Das Verkehrsdezernat wollte bis Weihnachten eine Verbesserung der Parkmöglichkeiten für Reisebusse erreichen. Passiert ist: nichts.
Parkplatz an der BasteiReisebus-Posse am Kölner Rheinufer geht weiter – wer entfernt das Blumenbeet?

Die Rhein River Company erweitert ihre Landebrücke am Konrad-Adenauer-Ufer in Höhe der Bastei. Dort können ab Mai zwei größere Schiffe zeitgleich liegen.
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Die Wahrscheinlichkeit, dass Tausende Flusskreuzfahrt-Passagiere am linken Rheinufer knapp vier Jahre nach der Sperrung der Buszufahrt in Höhe der Bastei gefahrlos mit ihrem Gepäck in die Reisebusse umsteigen können, tendiert gegen null.
Auf die Nachfrage, was die von der Stadtverwaltung Ende Juli 2025 zugesagte Prüfung von Lösungsmöglichkeiten ergeben habe, mit der das Verkehrsdezernat schon bis zum Weihnachtsverkehr im Dezember 2025 eine Verbesserung erreiche wollte, antwortet das Presseamt der Stadt mit drei Worten: „Noch kein Ergebnis.“

Ein Blumenbeet an der Rampe von der Bastei soll der Grund sein, warum Busse nicht vorbeikommen können.
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Selbst das ist nicht ganz korrekt. Nach Informationen unserer Zeitung hat sich das sogenannte Reisebus-Forum, das unter Federführung der IHK und mit Vertretern der Stadt, von Köln-Tourismus, den verkehrspolitischen Sprechern und SPD und FDP und den Reisebus-Unternehmen im Juli 2024 auf eine Lösung verständigt hatte, inzwischen aufgelöst.
Der Vorschlag des Dialogforums erschien so simpel wie einleuchtend. Die Busse sollen künftig vom Konrad-Adenauer-Ufer in Höhe der Machabäerstraße ans Rheinufer fahren und es an der Ausfahrt vor der Bastei wieder verlassen. Dazu hätte nur die Einbahnstraße umgedreht und ein Parkverbot für Pkw erlassen werden müssen. Selbst die Leitungen der Ämter für Verkehrsmanagement und nachhaltige Mobilitätsentwicklung hatten schon zugestimmt.
Reisebusforum gibt es nicht mehr
Zu Grabe getragen wurde es im Juni 2025: Ein Umbau der Böschung sei wegen der speziellen Anforderungen „äußerst aufwendig“. Bevor der Parkstreifen für Touristenbusse freigegeben werden könnte, müssten nicht nur neue Rampen gebaut werden, die ein mögliches Aufsetzen der Fahrzeuge verhindern. Auch „die Anlagen für den Hochwasserschutz und die Nähe zu historischen Bauwerken“ brächten weitere Restriktionen mit sich, so die Verwaltung.
Nachdem ein Busunternehmer im Juli 2025 bewiesen hatte, dass sich der Parkstreifen mit Reisebussen problemlos befahren lässt, kam das nächste Hindernis ins Spiel: ein zehn Meter langes und einen Meter breites ungepflegtes Blumenbeet an der Bastei-Ausfahrt, eingefasst mit Randsteinen, müsse erst entfernt werden. Zusätzliche Bedenken hatte die Stadtverwaltung, weil ein voll besetzter Reisebus auf der Rampe vor der Ausfahrt an der Bastei aufsetzen könnte.

Markus Klein, Inhaber des Busunternehmens Piccolonia, beweist Anfang Juli am Rheinufer, wie man trotz Blumenbeets mit einem Reisebus problemlos zu den Kreuzfahrtschiffen kommt. Die Stadt behauptet das Gegenteil.
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Mitte Januar 2026 hat das Verkehrsdezernat bei einem weiteren Treffen mit der IHK und anderen Mitgliedern des Reisebusforums mitgeteilt, dass das offizielle Budget für die Errichtung eines Reisebushaltepunktes an der Bastei bei null Euro liegt: „Der Knackpunkt ist die Festlegung der fachlich richtigen Federführung zur baulichen Anpassung des Blumenbeets“, heißt es in einem Protokollvermerk. Vermutlich sei dafür die Architektin des Liegenschaftsamtes zuständig, die sich auch um die Bastei kümmern muss.
Rhein River Company muss ihre Landebrücke vergrößern
Kümmern tun sich derweil andere. Die Rhein River Company zum Beispiel erneuert derzeit ihren Anleger am Konrad-Adenauer-Ufer, damit dort ab 1. Mai größere Schiffe festmachen können. Der Trend in der Branche sei eindeutig, sagt Geschäftsführerin Heike Scorl. „Die Schiffe werden immer länger. Darauf müssen wir auf unserem Grundstück reagieren.“ Der Steiger aus dem Jahr 2007 werde gerade in Remagen aufgearbeitet. Künftig können dort zwei längere Schiffe nebeneinander liegen. Damit verdoppelt sich die Kapazität.
Die Nachfrage nach Flusskreuzfahrten sei unverändert hoch. Was das Ufer-Fahrverbot für Reisebusse angeht, habe sie die Hoffnung aufgegeben, dass die Stadt sich noch bewege. „Ich kann hier täglich aus meinem Bürofenster zusehen, wie sich die Gäste die steilen Treppen zur Straße hochkämpfen. Das Gepäck muss auch hochgeschleppt werden“, sagt Scorl. Und das nur, weil die Stadtverwaltung nicht in der Lage sei, die Einbahnstraße am Ufer umzudrehen. Nach wie vor komme es zu gefährlichen Situationen, weil Busfahrer gezwungen sind, die Gepäckstücke bei fließendem Verkehr auf der Straße einladen müssen.
IHK will neuen Anlauf für Reisebus-Haltepunkte am Rheinufer nehmen
Die IHK will noch vor den Sommerferien einen neuen Anlauf nehmen, um am Rheinufer Haltepunkte für Reisebusse zu schaffen, die von den vornehmlich älteren Flusskreuzfahrt-Touristen gefahrlos genutzt werden können und auch für alle Verkehrsteilnehmer eine sichere Verkehrsführung schaffen.
Die Lösungen sind nicht neu, beide waren schon mehrfach Thema. Neben dem Umdrehen der Einbahnstraße in Höhe der Bastei hatte man sich im Dialogforum darauf verständigt, auf der Rheinuferstraße unterhalb des Maritim kurz nach der Ausfahrt aus dem Rheinufertunnel in Fahrtrichtung Süden einen Reisebussteig für Schiffstouristen einzurichten. Dort parken bisher Autos. Dieser Vorschlag sei damals sogar von der Stadtverwaltung gekommen, heißt es bei der IHK. Man wolle der Stadtverwaltung nur noch einmal die Position verdeutlichen, für die es vor Jahren schon eine Mehrheit im Dialogforum gegeben habe.


