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Am Kölner HauptbahnhofInsolvenz stoppt geplantes neues Bürohaus

3 min
Es geht um das in Weiß eingezeichnete Gebäude.

Es geht um das in Weiß eingezeichnete Gebäude. 

Ein alter Weltkriegsbunker sollte einem neuen Bürohaus weichen. Dazu kommt es vorerst aber nicht. Die Firma beantragt Insolvenz. 

Schlechte Nachrichten für ein geplantes Neubauprojekt direkt am Kölner Hauptbahnhof: Der Kölner Projektentwickler Pandion hat angekündigt, aufgrund der finanziellen Lage einen Insolvenzantrag für seine Officehome Altenberger Str. GmbH & Co. KG einzureichen. Die Gesellschaft sollte an der Ecke Altenberger Straße/Domstraße ein neues Bürohaus namens „Spark“ für rund 600 Arbeitsplätze bauen. Auf der Internetseite ist die Fertigstellung noch mit 2028/2029 angegeben.

Dafür wollte Pandion das derzeit leerstehende Gebäude abbrechen. Bis Anfang 2025 hatte die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG (RWZ) das Haus als Zentrale genutzt, die sie dann in den Kölner Süden verlegte.

So sollte das neue Gebäude aussehen (links).

So sollte das neue Gebäude aussehen (links).

Zur Frage, was es für den geplanten Neubau am Hauptbahnhof heißt, teilte eine Sprecherin von Pandion mit: „Nach Einreichung des Antrags wird im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens zunächst die wirtschaftliche und rechtliche Situation der Gesellschaft und damit auch die weitere Perspektive des Projektes geprüft.“ Eine belastbare Aussage kann das Unternehmen demnach derzeit nicht treffen.

Das Besondere an dem Gebäude: Die RWZ hatte ihre Zentrale in den 1980er-Jahren um den ungenutzten Kriegsbunker an der Stelle gebaut. Er steht nicht unter Denkmalschutz. Pandion wollte den Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg sowie das Haus abbrechen und durch den Neubau ersetzen.

Wie Anfang August berichtet, liegt die Baugenehmigung dafür vor. Doch in Zeiten fortschreitender Digitalisierung und der Möglichkeit zum Homeoffice fand sich kein Mieter. Deshalb trieb Pandion das Projekt vorerst nicht weiter voran.

So sah der Kriegsbunker früher aus.

So sah der Kriegsbunker früher aus.

Eine Sprecherin sagte zum geplanten Insolvenzantrag: „Im Rahmen der laufenden wirtschaftlichen und finanziellen Überprüfung unseres Projektportfolios hat sich gezeigt, dass derzeit keine realistische Perspektive besteht, das Projekt in der bisherigen Struktur und auf Grundlage der bisherigen Rahmenbedingungen durch Pandion selbst weiterzuentwickeln.“ Der Bunker samt Gebäudehülle bleibt vorerst stehen. 

Mitte August hatte Pandion für den Mutterkonzern sowie fünf Tochtergesellschaften Insolvenz angemeldet (wir berichteten). Dazu zählte unter anderem die Firma, die sich um den Vertrieb der Wohnungen und Büros kümmerte. Das Insolvenzverfahren läuft in Eigenverwaltung ab. Damit führt das eigene Management Pandion bis auf Weiteres.

Weitere Projektgesellschaften insolvent

Damals teilte Pandion zu den Projektgesellschaften mit, die für die einzelnen Bauprojekte gegründet wurden: „Die einzelnen Projektgesellschaften sind nicht betroffen. Ziel ist es, die laufenden Projekte bestmöglich fortzuführen und gemeinsam mit den jeweiligen Projekt- und Finanzierungspartnern tragfähige Lösungen für die weitere Umsetzung zu entwickeln.“

Doch in den Wochen danach folgten elf Projektgesellschaften für einzelne Bauvorhaben und in dieser Woche wieder zwei, die Insolvenzanträge stellten oder es ankündigten. Dazu zählte diese Woche auch die zuständige Gesellschaft für das Bauprojekt am Kölner Hauptbahnhof.

Es ist relativ üblich, dass große Projektentwickler für einzelne Projekte separate Gesellschaften gründen, damit die Risiken klar voneinander getrennt sind. Beispielsweise ging die Gerchgroup, die das neue Laurenz-Carré südlich des Doms umsetzen wollte, auch erst insolvent, bevor die zuständigen Projektgesellschaften für den Bau der neuen Gebäudeblocks Insolvenz anmeldeten.