Der Angriff auf den ehemaligen FC-Profi im Mai 2025 geht vor Gericht. Laut Oberstaatsanwalt besteht ein öffentliches Interesse.
Ehemaliger FC-ProfiLemperle hat Strafantrag zurückgezogen – Fall landet trotzdem vor Gericht

Tim Lemperle mit Maske beim Spiel des 1. FC Köln gegen den 1. FC Kaiserslautern. (Archivbild)
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Nun kommt der Fall wohl doch vor Gericht. Und gewiss werden zahlreiche peinliche Geschehnisse rund um den ehemaligen FC-Profi Tim Lemperle publik. Unsere Redaktion hat die Umstände um die Prügel nach einem ausgiebigen Trinkgelage des damaligen Hoffnungsträgers der Geißböcke im Mai 2025 recherchiert.
FC-Fan hatte Lemperle zusammengeschlagen
Ein FC-Fan hatte Lemperle nach seinem Daydrinking-Trip eine Woche vor der entscheidenden Aufstiegspartie gegen Kaiserslautern auf dem Party-Schiff „Rhein Roxy“ am Ufer gestellt und zusammengeschlagen. Dabei brach sich das Opfer die Nase und erlitt eine Gehirnerschütterung. Dennoch hat der heutige Stürmer des Bundesligisten TSG Hoffenheim offenbar gar kein Interesse an einem öffentlichen Auftritt im Gerichtssaal. So hat der Kicker nach Aussage der Kölner Staatsanwaltschaft seinen Strafantrag zurückgezogen.
Dennoch haben die Strafverfolger einen Strafbefehl gegen den mutmaßlichen Angreifer in der Höhe von 90 Tagessätzen zu je 50 Euro erlassen. „In dem Fall besteht ein öffentliches Interesse“, begründete Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer den Vorgang. Angesichts der erheblichen Verletzungen des Opfers sei dies unabdingbar gewesen.
Zeugen müssen vernommen werden
Martin Bücher, Verteidiger des Beschuldigten, kritisiert die Entscheidung. „Wenn selbst Herr Lemperle seine Anzeige zurückzieht, wo bitte ist da das öffentliche Interesse gegeben? Deshalb haben wir den Strafbefehl abgelehnt. Das Gericht soll nun die Schuldfrage klären.“
Folglich müssen Zeugen des Geschehens vernommen werden, auch Lemperle muss erklären, warum er eine Woche vor dem wichtigsten Spiel der letzten Zweiligasaison für den FC derart dem Wein zugesprochen hatte.
Auseinandersetzung auf Party-Boot
Gewiss wird auch die ganze Vorgeschichte zur Sprache kommen. Nach Informationen dieser Zeitung begann der alkoholisierte Streifzug mit einigen Team-Kameraden bereits tags zuvor im Venus-Keller. Die Party soll bis sechs Uhr morgens gegangen sein. Anderntags ging es aufs Boot am Rhein. Dort soll Lemperle weiter gezecht haben.
Zeugen berichten, dass der Profi sich abfällig über den 1. FC Köln geäußert haben soll. Schließlich hatte er bereits den neuen Vertrag mit Hoffenheim in der Tasche. Auch soll der Torjäger laut den Ermittlungen im betrunkenen Zustand Frauen angebaggert haben. Als manche Gäste den Bundesligisten zur Rede stellten und ihn aufforderten nach Hause zu gehen, soll Lemperle nur unwirsch reagiert haben. Auf dem Boot entspann sich dann ein Disput mit seinem späteren Angreifer, der dann gegen 21 Uhr abends auf dem Ufer eskaliert sein soll.
Kurz nach der Attacke meldete sich Lemperle öffentlich und bat um Nachsicht: „Liebe FC-Fans, nach dieser turbulenten Woche möchte auch ich mich einmal zu meiner Situation äußern. In erster Linie möchte ich mich für mein unprofessionelles Verhalten entschuldigen. Als Profifußballer und gläubiger Mensch habe ich nicht genug auf meine Vorbildfunktion geachtet.“

