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„Digital Days Lev“Wie KI Leverkusener Unternehmen im Alltag entlastet

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Simon Eckardt, Theresa Münzhuber, und Benjamin Schulz wollen bei den  „Digital Days Lev 2026“ zeigen, wie KI in Leverkusener Unternehmen praktisch eingesetzt werden kann.

Simon Eckardt, Theresa Münzhuber, und Benjamin Schulz wollen bei den  „Digital Days Lev 2026“ zeigen, wie KI in Leverkusener Unternehmen praktisch eingesetzt werden kann.

Bei den „Digital Days Lev 2026“ im Probierwerk soll Digitalisierung greifbar werden. Im Mittelpunkt stehen Unternehmen aus Leverkusen – und die Frage, wie Künstliche Intelligenz im Alltag tatsächlich hilft.

Die Künstliche Intelligenz bei Elektro Eckardt weiß inzwischen ziemlich genau, wann wirklich der Notdienst gebraucht wird oder wann jemand nur einen Termin absagen möchte. Was zunächst nach Science Fiction  klingt, ist für den Handwerksbetrieb längst Alltag geworden. Seit Ende Januar nimmt dort ein KI-gestützter Anrufassistent Gespräche entgegen, wenn das Büro ausgelastet ist oder außerhalb der Geschäftszeiten niemand ans Telefon gehen kann.

Für Geschäftsführer Simon Eckardt war das keine technische Spielerei, sondern eine Lösung für ein akutes Problem. „Im Januar 2026 hatten wir durch die Stromüberspannung in Teilen von Leverkusen an manchen Tagen über 100 Anrufe“, erzählt er. „Das ging über zwei Wochen so. Unser Büro konnte das irgendwann nicht mehr bewältigen.“ Der digitale Assistent führt inzwischen Gespräche mit Kunden, fragt Anliegen ab und erstellt automatisch Zusammenfassungen fürs Team. Die landen direkt per Mail oder auf dem Handy. Rund 200 Euro im Monat kostet das System. „Ein Kunde, der uns nicht erreicht, ist ein verlorener Kunde“, sagt Eckardt. „Wenn er aber zumindest mit der KI sprechen kann, fühlt er sich abgeholt.“

Praxis statt Theorie

Genau solche Beispiele sollen bei den „Digital Days Lev 2026“ im Mittelpunkt stehen. Die Wirtschaftsförderung Leverkusen lädt am 2. und 3. Juni ins Probierwerk ein und will das Thema Digitalisierung bewusst aus der Theorie holen. „Jeder kann inzwischen irgendwie beim Thema KI mitreden“, sagt WFL-Geschäftsführer Christian Zöller. Entscheidend sei aber die Frage, welchen konkreten Nutzen Unternehmen tatsächlich davon hätten.

Die Veranstaltungsreihe entstand 2022 während der Corona-Pandemie und ist seitdem gewachsen. Zielgruppe seien Unternehmen aus Leverkusen, vom Handwerksbetrieb bis zum Mittelstand. Der erste Veranstaltungstag steht unter dem Titel „Vom Prompt zum Prozess: Der große Mehrwert der KI“. Dabei geht es vor allem darum, wie aus einzelnen KI-Anwendungen konkrete Vorteile für Unternehmen entstehen können. Am zweiten Tag lautet das Thema „Vom Hype zur Entscheidung: KI einordnen und anwenden“. Dort soll es stärker um Orientierung gehen: Welche Entwicklungen sind wirklich relevant? Wo lohnt sich der Einstieg? Und was ist am Ende vielleicht doch nur Hype?

„Nicht überfordern, sondern handlungsfähig machen“

Der Fokus liege bewusst auf konkreten Anwendungen, sagt der andere WFL-Geschäftsführer  Benjamin Schulz. Unternehmen sollten sich das Thema nicht von Beratern erklären lassen, sondern von anderen Unternehmen aus der Region. „Möglichst viel aus Leverkusen für Leverkusen“, beschreibt er den Ansatz. Gleichzeitig gehe es nicht darum, Betriebe mit neuen Technologien unter Druck zu setzen. „Digital Days Leverkusen soll die Unternehmen nicht überfordern, sondern handlungsfähig machen“, sagt Benjamin Schulz.

Trotz aller Digitalisierung setze die Veranstaltung deshalb bewusst auf persönliche Begegnungen. „Egal, wie digital die Welt – wir bauen auf echte Begegnungen. Solange wir mit Menschen zu tun haben, sollte es auch menschlich zugehen.“ Dass Künstliche Intelligenz inzwischen selbst bei der Organisation der Veranstaltung eine Rolle spielt, erzählt Theresa Münzhuber. Sogar die Homepage der „Digital Days“ sei mit Unterstützung von KI erstellt worden. „Das Thema Digitalisierung und KI soll Anwendung finden“, sagt sie.

KI ist Teil des Alltags

Auch bei Elektro Eckardt soll die Entwicklung weitergehen. Der Familienbetrieb existiert seit rund 50 Jahren, Simon Eckardt arbeitet seit 25 Jahren selbst dort. „Die Reise muss einfach weitergehen“, sagt er. „Wir müssen digitalisieren.“ Widerstand im Team habe es kaum gegeben. Die Mitarbeitenden seien vor allem froh gewesen, dass sie in stressigen Phasen entlastet werden. Und auch die Kundschaft gewöhne sich langsam daran, zuerst mit einer KI zu sprechen. „Viele akzeptieren das inzwischen“, sagt Eckardt. „Und es wird immer mehr.“

Die Teilnahme an den „Digital Days Lev“ ist kostenlos. Nach Angaben der Veranstalter sind aktuell noch rund 30 Tickets für den zweiten Juni und etwa 40 Tickets für den dritten Juni Tag verfügbar.


Alle Informationen zur Veranstaltung finde Sie unter: probierwerk.com, Anmelden können Sie sich hier: www.eventbrite.de