Die Lanxess-Arena muss innerhalb von wenigen Tagen mehrfach umgebaut werden. Bei Handballspielen kommt erstmals ein LED-Boden zum Einsatz.
Neuer LED-BodenVon Eishockey zu Handball und zurück – Umbau-Marathon in der Lanxess-Arena

Von Polizeivereidigung über Handball bis Eishockey – für verschiedene Veranstaltungen muss die Lanxess-Arena jedes Mal umgebaut werden.
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Als das Spiel der Kölner Haie gegen die Eisbären Berlin am Mittwochabend in die Verlängerung ging, ist man hinter den Kulissen der Lanxess-Arena langsam nervös geworden. Eine weitere Verlängerung hätte den Zeitplan für den nächsten Umbau durcheinanderbringen können. So waren nicht nur Haie-Fans erleichtert, als der Puck in der 78. Minute im Tor der Eisbären landete und die Haie zum 4:3-Sieg führte, sondern auch die Mitarbeiter der Arena.
Seit dem Ende des Spiels bauen Arbeiter die Arena vom Eishockey- auf den Handball-Betrieb um. Denn am Wochenende werden hier vier Handballmannschaften beim Final Four um den DHB-Pokal kämpfen. Sie treten in zwei Halbfinals, im Spiel um den dritten Platz und im Finale gegeneinander an. Am Samstag, 18. April, spielt um 15.45 Uhr der TBV Lemgo Lippe gegen die Füchse Berlin und um 18.45 Uhr der Bergische HC gegen den SC Magdeburg. Am Sonntag, 19. April, findet dann um 12.45 Uhr das Spiel um Platz drei und um 15.45 Uhr das Finale statt. Jeweils 20.000 Zuschauer werden in der ausverkauften Lanxess-Arena erwartet.
Handballspiele auf neuem Glasboden
Zum ersten Mal wird dafür in der Halle ein neuer Boden verlegt. Die Spieler spielen nicht wie üblich auf Vinylboden, sondern auf einer mobilen Spielfläche aus Glas. „Der Glasboden ist im Prinzip ein großer LED-Fernseher mit 3D-Fähigkeiten, den wir nutzen, um interaktiv zu kommunizieren und zu inszenieren“, hatte Frank Bohmann, Geschäftsführer vom Ligaverband der Handball-Bundesliga (HBL), gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (SID) erklärt.

Etwa 60 Mitarbeiter sind allein für den Aufbau des Glasbodens zuständig.
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Beim Besuch unserer Redaktion am Donnerstagnachmittag liegen schon jede Menge schwarze, quadratische LED-Elemente in der Halle verteilt, von denen einige bereits in bunten Farben leuchten. „Etwa 60 Mitarbeiter sind allein für den Aufbau des Glasbodens zuständig“, sagt Arena-Chef Stefan Löcher. Sie arbeiten in einem Drei-Schicht-System. Damit alles funktioniert, müssen die einzelnen Elemente gut miteinander harmonieren. Deshalb wurde der Aufbau im Vorfeld geprobt. Wenn doch mal etwas kaputtgeht, kann punktuell repariert werden und es fällt nicht gleich die gesamte Fläche aus.
Zwei Veranstaltungen an einem Tag
Wie bei einem Vinylboden, ist auch unter dem Glasboden ein sogenannter Schwingboden verbaut, der die Bewegungen und Sprünge der Spieler abfedert. Während der Handballspiele wird auf dem Boden die Spielfeldmarkierung zu sehen sein. Vor und nach den Spielen soll er unter anderem für Interaktionen mit dem Publikum und eine Einlaufshow genutzt werden. Was genau die Zuschauer erwartet, soll aber noch eine Überraschung bleiben. Auch Fotos von dem LED-Boden dürfen noch nicht gezeigt werden, die Veranstalter wollen mit der Präsentation bis zum ersten Halbfinale warten.

Stefan Löcher, Geschäftsführer der Lanxess-Arena.
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Für die Mitarbeiter der Lanxess-Arena ist es in dieser Woche nicht der erste Umbau. Vor dem Eishockey-Spiel wurden bei einer großen Feier rund 3000 Polizeinachwuchskräfte vereidigt. Dafür waren eine Bühne und Stuhlreihen in der ganzen Halle aufgebaut. Auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) waren zu Gast. Die Feier wurde zudem von einem Orchester begleitet. „Das ist jedes Mal Gänsehaut pur“, sagt Stefan Löcher. Trotzdem sei es wichtig gewesen, dass die Veranstaltung pünktlich um 13 Uhr zu Ende ist, denn bis 17 Uhr habe schon wieder alles für das Eishockey-Spiel stehen müssen.
Eisfläche bleibt auch bei Konzerten
Der Eishockeyboden bleibt bei allen Veranstaltungen in der Lanxess-Arena bestehen, er wird nur mit einem Boden aus Dämmmaterial, Holz und PVC abgedeckt. „Ein normaler Nacht-Umbau von Eishockey-Spielen zu Konzerten dauert etwa sechs bis acht Stunden und ist gut erprobt“, sagt Carsten Heling, Pressesprecher der Lanxess-Arena. So viele Umbauten innerhalb kurzer Zeit „sind aber selbst für unser Haus intensiv“, so Heling.
Sobald am Sonntag der Pokalsieger im Handball feststeht, muss in der Lanxess-Arena nämlich schon wieder umgebaut werden. Denn am nächsten Tag steht bereits das nächste Spiel der Haie an. Sie treten am Montag um 19.30 Uhr im sechsten Spiel der Halbfinals erneut gegen die Eisbären Berlin an. Dieses Mal hoffentlich ohne Verlängerung.
