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Kommentar

Neue Papierkorbgaragen in Köln
Wie aus Müll und Asche Strom wird, mit dem man dann Kohle verdient

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Die ist aber groß: Oberbürgermeister Torsten Burmester (l.) und AWB-Chef Thomas Thalau beim Aufstellen der Papierkorbgaragen am Neumarkt.

Die ist aber groß: Oberbürgermeister Torsten Burmester (l.) und AWB-Chef Thomas Thalau beim Aufstellen der Papierkorbgaragen am Neumarkt. 

Neues aus dem Restmüllsack. Unser satirischer Wochenrückblick.

Sollten Sie auch zu den Menschen gehören, deren Sortierlust vor Müllbehältern, die die halbe Küche einnehmen, schon mal erlahmt und der nicht ausgewaschene Joghurtbecher aus Plastik samt Deckel aus irgendeiner undefinierbaren Alufolie im Restmüll landet, ist das ab sofort nicht mehr ganz so schlimm.

Der Abfallverwertungsgesellschaft (AVG), das ist die Truppe, die in Niehl den großen Müllofen betreibt, ist es gelungen, mit Restmüll große Lastwagen anzutreiben. Jetzt sagen Sie nicht, das sei doch völlig normal, die kämen doch jede Woche mehrmals durch ihre Straße.

Nein. Es geht hier nicht um die Müllwagen der AWB. Die fahren immer noch mit Diesel. Die AVG ist deutlich weiter. Sie verbrennt den Restmüllsack aus Ihrem Haushalt im Müllofen in Niehl, wandelt die entstehende Abwärme in ihrem Kraftwerk in Strom um und treibt damit neue Elektro-Lkw an, die wiederum die Rostasche von Abgasen und Mautgebühren befreit zur Deponie nach Erftstadt bringen.

Dort wird aus der Rostasche, in der auch winzige Partikel aus Ihrem Joghurtbecherdeckel zu finden sind, alles herausgefiltert, was wiederverwertet werden kann. Das nennt man Kreislaufwirtschaft und eine gute Nachricht, wenn aus Müll erst Asche und dann Strom wird, mit dem man dann noch Kohle verdient.

Hungrige Papierkorb-Garagen

Weil das so einfach ist mit dem Müll und offenbar ein Riesengeschäft, hat unser Ober-Burmester in dieser Woche in der Innenstadt die ersten Papierkorb-Garagen aufstellen lassen. Jede ist mehr als 1,50 Meter hoch und 155 Kilogramm schwer und zukünftig das Zuhause von Mülltonnen, die 240 Liter Müll fassen, dreimal so viel wie die Standardmülleimer bislang.

Sie glauben ja gar nicht, was das für Restmüllmengen ergibt. Überdimensionale Pizzakartons, sämtliche Behältnisse, in denen das Tiktok-, Instagram- und Influencer-Food während oder nach dem Verzehr entsorgt wird. Der Müllofen in Niehl hat schließlich auch großen Hunger. Da können Sie mit Ihrem Restmüllsack aus der Küche aber einpacken.