Bei einem Absturz in Sachsen starben 2025 drei Bundeswehrsoldaten. Nun ist die Ursache des Unglücks mit einer Kölner Pilotin geklärt.
Unglück in SachsenKölner Pilotin starb bei Hubschrauberabsturz – Ursache geklärt

Ein Holzkreuz steht am Ufer der Mulde bei Grimma. Es erinnert an den Hubschrauberabsturz vor einem Jahr, bei dem drei Bundeswehrsoldaten ums Leben kamen.
Copyright: Sebastian Willnow/dpa
Die 43-jährige Verena R. gehörte zum Hubschraubergeschwader 64 in Holzdorf, das an der Landesgrenze von Sachsen-Anhalt und Brandenburg stationiert ist. Es handelt sich dabei um die einzige derartige Einheit der Luftwaffe. Bei dem Vorfall starben zwei weitere Soldaten.
Die Ermittlungen zum Hergang des Unglücks sind inzwischen abgeschlossen. Vonseiten der Luftwaffe wurde bekannt gegeben: „Die Unfallursache ist der Einflug in ein Stahlseil einer Pegelmessstation“. Zu diesem Ergebnis kam die Abteilung General Flugsicherheit der Bundeswehr in ihrer Analyse. Das besagte Kabel war nur knapp über der Wasseroberfläche des Flusses Mulde gespannt. Die Maschine stürzte infolgedessen in das Gewässer.
Helikopter befand sich in geringer Höhe
Am Vormittag des 29. Juli des Vorjahres startete der Helikopter vom Flugplatz Holzdorf für einen Trainingsflug. Die Maschine befand sich über dem Fluss Mulde in geringer Flughöhe.
Das Bundesverteidigungsministerium informiert, dass das Durchfliegen unter Brücken oder Leitungen Teil der Ausbildung von Helikopter-Crews ist. Der Luftwaffen-Sprecher erklärte dazu: „Das Seil konnte durch die Besatzung nicht erkannt werden“.
In den vorhandenen Flugkarten waren Hindernisse in Bodennähe nicht eingetragen. Die Staatsanwaltschaft führt weiterhin eigene Ermittlungen zu dem Vorfall durch.

Ein Stein mit der Aufschrift „Für Papa“ liegt am Ufer der Mulde im Ortsteil Bahren. Neben der Kölnerin Vera R. kamen bei dem Unglück zwei weitere Soldaten ums Leben.
Copyright: Sebastian Willnow/dpa
Die Bundeswehr beabsichtigt, Lehren aus dem finalen Bericht des Generals Flugsicherheit zu ziehen, um die Sicherheit im Flugbetrieb zu verbessern und zukünftige Unglücke zu vermeiden. Der Sprecher fügte hinzu: „Unabhängig davon gilt weiterhin: Trainingsflüge und Tiefstflüge über deutschem Hoheitsgebiet bleiben unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung. Erkenntnisse aus dem Abschlussbericht werden im Rahmen von Anpassungen und Sensibilisierungen hinsichtlich der Aus- und Weiterbildung des fliegerischen Personals berücksichtigt“.
Anlässlich des Jahrestages des tragischen Vorfalls plant die Bundeswehr für den kommenden Mittwoch eine Gedenkveranstaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Am Standort Holzdorf/Schönewalde ist ein militärischer Appell mit Feldgottesdienst vorgesehen, zu dem Angehörige der Streitkräfte sowie Kameradinnen und Kameraden erwartet werden.
Die Verstorbene, die Ehefrau und Mutter dreier Kinder war, fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Melaten-Friedhof in Köln. (ade, red)

