Das Dezernat für Mobilität ringt sich zur Einbahnstraßen-Lösung an der Bastei durch, doch die Bezirksvertretung Innenstadt kippt die Vorlage kurz vor der letzten Sitzung vor der Sommerpause von der Tagesordnung.
Kreuzfahrt-Touristen dürfen weiter Koffer schleppenReisebuschaos am Kölner Rheinufer geht weiter

Busse eines Kölner Reisedienstes parken im Juli 2024 gezwungenermaßen auf der Rheinuferstraße in Höhe der baufälligen Bastei, weil die Abfahrt seit April 2022 gesperrt ist. Foto: Peter Berger
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Die Rückkehr der Reisebusse ans Rheinufer in Höhe der baufälligen Bastei ist nach vier Jahren Diskussionen, Prüfungen und einem inzwischen aufgelösten Reisebusforum vorerst gescheitert. Erst Ende April hatte das Dezernat für Mobilität seinen Widerstand gegen eine Lösung aufgegeben, die schon seit zwei Jahren auf dem Tisch lag.
Doch jetzt hat die Bezirksvertretung Innenstadt den Vorschlag der Stadtverwaltung, die Einbahnstraße unterhalb des Konrad-Adenauer-Ufer umzudrehen, um Kreuzfahrt-Touristen ein sicheres Ein- und Aussteigen zu ermöglichen, kurzfristig von der Tagesordnung ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause gestrichen. Die Vorlage 1692/2026 für die Sitzung am 25. Juni wurde zurückgezogen. Damit wird sich bis September wieder nichts bewegen.
Reicht ein Stoppschild an der Ausfahrt?
Nach Informationen unserer Zeitung gibt es im Stadtteil-Parlament Bedenken, ob die Ausfahrt der Busse an der Bastei, die mit einem Stoppschild geregelt werden soll, nicht zu gefährlich ist und durch eine Ampelanlage geregelt werden müsse.
Zudem haben einige Bezirksvertreter grundsätzliche Bedenken gegen die Reisebusse auf dem Parkstreifen geäußert und wollen erneut darüber beraten, ob die Busse nicht auf dem Parkplatz an den Kuhweg verbannt und ein Shuttle-Verkehr eingerichtet werden soll.
Jetzt will das Dezernat für Mobilität, das sich nach jahrelangen Bedenken Ende April doch für die Einbahnstraßen-Lösung ausgesprochen hat, noch vor den Sommerferien bei einem Ortstermin versuchen, letzte Zweifel auszuräumen.

So wie dieser Reisebus bei einer Testfahrt im Juli 2025 sollen künftig alle Busse an der Bastei das Rheinufer verlassen. Der politische Beschluss steht aber noch aus. Foto: Arton Krasniqi
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Schließlich geht es nicht nur darum, dass Köln-Besucher, die zwischen der Hohenzollernbrücke und der Zoobrücke von Bord gehen, ihre Koffer, Taschen und Rollatoren von den Anlegern der Kreuzfahrtschiffe die steilen Treppen hinauf auf den Rad- und Fußweg wuchten müssen. Das Ein- und Ausladen des Gepäcks auf der Rheinuferstraße ist für Busfahrer und Touristen hoch riskant.
Das hat auch die Verwaltung erkannt: „In der Praxis haben die Busfahrer*innen das Gepäck auch auf der linken Seite, also auf der Fahrbahn der Straße Konrad-Adenauer-Ufer, be- und entladen. Aufgrund der potenziellen Gefahr für die Busfahrerinnen und Busdfahrer, Fahrgäste und sonstigen Verkehrsteilnehmerinnen- und -teilnehmer ist es erforderlich, eine alternative Lösung für die Erschließung der Anleger mit Reisebussen herzustellen.“
Ampelanlage „unverhältnismäßig und teuer“
Laut der jetzt zurückgezogenen Beschlussvorlage sollte die Trankgassenwerft zwischen der Machabäerstraße und dem Theodor-Heuss-Ring künftig in Fahrtrichtung Norden genutzt werden. Von den 100 Parkplätzen am Rheinufer müssten in den Kurvenbereichen an der Ein- und Ausfahrt rund 35 entfallen. Das sei unproblematisch, weil auf dem Abschnitt nur selten alle Parkplätze belegt sind. „Einnahmeverluste aus dem Verkauf der Parkscheine sind daher allenfalls in geringem Maße zu erwarten“, heißt es in der Vorlage weiter.
Beließe man es auf der Trankgassenwerft bei der Fahrtrichtung Süden, müssten die Busse vom Theodor-Heuss-Ring kommenden die Rheinuferstraße kreuzen, so die Verwaltung. Das gehe nicht ohne neue Ampeln und sei „langwierig, unverhältnismäßig und teuer“ so die Verwaltung.
Wem gehört der Grünstreifen?
Nach Recherchen unserer Zeitung tut sich aber noch ein weiteres Hindernis auf. Vor der Ausfahrt an der Bastei muss laut Verwaltung noch ein in Beton eingefasster Grünstreifen um ein paar Meter eingekürzt werden, damit auch längere Reisebusse besser durch die Kurve kommen. Zum Vergleich: Die gesamte Straße ist nur 550 Meter lang.
Bisher soll es aber verwaltungsintern nicht gelungen sein, die Frage zu klären, wer für diesen Streifen zuständig ist und sich um die Erteilung des Bauauftrags kümmern muss.
Sollte bei dem geplanten Ortstermin die Bedenken ausgeräumt werden, könnte der Stadtrat das Verfahren von der Bezirksvertretung Innenstadt an sich ziehen. Das ist immer dann möglich, wenn eine Entscheidung von stadtweiter Bedeutung ist, also über die Belange des Stadtbezirks hinausgehen. Das dürfte bei mehr als 100.000 Kreuzfahrttouristen pro Jahr und einer gefährlichen Verkehrssituation auf der Rheinuferstraße der Fall sein.
