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Köln-Rhein-Ruhr oder München?Das nationale Rennen um Olympia spitzt sich zu

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NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD, rechts)

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD, rechts) 

Köln liegt in einer Bewertung des DOSB fast gleichauf mit München – Berlin abgeschlagen – Entscheidung am Samstag, den 26. September.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bewertet die Olympia-Konzepte von Köln-Rhein-Ruhr und München als „sehr gut“, beide erfüllen demnach „nahezu alle Erwartungen“. Das gab der Dachverband des deutschen Sports am Dienstag bekannt, vier Tage vor der Entscheidung über den deutschen Kandidaten für die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele 2036, 2040 oder 2044.

München hat mit 87 von 100 Punkten nach Ansicht einer Evaluierungskommission die Nase leicht vor Köln mit 85 Punkten.

Berlin als dritter verbliebener Bewerber erhielt 74,6 Punkte und liegt lediglich in der Kategorie „gut“, erfülle somit nur „viele Erwartungen“. Chancen auf den Zuschlag werden der Hauptstadt nach den Abgeordnetenhauswahlen am vergangenen Sonntag in Berlin ohnehin kaum noch zugerechnet. Die Linke hatte die meisten Stimmen bekommen und lehnt die Ausrichtung der Spiele klar ab.

DOSB-Präsident Thomas Weikert, Vorsitzender der Evaluierungskommission, sagte dennoch: „Sportdeutschland kann stolz auf seine Bewerber sein. Uns liegen drei großartige Konzepte vor. Deutschland hat jetzt schon alles, um die Olympischen und Paralympischen Spiele auszurichten.“ Der Verband sei überzeugt, dass mit dem Abschlussbericht eine fundierte Grundlage für die außerordentliche Mitgliederversammlung vorliege. Wie diese abstimmen wird, gilt als noch völlig offen.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sprach nach Bekanntgabe der Evaluierungsergebnisse von einer „richtig starken Nachricht für Köln-Rhein-Ruhr und Olympia in Deutschland“. Die Bewertung zeige, dass die Entscheidung bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB ein enges Rennen werde: „Gemeinsam mit der bayerischen Bewerbung sind wir in der bestmöglichen Kategorie Kopf an Kopf.“ Bindend für die Abstimmungsberechtigten ist die Bewertung durch den DOSB nicht.

Es war sehr viel Arbeit, vielleicht auch diese typisch deutsche Arbeit mit viel Detail, mit viel Präzision.
Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB

Otto Fricke, ehemaliger FDP-Bundestagsabgeordneter und als Vorstandsvorsitzender des DOSB eines von sechs stimmberechtigten Mitgliedern in der Evaluierungskommission, sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ über das komplizierte Bewertungs-Verfahren: „Es war sehr viel Arbeit, vielleicht auch diese typisch deutsche Arbeit mit viel Detail, mit viel Präzision, mit vielen Fragen und Rückfragen.“ Man habe alles berücksichtigt, was dem IOC – das ja der Fisch sei, „dem der Wurm schmecken muss“ – bei der Ausrichterwahl wichtig sein dürfte.

Eine emotionale Präsentation der drei Bewerber-Städte bei der Abstimmung am Samstag in Baden-Baden wird es diesmal nicht geben. Die faktenlastige Evaluierung ist die letzte Entscheidungshilfe, die den stimmberechtigten DOSB-Mitgliedern an die Hand gegeben wird. Warum dieses Verfahren? „Weil wir vorher nicht erfolgreich waren“, sagte Fricke. Seit München 1972 war Deutschland nicht mehr Ausrichter Olympischer Spiele. Sieben Bewerbungsversuche sind seither gescheitert.

Die Entscheidung über den deutschen Bewerber treffen am Samstag die 42 olympischen Sportverbände, die zehn Mitglieder aus dem DOSB-Präsidium und acht persönliche DOSB-Mitglieder, darunter Fußballprofi Leon Goretzka. Kölns OB Torsten Burmester (SPD) sagte am Dienstag: „Wir gehen mit großem Respekt in diese Entscheidung – aber auch mit dem Selbstbewusstsein zu sagen: Köln kann Olympische und Paralympische Spiele.“