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Große Evakuierungsaktion
Bombe in Köln-Lindenthal ist entschärft – Stadt zieht Bilanz

6 min

Am Montagnachmittag ist in Köln-Lindenthal ein Blindgänger entschärft worden. Betroffen war auch das Krankenhaus St. Elisabeth in Hohenlind.

Nachdem am Freitag (8. Mai) in Köln-Lindenthal in der Straße Am Mönchshof eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde, ist der Blindgänger am Montag (11. Mai) entschärft worden. Mit dem Krankenhaus St. Elisabeth in Hohenlind liegt eine Klinik im Evakuierungsbereich, es mussten zahlreiche Krankenfahrten durchgeführt werden. Im Verlauf des Nachmittags wurden sämtliche Straßensperren wieder aufgehoben.

15.30 Uhr: Die KVB-Linien 7 und 136 können ihren üblichen Linienweg wieder aufnehmen.

15.28 Uhr: Die Stadt zieht Bilanz: Das Kölner Ordnungsamt war mit 150 Kräften in Lindenthal vor Ort, Feuerwehr und Hilfsorganisationen mit 163 Personen. Zudem waren zahlreiche Polizistinnen und Polizisten sowie die Mitarbeitenden des Krankenhauses Hohenlind bei der erfolgreichen Evakuierungsaktion im Einsatz. 51 der 4.446 Anwohnerinnen und Anwohner suchten für die Zeit der Evakuierung die Anlaufstelle in der Theodor-Heuss-Realschule in Sülz auf. Insgesamt brachten Hilfsorganisationen 95 Personen aus dem Gefahrenbereich. Die Mitarbeitenden der Hilfsorganisationen kamen nicht nur aus Köln, sondern auch aus Düren, Aachen, dem Rheinisch-Bergischen Kreis, Rheinberg und dem Rhein-Sieg-Kreis.

15.05 Uhr: Die noch bestehenden Straßensperren werden sukzessive aufgehoben. Mit zwei Ausnahmen allerdings: An der Prälat-van-Acken-Straße/Dürener Straße und Werthmannstraße/Decksteiner Straße bleiben die Sperren zunächst bestehen.

Bombe in Lindenthal ist entschärft

14.28 Uhr: Die Zehn-Zentner-Weltkriegsbombe in Köln-Lindenthal ist durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf entschärft worden. Der Blindgänger wird nun abtransportiert. Es können aber noch nicht alle Sperrungen aufgehoben werden, da die rund 100 Krankentransporte freie Straßen brauchen, um die Patientinnen und Patienten des St.-Elisabeth-Krankenhauses und mehrere Anwohnerinnen und Anwohner zurückzubringen. Auch die KVB-Linien 7 und 136 können aktuell noch nicht über die Dürener Straße fahren.

Der Evakuierungsradius in Köln-Lindenthal

Der Evakuierungsradius in Köln-Lindenthal

14.05: Die Evakuierungsmaßnahmen sind abgeschlossen, die Freigabe zur Entschärfung wurde erteilt.

13.44 Uhr: Nicht nur in Köln werden immer wieder Blindgänger im Boden gefunden, das Problem haben auch andere NRW-Kommunen. 2140 Bomben wurden 2025 landesweit unschädlich gemacht, Köln ist allerdings Spitzenreiter. Lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen.

13.25 Uhr: Die Evakuierung schreitet zügig voran, die Entschärfung des Blindgängers kann vermutlich am frühen Nachmittag erfolgen. 483 der 4.446 betroffenen AnwohnerInnen und Anwohner sind 75 Jahre alt und älter. Insgesamt mussten für sie zehn Krankentransporte organisiert werden. Weitere 86 Transporte wurden für Patientinnen und Patienten des St.-Elisabeth-Krankenhauses angefordert. Von den Krankentransporten stehen noch insgesamt 33 aus.

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Lindenthal muss das St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind am 11. Mai geräumt werden.

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Lindenthal muss das St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind am 11. Mai geräumt werden.

13.10 Uhr: Der zweite Klingeldurchgang hat begonnen. Das Ordnungsamt stellt sicher, dass auch wirklich alle Personen den Evakuierungsbereich verlassen haben. Sobald das geschehen ist und die Krankentransporte abgeschlossen sind, wird das Ordnungsamt die Freigabe zur Entschärfung erteilen.

12.45 Uhr: Immer wieder werden in Köln Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Allein 2025 mussten in Köln fast 70.000 Menschen wegen Bombenentschärfungen evakuiert werden. Wir würden gern wissen: Gehören Sie auch dazu?

12.30 Uhr: Der erste Klingeldurchgang konnte gegen Mittag beendet werden, in Kürze soll laut Radioköln der zweite beginnen. Ungefähr die Hälfte der Krankentransporte soll ebenfalls abgeschlossen sein.

12.10 Uhr: Seit 9 Uhr sind Mitarbeitende des Kölner Ordnungsamtes in den betreffenden Straßen unterwegs und klingeln an den Haus- und Wohnungstüren. Es stellte sich aber schnell heraus, dass viele Anwohnerinnen und Anwohner nicht mehr zuhause sind. Da die Entschärfung seit Freitag bekannt ist, planten sie vermutlich ihre Abwesenheit im Voraus.

Einsatzkräfte beim Klingeldurchgang an der Mommsenstraße.

Einsatzkräfte beim Klingeldurchgang an der Mommsenstraße.

11.55 Uhr: Da fast 100 Krankentransporte vom Krankenhaus Hohenlind aus durchgeführt werden müssen, helfen Kölns benachbarte Kreise. So unterstützt ein Patiententransport-Zug aus dem Rhein-Erft-Kreis mit Rettungswagen und Krankentransportwagen die Kölner Kolleginnen und Kollegen.

11.45 Uhr: Die Dürener Straße ist zwischen Militärringstraße und Mommsenstraße mittlerweile gesperrt. Vom Stadtwaldgürtel aus kann die Dürener Straße nur bis zur Sperre an der Kitschburger Straße befahren werden. Ein Abbiegen in die Mommsen- oder Kitschburger Straße ist nicht möglich.

11.35 Uhr: Die Stadt präzisiert die Zahlen. Exakt 4.446 Anwohnerinnen und Anwohner müssen wegen der Entschärfung in Lindenthal ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Zuvor war von rund 4.100 Menschen die Rede gewesen.

11 Uhr: Besonders aufwendig ist die Evakuierung des St. Elisabeth-Krankenhauses in Hohenlind. Alle Krankentransporte müssen erst abgeschlossen sein, bevor die Bombe entschärft werden kann. Mehr als 100 Krankenfahrten seien nötig, um Patienten in umliegende Kliniken zu bringen, sagte ein Sprecher der Stadt. Besonders aufwendig sei der Transport von elf Patienten, die auf der Intensivstation liegen und beatmet werden müssen. Auch Untersuchungstermine und OP-Termine müssten abgesagt werden, schrieb das Krankenhaus auf seiner Homepage. Die Rettungs- und Krankentransportwagen stehen auf der gesperrten Kitschburger Straße bereit.

10.45 Uhr: Auf der Dürener Straße haben sich Staus gebildet, da die Hauptverkehrsader im Kölner Westen in Teilen auch zum Evakuierungsbereich gehört. Zur zusätzlichen Verkehrsbelastung in dem Gebiet trägt ein Stau auf der Universitätsstraße bei. Hier an der Kreuzung Bachemer Straße wird der Asphalt seit Wochen erneuert, auch an normalen Werktagen stehen die Autos oft lange.

Änderungen bei der KVB wegen Bombenentschärfung

9.37 Uhr: Die Evakuierung hat nach Angaben der Stadt Köln nun begonnen. Die KVB-Linien 7 und 136 sind demnach im Zuge der Maßnahmen getrennt beziehungsweise umgeleitet worden und fahren jetzt wie folgt:

  1. Linie 136 wird ab Haltestelle „Dürener Straße/Gürtel“ über den Lindenthalgürtel, die Gleueler Straße und die Militärringstraße in Richtung Else-Lang-Straße umgeleitet und umgekehrt. Die Fahrten, die planmäßig nur bis zum St.-Elisabeth-Krankenhaus gefahren wären, enden an der Endhaltestelle „Deckstein“ der Linie 146.
  2. Linie 7 verkehrt aus Richtung Porz kommend bis zur Haltestelle „Dürener Straße/Gürtel“ auf dem normalen Linienweg und wird dann nach Sülz zum Hermeskeiler Platz (Endhaltestelle „Sülz“ der Linie 9) abgeleitet. Aus Richtung Frechen verkehrt die Linie 7 dann nur zwischen der Endhaltestelle „Frechen“ und der Haltestelle „Stüttgenhof“.

9.15 Uhr: Köln-Lindenthal ist in den vergangenen Jahren immer wieder von Bombenentschärfungen betroffen gewesen. Der „Express“ hat mit einer Familie gesprochen, die bereits zum vierten Mal wegen einer Bombe das Feld räumen muss. Die meisten Blindgänger wurden bislang etwas weiter westlich am Ende der Bachemer Straße in Richtung Militärring entdeckt.

8.58 Uhr: Der Blindgänger war am Freitag bei Bauarbeiten an der kleinen Stichstraße Am Mönchshof entdeckt worden. Auf dem Gelände entsteht ein Neubau.

Der Fundort des Blindgängers in Lindenthal

Der Fundort des Blindgängers in Lindenthal

8.12 Uhr: Inzwischen haben auch die Warn-Apps NINA und Katwarn ausgelöst. Die Meldung wurde von der Feuerwehr Köln herausgegeben mit der Aufforderung, das betroffene Gebiet zu meiden.

8.05 Uhr: Um 9 Uhr sollen am Montag die Maßnahmen starten. Rund 4100 Personen müssen ihre Wohnungen und Häuser verlassen, zudem wird eine Klinik geräumt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf (KBD) und das Ordnungsamt der Stadt Köln sind vor Ort.

7.35 Uhr: Der Zehn-Zentner-Blindgänger mit Heckaufschlagzünder war im Bereich der Straße Am Mönchshof entdeckt worden. In direkter Nachbarschaft liegt das St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind. Mit der GGS Freiligrathstraße und der katholischen Hans-Christian-Andersen-Schule sind zudem zwei Schulen betroffen, ebenso mehrere Kitas. Diese Einrichtungen bleiben geschlossen. Auch das Kloster zur Hl. Elisabeth liegt in dem Bereich.

7 Uhr: Anlaufstelle für betroffene Bürgerinnen und Bürger ist die Theodor-Heuss-Realschule in der Euskirchener Str. 50 in Sülz . Diese öffnet am Montag ab 9 Uhr. Aufgrund der Nutzung der Schule als Sammelstelle entfällt dort ebenfalls der reguläre Schulbetrieb. Die Stadt bittet Eltern, ihre Kinder nicht in die Einrichtungen zu bringen und sich um alternative Betreuungsmöglichkeiten zu kümmern.

Der Verkehr im Umfeld wird ebenfalls stark beeinträchtigt werden. Am Montag bleibt die Kitschburger Straße zwischen der Dürener Straße und der Friedrich-Schmidt-Straße komplett gesperrt. Dort wird die Feuerwehr einen Halteplatz für Rettungsmittel einrichten, der für die Transporte aus dem St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind benötigt wird. Auch auf der Dürener Straße wird es zu Sperrungen kommen. Ebenfalls betroffen ist die KVB-Linie 7 sowie die Buslinie 136.