Die Talent Kids Foundation von Judoka Benny Behrla will Kindern durch Zusammenarbeit mit Spitzensportlern den Zugang zu verschiedenen Sportarten erleichtern.
Wimbledon-Sieger im DoppelEx-Tennisprofi trainiert Kinder an Kölner Grundschule

Ex-Tennisprofi Philipp Petzschner trainiert die Grundschüler und ‑schülerinnen in der Turnhalle der GGS Bachemer Straße
Copyright: Susanne Esch
Anton hat den Bogen raus. Immer wieder befördert er den Ball elegant über das Netz und bekommt ihn dann vom Profi zurückgespielt: Wimbledon-Sieger Philipp Petzschner, der 2010 mit Jürgen Melzer im Doppel erfolgreich war, trainiert am Montag mit den Schülern und Schülerinnen der Gemeinschaftsgrundschule Bachemer Straße in Lindenthal. Er ist als „Botschafter“ der Talent Kids Foundation mit einem kleinen Trainingsprogramm unterwegs.
Tennis im Fußballtrikot
Die Viertklässler sind mit Feuereifer dabei, versuchen, den Ball mit dem Schläger möglichst lange hochzuhalten, und finden es total spannend, sich am Netz gegen den Tennisprofi zu versuchen. Viele Kinder tragen Fußballtrikots, und auch Anton kickt eigentlich lieber. Er habe aber schon einmal mit einem Freund Tennis gespielt, erzählt der Zehnjährige. „Das kann man eigentlich einmal öfter machen“, sagt er.
Genau solche Erkenntnisse sind das Ziel der Veranstaltung. Der Judoka und Olympiateilnehmer Benny Behrla hat die Talent Kids Foundation vor zwei Jahren gegründet, um Kinder für Sportarten zu begeistern, zu denen sie nicht ohne Weiteres Zugang haben. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Judo zwar im Lehrplan steht, aber Lehrkräfte, die den Sport selbst noch nie ausgeübt haben, ihn auch nicht vermitteln“, sagt Behrla. So kam er auf die Idee, Judo persönlich in den Schulen vorzustellen.
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15 Spitzensportler als Botschafter
Zudem hat er insgesamt 15 Spitzensportler als Botschafter und Botschafterinnen für seine Stiftung gewinnen können, die nun an den Kölner Schulen die Begeisterung für ihre jeweilige Sportart wecken. Für Sitzvolleyball, Fechten, Straßenrennradfahren, Boxen und anderes. „Die Kinder brauchen Vorbilder“, sagt Behrla. Als Steffi Graf und Boris Becker in den 80er-Jahren zu deutschen Tennisidolen avancierten, seien die Anmeldezahlen bei den Vereinen in die Höhe geschnellt.
Ex-Profi Petzschner erklärt: „Tennis fördert sowohl die Augen-Hand- als auch die Fußkoordination, die Sprint- und Ausdauerfähigkeit.“ Schulleiterin Petra Meier ist selbst Tennisfan und freut sich über das Angebot der Stiftung. „Die Kindern haben in der Grundschule zu wenig Bewegung“, sagt sie. „Sie sind zumeist den ganzen Tag hier, weil beide Eltern arbeiten.“ So ließe sich Sport schwer in den Alltag integrieren. Er sei aber ein wichtiges Ventil für die jungen Menschen, um ein bisschen Dampf abzulassen, beispielsweise nach Konflikten.
Beim Besuch von Behrla und Petzschner kommen auch die anderen Klassen in den Genuss des Tennistrainings. Danach werden die Schüler noch vier Wochen weiter trainieren und dann bei einem kleinen Turnier ihren besten Tennisspieler und ihre beste Tennisspielerin ermitteln. Die dürfen dann beim großen Finale auf dem Dach des Deutschen Sport und Olympiamuseums dabei sein.
Insgesamt acht Jungs und auch Mädchen werden dort um den Sieg kämpfen, denn das Tennisprogramm mit Botschafter Petzschner läuft an acht Schulen – bislang. „Weil sie mit den Sportschulen NRW in Köln kooperieren, ließ sich der Kontakt leicht herstellen“, sagt Behrla. „Es kann sich aber wirklich jede interessierte Schule bei uns melden.“
info@talentkidsfoundation.com

