burg an der Wupper ist Engelberts Geburtsort und immer einen Besuch wert. Engeberts Schrein befindet sich in Köln, aber auch im Altenberger Dom werden Reliquien des Manns verehrt. Unweit des Doms kann man ein paar spärliche Zeugnisse des ersten Stammsitzes der Grafen von Berg finden, die dem Bergischen Land den Namen gaben. Auf einem Hügel an der Dhünn, der heute in einem Naturschutzgebiet liegt, baute die Familie im 11. Jahrhundert ihre erste große Burg.

Alle zwei Wochen erscheint eine neue Folge von „True Crime Köln“, der Podcastreihe des Kölner Stadt-Anzeiger über wahre Verbrechen in Köln und in der Region.
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„True Crime Köln“ erscheint alle zwei Wochen mit einer neuen Folge bei allen bekannten Streaming-Anbietern wie Spotify oder Apple-Podcasts, bei YouTube und auf der Homepage des Kölner Stadt-Anzeiger im Netz. Am Sonntag, 5. Juli, 15.30 Uhr, wird „True Crime Köln“ erstmals live auf einer Bühne zu erleben sein. Podcastmacher Helmut Frangenberg wird im Comedia-Theater in der Kölner Südstadt zusammen mit Gästen von spannenden Kriminalfällen aus Köln berichten. Tickets gibt es bei rausgegangen.de.
