RekordRiesenandrang am Schokoladenmuseum zwingt Betreiber zu neuem Ticket-System

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Menschen stehen am Schokoladenbrunnen.

Der Schokoladenbrunnen zählt bei den Gästen zu den Höhepunkten des Besuchs.

Noch nie war das Schokoladenmuseum so erfolgreich wie in diesem Jahr. Für die Weihnachtszeit stehen nun Änderungen beim Einlass an.

Mit seiner Museumslandschaft hat Köln über Jahrzehnte hinweg im In- und Ausland punkten können. Zuletzt jedoch hat der Ruf arg gelitten. Das Kölnische Stadtmuseum ist nach wie vor nicht in seinem Interim im Haus Sauer angekommen, das Römisch-Germanische Museum ist seit 2018 geschlossen. Und weitere Häuser wie das Museum für Angewandte Kunst oder jenes für Ostasiatische Kunst sind Millionen kostende Sanierungsfälle.

Genau das Gegenteil ist im Kölner Rheinauhafen der Fall. Das nicht subventionierte und privat geführte Schokoladenmuseum war in seiner 30-jährigen Geschichte noch nie so erfolgreich wie in diesem Jahr. Wie Geschäftsführerin Annette Imhoff mitteilt, wird das Haus für 2023 einen Besucherrekord vermelden können. Stand heute werden am 31. Dezember 2023 rund 660.000 Gäste das Schokoladenmuseum besucht haben.

Köln: Schokoladenmuseum vermeldet Besucherrekord

Das seien 16 Prozent mehr Besucher als 2019, dem letzten Vergleichsjahr vor der Corona-Krise und sogar 26 Prozent gegenüber 2022. Laut Museumssprecher Klaus Schopen muss dabei noch berücksichtigt werden, dass bis in den April 2022 hinein noch zahlreiche Beschränkungen aufgrund der Pandemie bestanden.

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„Wir freuen uns sehr, dass wir 2023 nicht nur den 30. Geburtstag des Schokoladenmuseums feiern können, sondern auch einen Besuchsrekord“, sagt Annette Imhoff. „Nach Ende der Corona-Beschränkungen war es nicht sicher, dass die Gäste wieder zu uns kommen. Nun kommen mehr als je zuvor, das ist wunderbar.“ Insbesondere die Besuche in den Ferien und an den langen Wochenenden hätten zu diesem Rekord beigetragen. Ein weiterer Punkt sei die gute Verteilung der Herbstferien in den umliegenden Bundesländern gewesen.

Angesichts des Andrangs, der erfahrungsgemäß in der Weihnachtszeit noch zunehmen dürfte, sieht sich die Museumsleitung gezwungen, sogenannte Zeitfenstertickets einzuführen. Das bedeutet: Vom 22. Dezember bis zum 7. Januar können im Abstand von 15 Minuten immer nur eine bestimmte Anzahl von Gästen das Museum betreten.

Damit soll erreicht werden, dass erfahrungsgemäß weniger besuchte Tageszeiten genauso gut gebucht werden wie die Mittagsstunden. „In der Vergangenheit war es oft so, dass sich zwischen 12 und 15 Uhr Schlangen an der Kasse bildeten und es in den Stunden davor und danach keine Wartezeiten gab“, erklärt Klaus Schopen. Die Zeitfenstertickets können bereit jetzt auf der Website des Schokoladenmuseums gebucht werden (www.schokoaldenmuseum.de).

Je früher gebucht wird, umso mehr Zeitslots sind verfügbar, rät Schopen und betont, dass es für den Besuch insgesamt keine zeitliche Begrenzung gebe: „Wer einmal bei uns ist, kann sich so lange aufhalten, wie er möchte.“

Wir investieren laufend in die Aktualisierung und Modernisierung des Schokoladenmuseums
Annette Imhoff

„Wer Schokolade liebt, der muss nach Köln kommen“, lautet das Motto der Museumschefin. Das klingt nach einem Selbstläufer – ist es jedoch nicht, so Annette Imhoff, die das Haus mit ihrem Mann Christian Unterberg-Imhoff leitet. Die Unternehmer hatten unter anderem die Corona-Zeit genutzt, um das 1993 fertiggestellte Museum Schritt für Schritt zu renovieren und zu modernisieren. Nacheinander wurden die gläserne Schokoladenfabrik, das Restaurant, Seminarräume, das Foyer mit einer Videopräsentation und die Ausstellung „Weltreise des Kakaos“ zeitgemäß umgebaut.

Dabei soll es nicht bleiben: „Wir investieren laufend in die Aktualisierung und Modernisierung des Schokoladenmuseums. Wir sind fest davon überzeugt, das ist ein großer Teil des Erfolgs“, sagt Annette Imhoff und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr: So soll im Frühjahr das Finale des Erlebnisrundgangs durch das Schokoladenmuseum neu eröffnet werden.

Die Gäste sollen dabei in Erinnerungen schwelgen, wenn es um sogenannte Kult-Schokoladen geht: Was waren die Schokoladen in der Kindheit vom Opa, von der Mutter, dem Kind oder Enkel. Welche Schokoriegel gab es zu welcher Zeit? Diese und viele Fragen sollen zukünftig am Ende der Ausstellung im Schokoladenmuseum beantwortet werden. Zudem werden jenseits von Osterhase und Weihnachtsmann besondere Schokoladenfiguren gezeigt.

Außerdem soll die kulturgeschichtliche Ausstellung des Schokoladenmuseums vollständig überarbeitet und auf den neuesten Stand der Wissenschaft gebracht werden. Beginnend bei den Ursprüngen im heutigen Mexiko werden alle wichtigen Epochen des Kakaos und der Schokolade erläutert, kündigen die Museumsmacher an. Annette Imhoff: „Es ist uns wichtig, immer eine aktuelle Ausstellung präsentieren zu können, die auch gestalterisch auf der Höhe der Zeit ist.“

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