Aus Stromkasten wird Schließfach: Die TH Köln zeigt bis zum 9. August Entwürfe, die Wohnungslose unterstützen könnten.
Ausstellung am EbertplatzWie Architektur und Design aus Köln bei Obdachlosigkeit helfen könnten
Laut der Technischen Hochschule Köln gelten über 11.000 Menschen in Köln als wohnungslos, mehrere Hundert leben auf der Straße – Hilfsorganisationen gehen von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus.
Ein Semester lang hat sich die Fakultät für Architektur der TH Köln mit dieser Realität auseinandergesetzt. Vom 5. bis 9. August ist das Ergebnis in Kooperation mit der Köln International School of Design (KISD) unter dem Titel „Leben unter demselben Himmel“ an zwei Orten in Köln zu sehen: am Ebertplatz und in der Findeisen Stiftung.
Stromkasten wird zum Schließfach
Den theoretischen Rahmen setzte Prof. Dr. Rainer Schützeichel mit seinem Seminar zu Infrastrukturen der Obdachlosigkeit. Prof. Dr. Michel entwickelte mit Studierenden Entwürfe temporärer Notunterkünfte. Er selbst hat bei dem Bau der Notunterkunft „o16“ in Frankfurt mitgeholfen.
Die Studierenden tauschten sich auch mit Betroffenen aus – zum Beispiel mit Linda Rennings, die selbst lange auf der Straße lebte. 2014 gründete die „Kölsche Linda“ den Verein „HIK Heimatlos in Köln e.V.“.
Nach dem Austausch entstanden die einzelnen Entwürfe. Einer davon: ein umgebauter Stromkasten, der als verstecktes Schließfach dient. Die Studentinnen Lara Fodler und Maja Thomas von der KISD entwickelten die Idee, nachdem sie im Austausch mit Betroffenen erfuhren, wie belastend es ist, den gesamten Alltag – Kleidung, Dokumente, Habseligkeiten – ständig mit sich tragen zu müssen.
„Leben unter demselben Himmel“, Fakultät für Architektur TH Köln, Projektraum Unser Ebertplatz e.V.: Ausstellung 7. bis 9. August, täglich 16.00 bis 20.00 Uhr, Finissage 9. August, 18.00 Uhr; Forum der Stiftung Findeisen: Ausstellung 6. bis 9. August, täglich 13.00 bis 17.00 Uhr, Finissage 9. August, 15.00 Uhr, mit Podiumsgespräch, Eintritt frei.
